Natürliches Werden und Vergehen: Die markante Esche am „Schwammerl“ Aussichtspunkt stirbt ab und muss deswegen durch eine Neupflanzung ersetzt werden  Fotocredit: Burghauser Touristik

Natürliches Werden und Vergehen: Die markante Esche am „Schwammerl“-Aussichtspunkt stirbt ab und muss deswegen durch eine Neupflanzung ersetzt werden. Fotocredit: Burghauser Touristik


Markanter Baum am Aussichtspunkt Schwammerl ist durch zwei Pilzerkrankungen schwer geschädigt – Ersatzpflanzung mit Burgen-Ahorn geplant

Burghausen, 10.09.2026. Die markante Esche an der Weggabelung beim Aussichtspunkt “Schwammerl” oberhalb des Wöhrsees muss gefällt werden. Der als „Burghauser Esche“ bekannte Baum ist mittlerweile so stark geschädigt, dass seine Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Nach Einschätzung eines Baum-Sachverständigen befindet sich die Esche bereits im letzten Stadium ihres Niedergangs. Eine Fällung ist deshalb aus Sicherheitsgründen unumgänglich und soll planmäßig in den letzten beiden September-Wochen erfolgen.

Die Burghauser Esche ist gleich durch zwei unterschiedliche Pilzerkrankungen schwer geschädigt. Zum einen ist sie vom sogenannten Eschentriebsterben betroffen. Die durch einen Pilz verursachte Erkrankung hat sich im gesamten mitteleuropäischen Raum ausgebreitet und führt bei vielen Eschen zu erheblichen Schäden bis hin zum Absterben. Der Landkreis Altötting ist davon besonders betroffen. Bereits im Jahr 2008 wurde die Erkrankung im Auwald bei Haiming in der Region erstmals offiziell für Bayern nachgewiesen. Mittlerweile ist nahezu der gesamte Eschenbestand im Landkreis betroffen.

Zusätzlicher Pilzbefall schwächt den Baum
Bei der Burghauser Esche kommt erschwerend ein weiterer Pilz hinzu: der Schwefelporling. Dieser verursacht Braunfäule und hat Stamm und Stock des Baumes bereits stark geschädigt. Die Esche leidet seit Jahren unter diesem fortschreitenden Befall und ist damit durch zwei unterschiedliche Pilzerkrankungen gleichzeitig belastet. Nach Einschätzung des Baum-Sachverständigen Bernd Bellemann lässt sich der Niedergang des Baumes nicht mehr aufhalten. Da sich die Esche unmittelbar an einer Weggabelung in einem stark frequentierten Bereich befindet, kann die Stadt die notwendige Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleisten. Um eine Gefährdung von Spaziergängern und anderen Besuchern auszuschließen, ist eine zeitnahe Entnahme erforderlich.

Artenschutz wird berücksichtigt
Die Fällung erfolgt unter Beachtung der geltenden artenschutzrechtlichen Vorgaben und in fachlicher Abstimmung mit Dr. Dorothea Friemel, ehemalige Fachreferentin in der unteren Naturschutzbehörde, die weiterhin als Beraterin in Artenschutzbelangen tätig ist. Vor und während der Arbeiten wird entsprechend darauf geachtet, dass die notwendigen Anforderungen des Artenschutzes eingehalten werden.

„Uns ist bewusst, dass mit der Burghauser Esche ein besonders bekannter und vertrauter Baum aus dem Stadtbild verschwindet“, bedauert Umweltamt-Mitarbeiterin und Projektkoordinatorin Ines Huber. Umso wichtiger sei es, an dieser Stelle wieder einen charakteristischen Baum zu etablieren. Als Ersatz ist die Pflanzung eines Burgen-Ahorns (Acer monspessulanum) vorgesehen. Dieser Baum wurde früher sehr häufig in Burghöfen gepflanzt.

Totholz schafft neuen Lebensraum
“Wir bitten um Verständnis für die notwendige Maßnahme. Die Entscheidung zur Fällung erfolgt ausschließlich aufgrund des fortgeschrittenen Gesundheitszustandes des Baumes und der daraus resultierenden Sicherheitsgefährdung“, betont Ines Huber. Spurlos verschwinden wird der Baum ohnehin nicht: Der gefällte Torso der Esche bietet auch als Totholz einen sehr hohen Wert für die Natur, insbesondere Fauna als Unterschlupf und Lebensraum. Aus diesem Grund wird er an einer geeigneten Stelle auf einer Ausgleichsfläche der Natur ´zurückgegeben´.

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