
Toleranz, die man erleben kann
Die Kultur der Toleranz beginnt damit, zu akzeptieren, dass der andere anders ist.
Die Ausstellung ToleranzRäume im Jugendzentrum Burghausen hat zum Ziel, dem Publikum neue Perspektiven auf Toleranz zu eröffnen, aber auch ganz konkret auf die Lebenswelten anderer Menschen.
Denn Empathie erwächst aus Verständnis. Verständnis ist die Grundlage für gegenseitigen Respekt. Im Veranstaltungszeitraum wird die Ausstellung von einem bunten Rahmenprogramm, an dem sich eine Vielzahl von Organisationen, Institutionen und Personen beteiligt, begleitet. Freuen Sie sich auf vielfältige Beiträge.
Die ToleranzRäume – ihre Inhalte und Geschichte
Die Ausstellung teilt sich auf in zwei Bereiche: Im Innenraum geht es um den Begriff der Toleranz und besondere Beispiele aus der Geschichte. Außen wird anhand von Alltagsbeispielen gezeigt, wo Toleranz wichtig ist und wie jede:r einzelne sich für mehr Respekt im gegenseitigen Umgang einsetzen kann. Der Weg der Besucher:innen ist nicht vorgegeben – ob von innen nach außen oder umgekehrt, die ToleranzRäume sind von allen Richtungen zugänglich.
Schon die Außenwände greifen das Zeitenthema auf. Sie fragen Besucher:innen, was Toleranz für sie bedeutet, und ermöglichen Passant:innen, ihre eigenen Positionen zu vielfältigen Fragen der Toleranz auf dem Container festzuhalten. Auf einem integrierten Bildschirm kommen außerdem weitere Stimmen zu Wort – Toleranzkämpfer:innen, Expert:innen und von Intoleranz Betroffene.
Wer dann innen mit dem Gang durch die Ausstellung beginnt, trifft schnell auf die zentrale Frage: Was kann Toleranz sein? Wie schaffen wir es, auch bei sehr unterschiedlichen Sichtweisen und womöglich polarisierenden Fragen respektvoll und tolerant miteinander umzugehen.
An einer bunten Wand, an der sich alles ums Thema Mensch dreht, gibt es Beispiele von Persönlichkeiten, die sich auf ihre ganz eigene Weise für mehr Respekt und Toleranz in ihrer Gemeinschaft eingesetzt haben oder noch einsetzen.
ie Vielfalt des Stoffs wird hier sichtbar: Die Toleranzvorbilder reichen von Annette von Droste-Hülshoff bis zur afrodeutschen Dichterin May Ayim. Wer sich von einem Vorbild besonders inspiriert fühlt, kann es mit nach Hause nehmen – einige der Biografien sind per Abreißblock an der Wand befestigt. Wird das vorderste Blatt mitgenommen, taucht ein neues Beispiel auf.
So wird die Wand zu einem Kaleidoskop: Sie zeigt Toleranz in zahlreichen Facetten, die sich für jede:n neue:n Betrachter:in ändern.
Von da aus geht es weiter zur nächsten Wand. Ein großes Wimmelbild zeigt verschiedene Alltagssituationen, in denen Respekt und Toleranz gefragt sind. Besucher:innen können auswählen, was sie aushaltbar finden – und was nicht. Es entsteht so ein ganz individuelles Stimmungsbild.
Gleichzeitig zeigt die Wand, dass Toleranz kein Selbstläufer ist. Menschen müssen sich aktiv dafür einsetzen. Und sei es in noch so alltäglichen Situationen. Hier können und müssen alle ihren Beitrag leisten. Denn wie schon Erich Kästner sagte: „Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es.“
Dieser Gedanke wird direkt in die nächste Wand mitgenommen. Denn da erhalten Besucher:innen Impulse, wie sie in den Gesprächen aus dem Wimmelbild für mehr Respekt und Toleranz einstehen können. Auch diese Tipps können natürlich mit nach Hause genommen werden – eine Box an der Wand gibt Handzettel mit Handlungsempfehlungen und Inspiration aus.
Die wohl schwierigste Wand befindet sich gegenüber dem Wimmelbild. Sie zeigt Ereignisse und Entwicklungen, in denen sich Gemeinschaften jenseits der Toleranz bewegt haben.
Das ist Mahnung und Aufruf zugleich – Grenzüberschreitungen bis hin zu Völkermorden fallen nicht vom Himmel, sondern kündigen sich an und werden oft von einigen Menschen getrieben, während andere mehr oder weniger aktiv mitmachen oder zusehen.
Aber wir alle tragen durch unser alltägliches Verhalten zur Stimmung in unserer Gesellschaft bei und haben es in der Hand, solche Prozesse der Entmenschlichung aufzuhalten. Wie das geht, zeigen die anderen Wände und der Außenbereich der Ausstellung.
Im Außenbereich werden weitere Situationen nachgestellt, in denen Toleranz im täglichen Leben gefordert ist – ob beim Einkaufen, im öffentlichen Nahverkehr oder beim Spielen im Kinderzimmer.
Denn Respekt und Toleranz leben nur durch unser alltägliches persönliches Verhalten in unserem direkten Umfeld – hier tragen wir alle unmittelbar zur Stimmung in der Gesellschaft bei und wirken auf unser Zusammenleben ein.
Neben der physischen Ausstellung entstehen weitere Toleranzräume durch das von der jeweiligen Kommune organisierte Begleitprogramm sowie durch Workshops für Schulen und Vereine, die eigens zur Ausstellung entwickelt wurden.
Damit die ToleranzRäume so zum Leben erweckt werden können, braucht es viele helfende Hände. Federführend wird das Projekt vom Verein Toleranz-Tunnel gesteuert.
Mit Inhalten und deren Vermittlung befasst sind die Expert:innen der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. (KIgA), die außerhalb dieses Projekts neuartige Konzepte für die pädagogische Auseinandersetzung mit Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft entwickelt.
Die wissenschaftliche Begleitung der ToleranzRäume wird von der Universität Bielefeld übernommen, genauer von der Arbeitsgruppe Migrationspädagogik und Rassismuskritik an der Fakultät für Erziehungswissenschaft.
Das Projekt arbeitet mit vielen weiteren Initiativen aus der politischen Bildung zusammen und wird durch einen
wissenschaftlichen Beirat begleitet.
Kontakt
Jugendpflege der Stadt Burghausen
Unghauser Str. 20a
84489 Burghausen,
T. +49 8677 887 444
hannes.schwankner@burghausen.de
Öffnungszeiten
Ausstellung ToleranzRäume:
Montag – Sonntag 15:00 – 19:00 Uhr
Schulführungen:
Montag – Freitag 8:30-10:00 Uhr
10:30-12:00 Uhr
13:15-14:45 Uhr
Führungen durch die Ausstellung nur mit Voranmeldung.







