Projekt in Zusammenarbeit mit österreichischem Unternehmen entwickelt – hochwertiges Futter und Dünger aus nachhaltiger Produktion am Standort Burghausen
Burghausen, 03.03.2026. Burghausen wird Standort eines internationalen Vorzeigeprojekts: Am 2. März 2026 wurde die weltweit erste modulare und skalierbare Mastanlage für Insekten, entwickelt von der Firma REPLOID Group AG auf dem Hof des Landwirts Simon Steinberger in Pfaffing feierlich eröffnet. Die Einweihung nahmen Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und stellvertretender Ministerpräsident des Freistaats Bayern, Burghausens Erster Bürgermeister Florian Schneider sowie die oberösterreichische Landesrätin Michaela Langer-Weninger und Reploid-CEO Philip Pauer vor zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Forschung vor.
Die „ReFarmUnit“ genannte Anlage wurde von der österreichischen Firma REPLOID Group AG entwickelt und kommt nun in Burghausen erstmals zum Einsatz. In der Anlage werden Junglarven der Schwarzen Soldatenfliege mit einer standortspezifischen Futtermischung gemästet. Diese basiert auf der eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit des Unternehmens aus Wels und wird aus Reststoffen der regionalen Lebensmittel-Wertschöpfungskette hergestellt. Je nach Vereinbarung mit dem Kunden vermarktet das Unternehmen die gemästeten Larven direkt oder verarbeitet sie zu hochwertigen Proteinen und Fetten, beispielsweise für die Tierfuttermittelindustrie. Aus den Nebenprodukten der Insektenmast entsteht zudem ein organischer Premiumdünger.
Philip Pauer bedankte sich in seiner Ansprache ausdrücklich bei Erstem Bürgermeister Florian Schneider für die von Anfang an große Unterstützung des Projekts: „Hier wurde auf vielen Gebieten Pionierarbeit geleistet – auch beim Genehmigungsverfahren. Sie haben stets an das Projekt geglaubt.“ Die Anlage auf dem Betrieb von Simon Steinberger ist die erste ihrer Art weltweit und bereits heute ein internationales Referenzprojekt. Das österreichische Partnerunternehmen REPLOID Group AG rechnet mit weiteren Anlagen in der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie.
Auch Landwirtschaftsminister Aiwanger lobte Steinbergers Mut zu Neuem und die österreichisch-bayerische Zusammenarbeit – mit dem Hinweis, dass die Entwicklung zwar aus dem Nachbarland käme, die Praxiserprobung aber nun in Bayern erfolge: „Sie entwickeln, wir machen.“ Mit im Gepäck hatte er nicht nur anerkennende Worte, sondern auch einen Scheck von 880.000 Euro aus der bayerischen Bioökonomieföderung, den er Steinberger überreichte.
Die Stadt Burghausen hat das Projekt von Anfang an unterstützt. Es steht beispielhaft für die Verbindung von landwirtschaftlicher Praxis, technologischer Entwicklung und nachhaltiger Ressourcennutzung. Mit der Entscheidung, in dieses neue Geschäftsfeld zu investieren, setzt der Burghauser Simon Steinberger ein Zeichen für unternehmerische Offenheit und Innovationsbereitschaft im ländlichen Raum.
Erster Bürgermeister Florian Schneider bekräftigt dies: „Mit der ReFarmUnit entsteht in Burghausen ein neues Kapitel moderner Landwirtschaft. Hier wird aus regionalen Reststoffen ein hochwertiger Rohstoff für internationale Märkte. Dass ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb diesen Schritt geht, verdient großen Respekt. Solche Projekte zeigen, dass nachhaltige Landwirtschaft, wirtschaftlicher Erfolg und technologische Entwicklung Hand in Hand gehen können.“


