Stadt Burghausen bekräftigt Planung für Salzachareal – Sicherheit im Einsatzfall gewährleistet
Stadt stimmt sich erneut wegen der geplanten Straßenbreite der Marktler Straße ab
Burghausen. Mit der Errichtung des Technikums auf dem Salzachareal sowie dem benachbarten Neubau der VR Bank mit Mischnutzung entsteht derzeit das neue Salzachzentrum. Im Zuge dieser umfassenden städtebaulichen Entwicklung werden auch die angrenzenden Verkehrsflächen neu definiert. Veränderte Zufahrten, neue Gefälle und notwendige Anpassungen – etwa im Bereich der Badhöringer Straße, wo ein Höhenunterschied von rund 0,5 Metern auszugleichen ist – machen eine grundlegende Neugestaltung der Straßen unumgänglich.
Der Stadtrat hat in seiner Sitzung im November mehrheitlich eine künftige Fahrbahnbreite der Marktler Straße von 6,80 Metern beschlossen. Dieser Beschluss führte zuletzt zu Verunsicherung in der Bevölkerung sowie zu teilweisen Falschdarstellungen im Rahmen der Bürgerversammlung.
Um die Planungen transparent darzulegen und offene Fragen zu klären, hat die Stadt Burghausen deshalb Vertreter von Feuerwehr, Polizei und BRK Burghausen zu einem persönlichen Austausch eingeladen. An dem konstruktiven Gespräch nahm auch Kreisbrandrat Vincenco Bucci, zugleich Mitglied der Burghauser Feuerwehr, teil. Das BRK Burghausen konnte krankheitsbedingt nicht persönlich teilnehmen.
Zu Beginn erläuterte Erster Bürgermeister Florian Schneider den Anwesenden die Gesamtplanung für das Salzachareal sowie den zeitlichen Ablauf der Entwicklung. Dabei wurde deutlich, dass der Feuerwehr bislang nicht bekannt war, dass auf beiden Straßenseiten jeweils Radwege mit einer Breite von 2,20 Metern vorgesehen sind, die ausdrücklich ohne Bordsteine oder bauliche Abtrennung zur Fahrbahn angelegt werden. Dadurch entstehen durchgehend ebene Übergänge zwischen Fahrbahn und Radwegen. Die Gesamtbreite der Verkehrsfläche beträgt somit 11,20 Meter.
Im Einsatzfall kann der fließende Verkehr barrierefrei auf die Radwege ausweichen, sodass ausreichend Platz für Rettungsfahrzeuge vorhanden ist. Die fehlenden Bordsteine ermöglichen ein jederzeitiges problemloses Überfahren der Radwege, was insbesondere bei Stau- oder Begegnungssituationen von entscheidender Bedeutung ist. Auf dieser Grundlage stimmte die Feuerwehr der geplanten Fahrbahnbreite von 6,80 Metern ausdrücklich zu.
Auch die Polizei Burghausen unterstrich im Gespräch, dass die geplante klare Trennung der Verkehrsarten – zwischen Radfahrern, dem motorisierten Verkehr und Fußgängern – einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit leistet und die Neugestaltung aus verkehrsfachlicher Sicht ausdrücklich zu begrüßen ist.
Darüber hinaus tauschten sich die Beteiligten auch über mögliche Stauentwicklungen im Stadtgebiet aus. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass es insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten – etwa zum Schulbeginn sowie zum Arbeitsende ab circa 16.30 Uhr – regelmäßig zu kurzzeitigen Rückstaus auf der Marktler Straße kommt.

Dank der barrierefrei nutzbaren Radwege stehen jedoch im Einsatzfall jederzeit Ausweichflächen zur Verfügung, sodass auch bei Verkehrsspitzen eine sichere Durchfahrt gewährleistet bleibt. Die geplante Straßenbreite wurde daher von allen Seiten auch unter maximaler Verkehrsbelastung als gut machbar und einsatzgeeignet bewertet.
Erster Bürgermeister Florian Schneider erläuterte zudem die Hintergründe der Verschmälerung der bisherigen Straßenbreite von rund 9,3 Metern auf künftig 6,80 Meter plus beidseitiger Radwege: Ziel sei es, im Zuge der ohnehin notwendigen Umgestaltung mehr Grün in den Stadtraum zu integrieren, den Stadteingang städtebaulich aufzuwerten und einen Beitrag zu einer klimafreundlichen Gestaltung zu leisten.
Stadtbaumeister Manfred Winkler ergänzte, dass die gewählte Straßenbreite auch im Zusammenhang mit der Förderung aus der Städtebauförderung stehe. Diese habe deutlich signalisiert, dass eine erhebliche Verbreiterung der Straße zu einer Reduzierung der Fördermittel führen würde, da nicht verkehrstechnische Maximierung, sondern die Aufenthaltsqualität im Stadtraum gefördert werde.
Abschließend waren sich alle Beteiligten einig, dass die Planung nach den Vorgaben der Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 2006) nicht nur fachlich ordnungsgemäß ist, sondern von Feuerwehr, Polizei und Stadtplanung gleichermaßen mitgetragen wird. Problemstellen für Einsatzfahrzeuge würden eher bei bestehenden Verkehrsinseln oder in Teilen der Robert-Koch-Straße gesehen – im Bereich der Marktler Straße sind jedoch keine Verkehrsinseln vorgesehen.
Bereits vor rund 1,5 Jahren waren Feuerwehr, Polizei und BRK in die Planungen eingebunden und hatten eine gemeinsame abgestimmte Stellungnahme abgegeben. Das nun geführte persönliche Gespräch sorgte für zusätzliche Klarstellung und Sicherheit bei allen Beteiligten.
Auf dem Bild: Polizist Thomas Brodschelm (v.l.), Stadtbaumeister Manfred Winkler, Polizist Ben Bertsche, Erster Bürgermeister Florian Schneider, 1. Kommandant der Feuerwehr Burghausen Florian Hobmeier, Leiter Tiefbauamt Stefan Simon, Kreisbrandrat Vincenzo Bucci und Martin Hinterwinkler als Leiter des Ordnungsamtes.
Fotocredit: Stadt Burghausen / köx


