Schulreferent Norbert Englisch (l ) und Erster Bürgermeister Florian Schneider machten zum Schulanfang eine Rundtour durch alle Burghauser Grundschulen, so auch bei der Stethaimer Schule, die aktuell wegen Sanierung auf der Burg untergebracht ist  Fotocredit: Stadt Burghausen / Gauer

Schulreferent Norbert Englisch (l.) und Erster Bürgermeister Florian Schneider machten zum Schulanfang eine Rundtour durch alle Burghauser Grundschulen, so auch bei der Stethaimer Schule, die aktuell wegen Sanierung auf der Burg untergebracht ist. Fotocredit: Stadt Burghausen / Gauer


Schulbericht 2025: Hohe Auslastung, gute Ausstattung und steigende Anforderungen

Zum Jahresausklang hat Schulreferent Norbert Englisch dem Stadtrat seinen jährlichen Schulbericht vorgestellt. Das Fazit fällt insgesamt positiv aus: Die Burghauser Schulen sind sehr gut ausgestattet, die Lehrerversorgung an den Grundschulen ist stabil, und die Nachmittagsbetreuung bietet ein vielfältiges Förderangebot. Gleichzeitig stehen die Schulen – insbesondere in der Neustadt – vor wachsenden Herausforderungen.

Starke Auslastung der Schulgebäude
Vor allem die Schulhäuser und Turnhallen in der Neustadt sind stark ausgelastet. Die Kapazitäten werden sowohl vormittags durch den Schulbetrieb als auch nachmittags durch Vereine nahezu vollständig genutzt. Der Bau einer weiteren Turnhalle am Schulzentrum an der Mozartstraße muss aus finanziellen Gründen vorerst zurückgestellt werden.

Problematisch ist zudem die Nutzung der städtischen Turnhallen in den Ferien: Da in dieser Zeit keine regelmäßige Reinigung erfolgt, kam es bereits zu hygienisch bedenklichen Zuständen. Auch Diebstähle von Sportmaterial wurden gemeldet. Hier besteht weiterhin Handlungsbedarf.

Wandel in der Nachmittagsbetreuung
In der Nachmittagsbetreuung zeichnet sich eine klare Entwicklung ab: Weg von der klassischen Mittagsbetreuung, hin zu offenen und gebundenen Ganztagsangeboten. Diese werden stärker gefördert und entlasten die Kommune finanziell. Für eine Kurzgruppe im Ganztagsangebot gibt es über 40.000 Euro staatliche Zuschüsse, während die Mittagsbetreuung lediglich mit rund 9.000 Euro gefördert wird.

Da Ganztagsangebote während der Schulzeit kostenfrei sind, werden sie zunehmend genutzt. Die kostenpflichtigen Horte verzeichnen hingegen rückläufige Anmeldezahlen. Für die Ferienbetreuung dürfen die Schulen weiterhin Beiträge erheben.

Schule als komplexe Organisation
Am Beispiel der Johannes-Hess-Grundschule verdeutlichte Norbert Englisch, wie stark sich Schule in den vergangenen Jahren verändert hat. Dort arbeiten:

18 staatliche Lehrkräfte
14 Fachlehrkräfte
5 pädagogische Unterstützungskräfte
zusätzlich externes Betreuungspersonal, Hausmeister, Verwaltungsangestellte, drei Bundesfreiwillige
sowie mehr als 57 Ehrenamtliche
Diese engagieren sich unter anderem als Frühstückshelfer, Klassenpaten, Lesepaten, Schulbegleiter oder AG-Leiter. Englisch zog einen Vergleich: „Das Management einer Schule ist heute vergleichbar mit dem eines mittelständischen Unternehmens.“

Startchancen-Programm für die Hess-Schule
Die Johannes-Hess-Grundschule nimmt am bayernweiten „Startchancen-Programm“ teil. In den nächsten zehn Jahren stehen der Schule insgesamt 2,4 Millionen Euro zur Verfügung, die in die Lernumgebung, die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie ins Personal investiert werden können.

Neben Burghausen wurden im Landkreis Altötting auch die Grundschule Burgkirchen, die Josef-Guggenmos-Schule Altötting, die Max-Fellermeier-Schule Neuötting und die Berufsschule Altötting für das Programm ausgewählt.

Entwicklung der Schülerzahlen
An allen Burghauser Grundschulen sowie an der Franz-Xaver-Gruber-Mittelschule ist der Migrationsanteil der Schülerinnen und Schüler gestiegen. Spitzenreiter ist die Johannes-Hess-Grundschule mit 66 Prozent.

Für einige Schulen werden in den kommenden Jahren sinkende Schülerzahlen prognostiziert. An der Hans-Kammerer-Grundschule könnten es bis zum Schuljahr 2029/2030 rund 75 Schülerinnen und Schüler weniger sein. Aufgrund neuer Baugebiete rechnet Norbert Englisch jedoch nicht mit einem so starken Rückgang. Lediglich an der Mittelschule wird weiterhin ein Anstieg der Schülerzahlen erwartet.

Burghauser Schulen in Zahlen:

Johannes-Hess-Grundschule
360 Schülerinnen und Schüler | 66 Prozent Migrationsanteil | 16 Klassen
Gebundener Ganztag: 160 | Offener Ganztag: 80 | Hort: 37

Hans-Stethaimer-Grundschule
92 Schülerinnen und Schüler | 26 Prozent Migrationsanteil | 5 Klassen
Offener Ganztag: 57 | Hort: 4

Außenstelle Raitenhaslach
42 Schülerinnen und Schüler | 5 Prozent Migrationsanteil | 2 Klassen
Offener Ganztag: 21

Hans-Kammerer-Grundschule
346 Schülerinnen und Schüler | 58 Prozent Migrationsanteil | 15 Klassen
Offener Ganztag: 173 | Hort: 70

Franz-Xaver-Gruber-Mittelschule
417 Schülerinnen und Schüler | 62 Prozent Migrationsanteil | 22 Klassen
Gebundener Ganztag: 175

Fazit des Schulreferenten
Norbert Englisch zieht insgesamt ein positives Fazit:
„Wir haben unsere Hausaufgaben sehr gut gemacht. Die Ausstattung der Burghauser Schulen ist ausgezeichnet.“

Gleichzeitig wurden bereits Gespräche über mögliche Einsparungen geführt, um die hohen Kosten für die Stadt in der aktuell schwierigen Haushaltslage zu reduzieren.

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