Eine Wildbiene auf rosafarbener Blüte © Mauritius images

Die Prognose, die Albert Einstein einst tätigte, ist ebenso nüchtern wie erschreckend: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr“.

Der Mathematiker konnte es kaum drastischer formulieren: Bienen sind unverzichtbar und der Mensch sind von ihnen abhängig. Umso erschreckender ist die Tatsache, dass Bienen zu den stark gefährdeten Tierarten zählen. Die Berührungsängste vor den stechenden gelb-schwarz gestreiften Tierchen überdeckt oftmals die immens wichtige Bedeutung, die Bienen für den Menschen haben.

In Deutschland gibt es mehr als 500 verschiedene Wildbienenarten – und eine einzige Nutzbienenart: die Honigbiene. Anders als die Honigbiene leben die Wildbienen solitär, also als Einzelgänger beziehungsweise Einsiedler. Die Weibchen der Wildbienen bauen ihre Nester eigenständig und betreiben Brutpflege.

Die Industrialisierung, der Anbau von Monokulturen in der modernen Land- und Forstwirtschaft und die Versiegelung der Flächen durch Wohnungs- und Straßenbau gefährden die Wildbienen massiv. Der natürliche Lebensraum der Tiere schrumpft. Dabei brauchen die Bienen möglichst viele Blütenpflanzen zum Bestäuben. 39 Bienenarten, die nachweislich in Deutschland lebten, sind bereits ausgerottet.

Die Stadt Burghausen schreibt den Schutz der vom Aussterben bedrohten Wildbienenarten groß und bietet ihnen mit zahlreichen Nistkästen, sogenannten Bienenhotels, Brutmöglichkeiten an. Die Bienenhotels, die das Team des Umweltamtes im Stadtgebiet aufgestellt hat, bestehen aus unterschiedlich großen Brutröhren, in denen die Weibchen im Frühjahr ihre Eier legen. Das so genannte Pollenbrot aus Nektar und Pollen als Futtervorrat bringt die Nachkömmlinge durch den Winter. Die geschlüpften Einsiedlerbienen verweilen als Puppen die kalten Monate in den Nistkästen und kommen erst im Frühjahr des nächsten Jahres aus ihnen heraus.

Die auf Spielplätzen, Streuobstwiesen und Ausgleichsflächen der Stadt verteilten Brutkästen und Insektenhotels bieten den Bienen  somit nicht nur einen schützenden Rückzugsort, sondern gewährleisten eine längerfristige Ansiedelung und Vermehrung, sodass sich der Bestand hoffentlich wieder erholen kann.

Neben den Bienenhotels hat die Stadt Burghausen gemeinsam mit einem Landwirt und einem Imker am Bergerhofgelände zusätzlich eine Bienenwiese angelegt – „BeeGood“. Anstelle einer monotonen Wiese ist hier eine Acker-Blühwiese entstanden, die über das ganze Jahr verteilt blüht und den Bienen so Nahrung bietet. Durch den späten Schnitt im Jahr können die Blumen absamen und sich weiter verbreiten.

Wer im kleinen Rahmen einen Beitrag für den Erhalt der Wildbienen leisten will, kann auf dem Balkon oder im Garten Blumentöpfe mit Lavendel oder Thymian aufstellen. Lassen sich Wildbienen auf diese Weise anlocken, sorgen sie dafür, dass potenzielle Schädlinge kein Unwesen treiben können und die Gärten oder das umliegende Grünland ökologisch stabil bleiben. Wer möchte,  kann sich auch am Projekt „BeeGood“ beteiligen.

Kontakt

Ansprechpartnerin
Christina Schmid (Assistenz)
T. +49 8677 877-308
christina.schmid@burghausen.de

Umweltamt
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