Nahaufnahme von Personen, die über einem Tisch mit Unterlagen gebeugt sind © Westend61 / Bonninstudio

Die Stadt Burghausen hat im Rahmen ihres Nachhaltigkeitskonzepts für das Handlungsfeld Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit folgenden Leitsatz festgelegt:

„Wir unterstützen als Wirtschaftsstandort die Entwicklung einer zukunfts- und wettbewerbsfähigen, ökologisch tragfähigen sowie sozial verantwortlichen regionalen Wirtschaftsstruktur mit dem Ziel, die Industrie zur Klimaneutralität zu transformieren. Darüber hinaus unterstützt die Stadt Gastronomen, Handwerk sowie Handel, Kulturtreibende und Dienstleister und geht städteplanerische Maßnahmen für eine lebendige Innenstadt und Weiterentwicklung des Hochschul- und Ausbildungsstandortes an.“

Aus dem Leitsatz ergeben sich konkrete Ziele und Visionen, die Burghausen bis zum Jahr 2030 beziehungsweise 2035 umsetzen möchte:

„Die Industrieunternehmen im ChemDelta haben sich eigene Klimaziele gesetzt und verpflichten sich zu den Klimazielen von Bund und Land bzw. wollen diese schneller erreichen. Wir als Stadt wollen in diesem Bestreben bestmöglich unterstützen, unter anderem mit dem Reallabor.“

Die Stadt Burghausen hat für das Handlungsfeld Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit sechs Bereiche definiert. Dazu zählen:

  • Transformation der chemischen Industrie zur Klimaneutralität
  • Weiterentwicklung Wissenschaftsstandort
  • Etablierung einer Gründerszene
  • Einkaufsstadt Burghausen
  • Nachhaltiger Tourismus in der Stadt
  • Digitalisierung der Stadtverwaltung

‚Für die Ziele im Handlungsfeld Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit kooperiert die Stadt Burghausen mit ortsansässigen Einrichtungen, Unternehmen und Institutionen.

Um die Transformation der chemischen Industrie zur Klimaneutralität zu realisieren und Wasserstoff in der chemischen Produktion zu nutzen, hat sich die Stadt Burghausen unter anderem mit den chemischen Konzernen vor Ort, dem Campus Burghausen und dem Landratsamt Altötting zusammengeschlossen. Die Transformation umfasst darüber hinaus den Aufbau einer bedarfsgerechten Logistik für Wasserstoff sowie einer dezentralen Wasserstoffversorgung für die chemische Industrie in Burghausen.

Den Wissenschaftsstandort Burghausen will die Stadt unter anderem durch die Errichtung eines Technikums auf dem Gelände des Salzachzentrums vorantreiben. Der Campus Burghausen führt eine Lehrprofessur Wasserstofftechnologie ein und möchte die Zahl der Studierenden in Burghausen weiter aufbauen.

Unter der Federführung der Burghauser Wirtschaftsförderungsgesellschaft plant die Stadt, eine Startup-/ Gründerszene in Burghausen zu etablieren.

Ein großes Augenmerk richtet die Stadt auch auf eine nachhaltige Infrastruktur für seine Bürgerinnen und Bürger: Die Einkaufsstadt Burghausen soll nachhaltig an Wert gewinnen, indem das Gelände am Salzachzentrum nicht nur als Standort für das Technikum dient. Vielmehr möchte die Stadt hier durch eine optimale Nutzung Raum für Wohnen, Handel und Gewerbe sowie für Innovation bieten. Die Stadt greift damit einen Vorschlag aus dem Burghauser Bürgerrat Nachhaltigkeit auf.

Daneben will die Stadt die Marktler und die Robert-Koch-Straße bis zum Jahr 2025 unter der Regie des Burghauser Bauamts neugestalten. Für die Altstadt soll es einen Kümmerer geben. Damit verfolgt die Stadt das Ziel, einen festen Ansprechpartner zu haben, der nicht nur direkter Gesprächspartner für die Geschäftstreibenden in der Altstadt ist, sondern auch alle Fragen der Betriebe aufnimmt und kompetent beantwortet. Der Kümmerer ist eng mit der Stadtverwaltung verzahnt, dadurch  bestens informiert und kann erste Auskünfte über Möglichkeiten, Richtlinien und Auflagen für Projekte in der Altstadt geben.

Ehrgeizige Ziele verfolgt die Stadt Burghausen auch für den Bereich nachhaltiger Tourismus in der Stadt: Die Burghauser Touristik entwickelt dafür eine online-Einkaufsführer zu nachhaltigen Produkten sowie um die Entwicklung eines Siegels für nachhaltigen Tourismus.

Auch im Burghauser Rathaus kommt es zu Veränderungen: Hier setzt das Digitalisierungsmanagement das Onlinezugangs-Gesetz um, indem es die Stadtverwaltung digitalisiert.

Auf Beschluss des Stadtrats leitet die Stadt auch Maßnahmen ein, um den Wirtschaftsstandort Burghausen weiter zu stärken. Unter gewissen Prämissen wird sie die Entwicklung von Gewerbegebieten vorantreiben. Die mittelständischen Unternehmen und deren Aktivitäten sollen eng vernetzt werden, um Synergieeffekte für den Wirtschaftsstandort Burghausen zu nutzen.

Darüber hinaus steht im Handlungsfeld „Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit“ auch der Umgang mit PFOA auf der Agenda der Stadt.