Am Mittwoch, 19. November 2025, um 14 Uhr findet im Helmbrechtsaal eine öffentliche Sitzung des Burghauser Stadtrats statt. In dieser Sitzung stellt die „RWE Generation SEA“ ihr geplantes Bauvorhaben zur Errichtung zweier wasserstofffähiger Kraftwerke im Burghauser Wald vor.
Das Unternehmen plant auf dem Grundstück im Holzfelder Forst, nördlich der Terminalstraße, den Bau eines GuD-Kraftwerks mit rund 800 MW elektrischer Leistung sowie eines Peaker-Kraftwerks mit etwa 200 MW elektrischer Leistung. Für das Vorhaben wird eine zusammenhängende Fläche von circa zehn Hektar benötigt. Eigentümerin ist die Wirtschaftsbeteiligungsgesellschaft Burghausen mbH, die die Fläche für die geplante Bebauung zur Verfügung stellt. Die entsprechende Ausgleichsfläche sei ebenfalls bereits gefunden, wie Stadtoberhaupt Florian Schneider den Bauausschuss informierte.
Die Fläche für die beiden Kraftwerke ist im Flächennutzungsplan der Stadt Burghausen bereits als Industriegebiet dargestellt. Der Burghauser Bauausschuss hat das Projekt mehrheitlich begrüßt und angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage als Meilenstein und Priorität Nummer eins bezeichnet.
Nach aktueller Planung wird in der Stadtratssitzung am 19.11.2025 außerdem ein Vertreter von ChemDelta Bavaria anwesend sein, um die neue Studie zum Energiebedarf der regionalen Industrie vorzustellen.
Erster Bürgermeister Florian Schneider unterstreicht die Bedeutung des Vorhabens:
„Die Lage ist ernst. Der Vorstoß von RWE ist ein wichtiges Signal für die ansässige Industrie, dass wir auch in Zukunft die nötige Energie für die Produktion am Industriestandort Burghausen bereitstellen können. Es muss jetzt auch zügig vorangehen. Für mich ist es der Burghauser Beitrag zur Energiewende, die wir dringend für den Standort brauchen.“
Die Stadt Burghausen lädt alle Interessierten zur Teilnahme an der öffentlichen Sitzung ein.
Das Chemiedreieck Burghausen zählt zu den bedeutendsten Industriestandorten Bayerns. Es umfasst mehrere große Produktionsbetriebe der chemischen und petrochemischen Industrie sowie zahlreiche mittelständische Unternehmen und Zulieferbetriebe. In der Region entstehen hochwertige Spezialchemikalien, Kunststoffe, Halbleitermaterialien und Vorprodukte für internationale Märkte. Eine verlässliche Energieversorgung ist für den durchgängig energieintensiven Produktionsverbund von zentraler Bedeutung.
Am Standort Burghausen wird unter anderem von WACKER polykristallines Silicium (Polysilizium) hergestellt – eines der reinsten von Menschen produzierten Materialien überhaupt.


