Marienberg Panorama © Gerhard Nixdorf

Der Weiler Marienberg liegt etwa drei Kilometer südwestlich des Burghauser Stadtzentrums auf einem Hochplateau oberhalb des Flusses Salzach. Im Jahr 1978 wurde Marienberg als Ortsteil der Gemeinde Raitenhaslach nach Burghausen eingemeindet.

In Marienberg findet sich die „Perle des Salzachtales“: Die Wallfahrtskirche Maria Königin des Rosenkranzes mit ihren zwei prachtvollen Türmen. Die Kirche wurde erstmals 1143 urkundlich erwähnt. In den Jahren 1760 bis 1764 erbaute sie der Trostberger Gerichtsmaurermeister Franz Alois Mayr neu. Die Kirche gilt als eine der schönsten Rokokokirchen Bayerns.

Entstehungsgeschichte

Im Jahr 1143 verlegte der Orden der Zisterzienser sein Kloster von Schützing an der Alz nach Raitenhaslach. Zu diesem Zeitpunkt wird erstmals eine Capella zu Marienberg urkundlich erwähnt. Im Jahr 1203 gingen die pfarrlichen Rechte auf das Marienberger Gotteshaus über. Über die Jahrhunderte hinweg wuchs die Bedeutung der Kirche mehr und mehr: Im Jahr 1595 war der Zustrom der Wallfahrer schließlich so groß, dass die Kirche fünf Jahre später erweitert wurde.

Die Kirche zu Marienberg wurde kontinuierlich umgebaut, erweitert und 1760 neu errichtet. Abt Emmanuel II Mayr beauftragte neben dem Gerichtsmaurermeister Mayr (1723-1771) sowie den Münchner Maler Martin Heigl, der die Kirche mit prachtvollen Fresken ausstattete, die vor allem Maria zum Thema hatten.

Am 1. Mai 1765 weihte Fürsterzbischof Sigismund von Salzburg die Kirche ein. Wer in das Innere der Kirche gelangen will, muss über eine Treppe mit 50 Stufen steigen. Jede Stufe steht für ein Rosenkranz-Satz.

41 Jahre später wurde die Kirche Marienberg geschlossen. Ihren geplanten Abriss konnten die Marienberger Bauern dank ihres heftigen Widerstands verhindern. Sie nahmen sogar körperliche Züchtigung und Arrest im Salzburger Strafhaus in Kauf, um ihre Kirche zu retten.

Im Jahr 1811 wurde die Kirche Marienberg letztendlich wieder eröffnet.

Bau und Ausstattung

Die Kirche Marienberg ist dank ihrer exponierten Lage schon von weitem hervorragend sichtbar. Der zentrale Bau der Kirche ist knapp 25 Meter lang, 23 Meter breit und über 21 Meter hoch. Der Grundriss ist ein griechisches Kreuz. Ein flaches Zeltdach aus Kupfer bedeckt die beiden prächtigen Türme der Kirche. Der Aufgang zur Kirche erfolgt in fünf Absätzen zu je zehn Stufen und ist dem Rosenkranzgebet nachempfunden.

Die Decken zieren Malereien von Johann Martin Heigl, einem Schüler von Johann Baptist Zimmermann. Die Altäre der Kirche stammen von den Bildhauern Johann Georg Lindt und Johann Georg Kapfer. Die beiden Kanzeln fertigte Johann Nepomuk Hofer. Die Orgel wurde von Anton Bayr im Jahr 1769 gebaut. Immer wieder wurde die Königin der Instrumente restauriert, zuletzt im Jahr 2010.

Aus dem ursprünglichen Geläut stammen zwei Glocken, die um Jahr 1776 und 1783 angefertigt wurden. Sie wiegen 600 und 200 Kilogramm. Für die beiden Glocken, die im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen wurden, gab es im Jahr 1954 Ersatz. Sie komplettieren das Geläut und wiegen 1130 beziehungsweise 212 Kilogramm.

Kontakt

Wer Interesse an einer Besichtigung oder einer Wallfahrt hat beziehungsweise einen Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Marienberg besuchen will, erhält im Pfarrverband Burghausen alle wichtigen Informationen.

Pfarrverband Burghausen
Messerzeile 17/18
84489 Burghausen
T. +49 8677 4586
Kirche Marienberg | Pfarrverband Burghausen (bistum-passau.de)
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