Im Münchner Werksviertel befindet sich die Zentrale der Wacker Chemie AG, das WACKER House. (Quelle: Wacker Chemie AG)

Im Münchner Werksviertel befindet sich die Zentrale der Wacker Chemie AG, das WACKER House. (Quelle: Wacker Chemie AG)


Vorläufige Zahlen der Wacker Chemie AG: WACKER schließt Jahr 2025 in schwachem Marktumfeld im Rahmen der Erwartungen ab
Umsatz liegt bei rund 5,49 Mrd. €, EBITDA vor Sonderaufwendungen mit rund 530 Mio. € wie erwartet in der unteren Prognosehälfte
Schwache Nachfrage führt zu geringerer Auslastung in allen Geschäftsbereichen; zum Teil niedrigere Absatzmengen und Preise sowie negative Währungseffekte belasten Umsatz und Ergebnis
Projekt PACE in der Umsetzung, um Kosten im Produktionsumfeld und der Verwaltung global signifikant zu senken; Sonderaufwendungen in Höhe von rund 100 Mio. € im 4. Quartal gebucht
Jahresergebnis 2025 mit -800 Mio. € negativ, nach Wertberichtigungen in Höhe von rund 600 Mio. €
Netto-Cashflow aufgrund gezielter Reduzierung des Vorratsvermögens deutlich verbessert
Pressemitteilung der Wacker AG: München, 28.01.2026

Die Wacker Chemie AG hat das Geschäftsjahr 2025 angesichts des schwachen Marktumfelds bei Umsatz und Ergebnis unter den Vorjahreswerten abgeschlossen. Ausschlaggebend waren dabei eine geringere Auslastung in allen Geschäftsbereichen, zum Teil niedrigere Absatzmengen und Preise sowie negative Währungseffekte. Nach vorläufigen Berechnungen betrug der Gesamtumsatz des Unternehmens im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 5,49 Mrd. €. Das sind 4 Prozent weniger als im Jahr 2024 (5,72 Mrd. €). Das berichtete Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich nach vorläufigen Zahlen auf rund 430 Mio. € (2024: 744 Mio. €). Das ist ein Minus von 42 Prozent. Gründe hierfür sind neben den geringeren Absatzmengen und niedrigeren Preisen eine niedrigere Auslastung der Produktionsanlagen. Die Energiekosten in Deutschland, die im internationalen Vergleich weiterhin nicht wettbewerbsfähig sind, haben sich zusätzlich negativ ausgewirkt. Belastet wurde das Ergebnis zudem von einer Rückstellung in Höhe von rund 100 Mio. €, die im Rahmen des laufenden Kostenprojekts PACE gebildet wurde. Vor Sonderaufwendungen lag das EBITDA entsprechend bei rund 530 Mio. € und damit 29 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Umsatz und das EBITDA vor Sonderaufwendungen liegen im Geschäftsjahr 2025 damit im Rahmen der aktuellen Markterwartungen, die sich für den Konzernumsatz von WACKER im Schnitt auf 5,48 Mrd. € und für das EBITDA auf durchschnittlich 558 Mio. € belaufen (Quelle: Vara Research, 22. Januar 2026).

Im Münchner Werksviertel befindet sich die Zentrale der Wacker Chemie AG, das WACKER House. (Quelle: Wacker Chemie AG)
Das vorläufige Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) war aufgrund der oben beschriebenen Effekte im Geschäftsjahr 2025 mit rund -180 Mio. € negativ (2024: 271 Mio. €). Die Abschreibungen betrugen rund 605 Mio. € und lagen damit deutlich über dem Vorjahr (473 Mio. €), darin ist unter anderem eine Sonderabschreibung eines Geschäftswerts enthalten, die auch das Jahresergebnis belastet hat.

Das Jahresergebnis 2025 liegt voraussichtlich bei -800 Mio. € (2024: 261 Mio. €). Zu berücksichtigen sind hier eine Reihe von Wertberichtigungen, die WACKER vorgenommen hat und die sich negativ auf das Jahresergebnis auswirken. In Summe belaufen sich die Berichtigungen, die zum Jahresende 2025 wirksam wurden, voraussichtlich auf rund 600 Mio. €. Davon entfallen 310 Mio. € auf eine Wertminderung der Anteile an der Siltronic AG, deren Börsenkurs dauerhaft unter dem geführten Buchwert lag. 195 Mio. € betreffen aktive latente Steuern in Deutschland, deren Werthaltigkeit nicht mehr gegeben ist. Rund 90 Mio. € ergeben sich aus der Sonderabschreibung eines Geschäftswerts, der im Rahmen der Akquisition des Unternehmens ADL Biopharma entstanden war.

Als Reaktion auf die allgemeine Geschäftsentwicklung hat WACKER ein weltweites Projekt mit dem Ziel gestartet, die Kosten im Produktionsumfeld und in der Verwaltung um jährlich über 300 Millionen Euro zu senken. „2025 ist die chemische Industrie insbesondere in Deutschland und Europa massiv unter Druck geraten“, sagt WACKER Vorstandschef Christian Hartel. „Darauf müssen wir reagieren. Wir konzentrieren uns auf Wachstum, Cash und Kosten. So haben wir im Oktober 2025 mit PACE das größte Kostenprojekt in der Geschichte von WACKER gestartet. Erste Maßnahmen sind mittlerweile in der Umsetzung.“ Gleichzeitig schärfe das Unternehmen sein Geschäftsmodell, führt Hartel weiter aus: „In unseren Chemiebereichen fokussieren wir uns auf Spezialitäten, im Polysilicum-Geschäft auf den Halbleitermarkt und in unserer Life-Science-Sparte Biosolutions auf innovative Biotech-Anwendungen. Damit sind wir für die Zukunft gut aufgestellt, um unsere Kunden bestmöglich zu bedienen und perspektivisch weiter profitabel zu wachsen.“ Zugleich appelliert Hartel an die Politik: „Wir machen unsere Hausaufgaben. Damit die Chemiebranche am Standort Deutschland weiterhin eine Zukunft hat, muss aber auch die Politik handeln und die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Wir brauchen vor allem international wettbewerbsfähige Energiepreise und einen konsequenten Bürokratieabbau.“

Investitionen, Netto-Cashflow und Nettofinanzschulden
Die Investitionen von WACKER im Geschäftsjahr 2025 lagen nach vorläufigen Zahlen bei rund 465 Mio. € (2024: 666 Mio. €). Das sind 30 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Der Netto-Cashflow hat sich im Geschäftsjahr 2025 verbessert und war mit – 5 Mio. € annähernd ausgeglichen (2024: -326 Mio. €). Grund für die Verbesserung war vor allem die deutliche Reduzierung des Vorratsvermögens.

Zum Stichtag 31. Dezember 2025 wies WACKER Nettofinanzschulden in Höhe von rund 885 Mio. € aus (31.Dezember 2024: 691 Mio. €).

Geschäftsbereiche
Der Geschäftsbereich Silicones erzielte nach vorläufigen Berechnungen einen Jahresumsatz von 2,73 Mrd. € und liegt damit 3 Prozent unter dem Wert des Vorjahres (2,81 Mrd. €). Das EBITDA belief sich auf 335 Mio. € und lag mit -2 Prozent nur leicht unter dem Wert des Vorjahrs (2024: 341 Mio. €). Das EBITDA wurde durch negative Mengen-/Mix- und Währungseffekte sowie durch eine geringe Auslastung der Produktionsanlagen belastet.

Der Geschäftsbereich Polymers erwirtschaftete nach vorläufigen Berechnungen einen Umsatz von 1,38 Mrd. € (2024: 1,46 Mrd. €). Das entspricht einem Minus von 6 Prozent. Das EBITDA belief sich voraussichtlich auf 160 Mio. € (2024: 194 Mio. €). Ausschlaggebend für dieses Minus von 18 Prozent waren geringere Volumina, negative Währungseffekte und niedrigere Absatzpreise.

Der Geschäftsbereich Biosolutions erzielte nach vorläufigen Berechnungen einen Umsatz von rund 360 Mio. €, ein Minus von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2024: 375 Mio. €). Das EBITDA lag mit 20 Mio. € um 43 Prozent und damit deutlich unter dem Vorjahreswert (35 Mio. €). Gründe für den Rückgang waren unter anderem ein Rückgang im Projektgeschäft im Bereich der Biopharma-Auftragsfertigung sowie eine geringe Auslastung der Anlagen.

Der Geschäftsbereich Polysilicon schloss das Geschäftsjahr nach vorläufigen Berechnungen mit einem Umsatz in Höhe von 885 Mio. € ab. Das ist ein Minus in Höhe von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (949 Mio. €). Das EBITDA ging voraussichtlich um 50 Prozent auf rund 95 Mio. € zurück (2024: 193 Mio. €). Gründe für den Rückgang waren vor allem niedrigere Absatzmengen für Solarpolysilicium, Währungseffekte sowie eine sehr niedrige Auslastung der Anlagen. Das Geschäft mit höchstreinem Polysilicium für Halbleiteranwendungen hat sich dagegen sehr positiv entwickelt.