LOOK INTO THE FUTURE 2026

LOOK INTO THE FUTURE 2026


KLANGRÄUME DER ZUKUNFT – BURGHAUSEN ALS LABOR DER GEGENWART

Burghausen, Vom 22. bis 24. Mai 2026 wird das LOOK INTO THE FUTURE Festival in Burghausen zu einem künstlerischen Denkraum, in dem sich Gegenwart und Zukunft auf besondere Weise durchdringen. In einer Zeit, in der die Gegenwart zunehmend im Schatten ihrer eigenen Beschleunigung steht, wagt das Festival den Gegenentwurf: ein Innehalten, das zugleich ein Vorwärtsschauen ist. Seit seiner Gründung hat sich das Festival als Ort etabliert, an dem Musik nicht lediglich erklingt, sondern als Medium der Reflexion erfahrbar wird.
Kuratiert von den Musikerbrüdern Cornelius Claudio Kreusch und Johannes Tonio Kreusch, entfaltet das Festival eine Ästhetik der Grenzüberschreitung. Hier begegnen sich Jazz, zeitgenössische Musik, Film und Bildende Kunst nicht als additive Programmpunkte, sondern als ineinander verwobene Ausdrucksformen eines erweiterten Kunstbegriffs – konkret erfahrbar in einer Dramaturgie, die sich über mehrere Tage hinweg als bewusst komponierter Spannungsbogen entfaltet.

So setzt bereits die Eröffnung im Ankersaal mit der Tanzperformance „NEON“ einen markanten Akzent: Bewegung, Licht und Raum verschränken sich zu einer körperlich erfahrbaren Bildsprache, die das Festival programmatisch eröffnet. Im Anschluss öffnet das Konzert „NEXUS“ des Perkussionisten Mohammad Reza Mortazavi einen Klangraum von großer Intensität, in dem rhythmische Strukturen zwischen Trance und Meditation oszillieren.
Die Spielorte selbst – vom Ankersaal über die Studienkirche St. Josef bis hin zum Kloster Raitenhaslach – sind dabei mehr als bloße Kulissen. Sie fungieren als Resonanzräume, in denen sich Vergangenheit und Zukunft überlagern und neue Wahrnehmungsräume entstehen. Das Festival begreift Raum als Mitspieler: als akustisches, historisches und atmosphärisches Gefüge, das künstlerische Prozesse nicht nur beherbergt, sondern mitprägt.
Eine besondere Rolle kommt den Tanzperformances zu, die von einer eigens entwickelten Klanginstallation begleitet werden und den Raum selbst zum akustischen Akteur erweitern. Für deren musikalische Gestaltung konnte mit Fred Frith einer der prägenden Protagonisten der New Yorker Avantgarde der 1980er- und 1990er-Jahre gewonnen werden. Gemeinsam mit den Kreusch-Brüdern hat der frühere Artist in Residence (2024) den Soundtrack zur diesjährigen Installation eingespielt: ein vielschichtiges Klanggewebe, das sich wie ein unsichtbares Band durch die performativen Formate zieht.

Im weiteren Verlauf verdichtet sich das Programm zu einem vielschichtigen Panorama: In der Studienkirche entfaltet die Performance „PINK“ eine subtile Verbindung von Klang und Bewegung, während das Figurentheater „Überall & Unterall“ bewusst auch ein jüngeres Publikum einbezieht und das Festival als generationenübergreifenden Erfahrungsraum öffnet. Mit der Aufführung des Stummfilms „Wunder der Schöpfung“, live begleitet von PC Nackt,
Kulturbüro Stadt Burghausen – In den Grüben 168 – 84489 Burghausen
PRESSEMITTEILUNG Nr. 19 /KB / 2026
verschränken sich historische Bildwelten mit zeitgenössischer Musikpraxis in einer ästhetischen Überblendung.
Einen konzentrierten Gegenpol setzt das Solo-Programm „Entendre“ des Schweizer Pianisten Nik Bärtsch, dessen reduzierte Klangsprache zwischen Struktur und Improvisation oszilliert und die Wahrnehmung auf das Wesentliche lenkt.
Im Zentrum bleibt dabei ein programmatischer Anspruch: die Öffnung der Kunst hin zu aktuellen Diskursen. So werden Fragen nach der Rolle von Künstlicher Intelligenz, nach dem Verhältnis von Mensch und Maschine oder nach den Grenzen künstlerischer Autorschaft nicht theoretisch verhandelt, sondern performativ und diskursiv erfahrbar gemacht – insbesondere in den abschließenden Gesprächen und Vorträgen im Kloster Raitenhaslach.
Gleichzeitig bleibt das Festival dem sinnlichen Moment verpflichtet. Ob in der tranceartigen Rhythmik, in der körperlichen Präsenz von Tanz oder in der poetischen Offenheit figurativen Theaters – stets geht es um die unmittelbare Erfahrung von Kunst als lebendige Praxis. Dabei entsteht ein Spannungsfeld zwischen Struktur und Improvisation, zwischen Konzept und Intuition, das die künstlerische Handschrift des Festivals prägt.
LOOK INTO THE FUTURE versteht sich somit weniger als Veranstaltung denn als Prozess: als Einladung zum Dialog, als Plattform für künstlerische Experimente und als Ort der Begegnung. In Burghausen entsteht für wenige Tage ein Labor der Gegenwart, in dem sich die Möglichkeiten zukünftiger Kunstformen erahnen lassen – nicht als Prognose, sondern als offener Horizont.

1. TAG – FREITAG, 22. MAI 2026

DARIO WILMINGTON & MOHAMMAD REZA MORTAZAVI → DOUBLE FEATURE

19:30 UHR, ANKERSAAL
DARIO WILMINGTON TANZPERFORMANCE „NEON“
KLANGINSTALLATION
FRED FRITH MEETS KREUSCH BROS

Fred Frith, einer der renommiertesten Protagonisten der New Yorker
Avantgarde-Szene der 1980ger und 1990ger Jahre und Artist in
Residence des LOOK INTO THE FUTURE 6 Festival 2024 hat mit den
beiden international bekannten Kreusch-Brüdern den Soundtrack zur
diesjährigen Klanginstallation eingespielt. Der junge Tänzer und Choreograph
Dario Wilmington wird die Musik in Bewegung setzen.

21 UHR, ANKERSAAL
NEXUS – POLYPHONIC SOLO PERCUSSION MOHAMMAD
REZA MORTAZAVI PERSISCHE TOMBAK & DAF–PERKUSSION
WORLD MUSIC DRUM

Mohammad Reza Mortazavi ist ein Künstler, der nach absoluter Freiheit
und der Überschreitung von Grenzen strebt. Er zaubert aus den traditionellen
persischen Handtrommeln Tombak und Daf, mit seinen ganz eigenen
Techniken, ein virtuoses Geflecht aus tanzbaren Rhythmen, schnellen
Beats und tranceartigen Strukturen: Melodien und Polyphonien verweben
sich mit geradezu endlosen Rhythmusvariationen zu hypnotisierenden
Klangwelten.

2. TAG – SAMSTAG, 23. MAI 2026

11 Uhr Studienkirche St. Josef
Tanz-Performance mit Dario Wilmington zur Klanginstallation „PINK“

Im Rahmen der Ausstellung „HANS WIMMER – Volumen ist alles“ in der Studienkirche findet mit PINK die Tanz-Performance von Dario Wilmington zur Klanginstallation mit Musik von Fred Frith, Cornelius Claudio Kreusch und Johannes Tonio Kreusch ihre Fortsetzung. Cornelius Claudio Kreusch. Dario Wilmington war Solo-Tänzer an den Stadttheatern in Pforzheim und Kassel bevor er den Weg als selbständiger Tänzer, Choreograph und Komponist eingeschlagen hat. Seine Produktionen werden u.a. am Nationaltheater Mannheim, dem Tanzlabor Ulm, im Tanzhaus Temporär Kassel und bei dem Rotterdam International Choreographic Competition gezeigt.
Im Anschluss: Künstlergespräch.

14 Uhr Ankersaal
Figurentheater
„überALL & unterALL“
WILDE & VOGEL
Welterkundung mit sieben Rätseln für alle ab 6.
Bühne, Figuren, Spiel: Michael Vogel
Live-Musik: Philipp Scholz & Charlotte Wilde
Ein Theaterspiel, eine Rätselreise, eine Spurensuche!
Das Leipziger Figurentheater Wilde & Vogel macht sich auf Welterkundungs-Reise.
Wohin geht‘s? In die Zukunft! Die ist wo? Vor unserer Nase! Wir zählen auf euch, Menschen! Los geht’s!

17 Uhr Ankersaal
STUMMFILM MIT LIVE-MUSIK
WUNDER DER SCHÖPFUNG (1925), Stummfilm von Hanns Walter Kornblum,
Johannes Meyer & Rudolf Biebrach.
Komposition & Live Musik (UA): PC NACKT

Der Dokumentarfilm (1925) zeigt durch damals neuartige Spezialeffekte und Animationen sowie Darstellungen von hypothetischen Reisen zu den Sternen, wie vor hundert Jahren das Sonnensystem, seine Herkunft und die Gravitation gesehen wurden.
PC Nackt, mehrfach GrammynominierterPostgenre-Komponist, Performancekünstler ,Multiinstrumentalist aus Berlin, aufgewachsen in Burghausen, spielt live zum Film seinen für LOOK INTO THE FUTURE konzipierten Soundtrack.

20 UHR, STADTSAAL

NIK BÄRTSCH ENTENDRE – SOLO PIANO
Der schweizer Pianist und Komponist Nick Bärtsch, gefeierte Grenzgänger zwischen Neuer Musik und Jazz, bietet mit „Entendre“ einen tieferen Einblick in sein musikalisches Denken. „Entendre“ – Hören ist für Nick Bärtsch ein dynamischer Prozess, der durch seine polymetrischen, modularen Kompositionen und Improvisationen angeregt wird.
Im Anschluss: Künstlergespräch

3. TAG – SONNTAG, 24. MAI 2026

14 Uhr Kloster Raitenhaslach Roter Salon

Get Together mit Vortrag & Empfang
MENSCHLICHE INTELLIGENZ VS. KÜNSTLICHE INTELLIGENZ IN DER MUSIK
Vortrag mit Rolf Basten
(Philosoph, Cembalist & Komponist)

Das Verhältnis zwischen natürlich, künstlich und künstlerisch hat viele Philosophen immer wieder beschäftigt, nicht erst in Zeiten von KI. Spätestens seit der Industrialisierung hatte sich der Mensch daran gewöhnen müssen, als höchstes Wesen an Schnelligkeit, Kraft und Präzision von Maschinen übertroffen zu werden. Einerseits entlasteten ihn diese in der Produktion, andererseits ersetzten sie ihn aber auch. Diese Ambivalenz beeinflusst – mittlerweile ein Teil unserer Kultur – auch unseren Umgang mit künstlicher Intelligenz im Spannungsfeld zwischen Größenwahn und Horror. Für den künstlerischen Bereich zählen neben Intelligenz aber vor allem sinnliche Erfahrungen, Seele, Geist und Empfindungen. Vor diesem Hintergrund geht der Vortrag anhand vieler Musikbeispiele diverser Epochen und Genres der Frage nach, ob KI Chance oder Gefahr bedeutet.

17 UHR, AULA MAIOR KLOSTER RAITENHASLACH
ANDREAS KOLINSKI
FEAT. MONOKOMPATIBEL WHITEPAPER PROMPT – WENN KI INTELLIGENT
WIRD – WAS BLEIBT DEM MENSCHEN?
Was passiert, wenn künstliche Intelligenz beginnt, kreativ zu werden – Musik zu
komponieren, Bilder zu malen oder Texte zu schreiben?
Welche Rolle bleibt dem Menschen im künstlerischen Prozess, wenn Maschinen
ästhetische Entscheidungen treffen und Emotionen simulieren können?
Prof. Andreas Kolinski und Michael Wirtz (monokompatibel) erforschen
in einer performativen Konzert-Lecture,

Praktische Hinweise: Karten zum Theater gibt es im Bürgerhaus Burghausen (Tel. 08677 97400) und der Burghauser Touristik (Tel.08677 887140) sowie online unter burghausen.reservix.de, Restkarten an der Abendkasse (dort ist keine Kartenzahlung möglich). Schüler, Azubis und Studenten bekommen 10 Minuten vor Konzertbeginn freie Restkarten an der Abendkasse.

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