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Studium in Burghausen: Start im nächsten Jahr

Burghausen wird Standort der neuen Fachhochschule mit technischer Ausrichtung in der Region südöstliches Oberbayern. Über diese Nachricht freute sich in der jüngsten Sitzung nicht nur der Bezirksvorsitzende Inn-Salzach des Wirtschaftsbeirats, Dr. Will Kleine, ehemals Werkleiter der Wacker Chemie in Burghausen (rechts), sondern auch Burghausens Bürgermeister Hans Steindl. Steindl umriß in der Sitzung zugleich eine Strategie, die in der Perspektive auch Interessenten aus den benachbarten bayerischen Landkreisen, aber auch österreichischen Bezirken, zumal im Innviertel, anspricht und sogar Optionen für Studierende aus anderen europäischen Ländern aufzeigt.

Erste Konturen für das kommende Angebot an Studierende und Wirtschaft aus der Region

Die Weichen sind gestellt, die Entscheidung ist gefallen. Burghausen wird mit größter Wahrscheinlichkeit Standort der neuen Fachhochschule in der Region Südöstliches Oberbayern. Geplanter Studienstart ist zum Wintersemester 2016/17 mit einer angepeilten Zahl von gut 300 Studierenden in vier Fachrichtungen.

Details und Pläne zu den Studiengängen, aber auch zur weiteren Entwicklung der Fachhochschule, zu der der bayerische Ministerrat bereits im vergangenen Jahr grünes Licht gegeben hatte, präsentierte jetzt Prof. Heinrich Köster, Präsident der Hochschule Rosenheim in der Sitzung des Wirtschaftsbeirats Bayern im Casino der Wacker Chemie. Bis Ende dieses Jahres soll außerdem ein eigener Internetauftritt für die neue Hochschule stehen, um alle aktuellen Entwicklungen und Informationen für angehende Studenten abrufbereit zu halten.

Wie bereits in Teilausgaben berichtet, teilt sich das Studienangebot ab dem Start in vier Fachrichtungen mit den Arbeitstiteln: Chemieingenieurwesen, Mechatronik/Anlagentechnik, Wirtschaftsingenieurwesen/ Projekt-Engineering/Prozesstechnik und Technische Betriebswirtschaftslehre.

Zum Start sind im Bereich Chemieingenieurwesen zwei Studiengänge mit je 30 Anfängern je Jahr geplant; im Bereich Mechatronik/Anlagentechnik ein Studiengang mit ca 30 Studienanfängern; im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen ein Studiengang mit ca 40 Anfängern je Jahr und im Bereich Technische Betriebswirtschaftslehre ebenfalls zwei Studiengänge mit je 40 Anfängern. Mittelfristig sollte die neue Fachhochschule auf gut 500 Studierende anwachsen.

Wie schnell eine erfolgreiche Hochschule wachsen kann, das illustrierte Prof. Köster am Beispiel Rosenheim, wo zu Beginn der 70er Jahre ebenfalls nur rund 500 Studierende gezählt wurden, mittlerweile aber knapp 6000 junge Menschen eine Qualifikation erwerben, die sie für weltweite Karrieren vorbereitet und das auch in auf den ersten Blick unerwarteten Bereichen. So seien die Absolventen der Fachrichtung Innenausbau zum Beispiel gesuchte Fachleute in der Innenraumgestaltung in der Flugzeugindustrie und für die Berufsaussichten von Kunststofffachleuten gebe es wesentlich mehr Stellenangebote, als die Hochschule derzeit Absolventen hervorbringt.

Prof. Köster überzeugte als Referent im Wirtschaftsbeirat nicht nur durch die Entwicklung der Hochschule Rosenheim, sondern auch durch seine eigene Biografie und seine Arbeits-Schwerpunkte: Fabrikplanung, Holzindustrielle Fertigungstechnik, Unternehmensplanung, Beurteilung und Bewertung von Unternehmen, Kosten- und Leistungsrechnung.

In der Konzeption der neuen Fachhochschule in der Region ist allerdings nicht allein die Hochschule Rosenheim verantwortlich. Im Arbeitskreis ist auch die regionale Industrie, zum Beispiel mit Dr. Dieter Gilles, Werkleiter der Wacker Chemie in Burghausen, oder Dr. Bernhard Langhammer, Geschäftsleiter der InfraServ Gendorf am Industriestandort Burgkirchen vertreten.

In der Organisation soll das Studium dem klassischen Vorbild der Fachhochschulen mit konventioneller Semestereinteilung und Praktikumssemester folgen. In den Vorüberlegungen spielte auch das Modell der Berufsakademien Baden-Württembergs eine Rolle, die ein wirtschaftsnahes Studium im Wechsel von drei Monaten Studium und drei Monaten Arbeit in einem Unternehmen anbieten. Gute Erfahrungen bilanzierte jedoch Prof. Köster mit einem Dualen Studium in der bayerischen Variante, das es seit einigen Jahren an der Hochschule Rosenheim in Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Region, wie zum Beispiel Heidenhain oder BSH aus Traunreut gibt. Dieses Duale Studium bedeutet Präsenz an der Hochschule während der Semester-Lehrveranstaltungen und Arbeit im Unternehmen in der vorlesungsfreien Zeit.

Der zunächst angestrebte Studien-Abschluss in Burghausen ist der Bachelor, wobei vor allem im Bereich Chemieingenieurwesen auf das Qualifikationsniveau des klassischen Fachhochschulingenieurs Wert gelegt werde, betonte Köster. Als weitere Qualifikation in nächsten Entwicklungsschritten sind Master-Studiengänge im Verbund mit der TU München im Visier.

Keine Konkurrenz, sondern eine ideale Ergänzung für die Struktur der Region sieht Prof. Köster zum bereits gestarteten Studienangebot in Mühldorf. Dort laufen bereits Studiengänge in Maschinenbau für Berufstätige und Auszubildende, um ebenfalls wohnortnah den Abschluss eines Bachelors zu erreichen. Die Erweiterung des Studienangebotes in Mühldorf um Betriebswirtschaft ist bereits auf den Weg gebracht; weitere Studiengänge in Pädagogik und in Krankenpflege sind in Vorbereitung.

Burghausens Bürgermeister Hans Steindl sieht in der neuen Hochschule nicht nur ein angemessenes Struktur-Element für die Stadt Burghausen, sondern für die ganze Wirtschafts- und Kulturregion bis ins Berchtesgadener Land im Süden, Rottal- Inn im Norden, aber auch bis nach Schärding in Oberösterreich, um jungen Menschen, aber auch den Unternehmen in der Region akademische Perspektiven zu bieten. In Ergänzung zum Engagement der TU München, als einer der führenden Technischen Universitäten weltweit und dem in Kürze fertig gestellten Studienzentrum der TUM in Raitenhaslach bei Burghausen, werde der Studienort Burghausen auch europaweit schnell an Profil gewinnen, sagt Burghausens Bürgermeister Hans Steindl.

Prof. Heinrich Köster, Präsident der Hochschule Rosenheim, präsentierte in der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsbeirats in Burghausen die ersten Konturen der neuen Fachhochschule.

Quelle: Burghauser Anzeiger vom 09.05.2015 von ede − Fotos: ede

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