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Was gibt es Neues in Burghausen?

Zirkusluft für Zauberer und Jongleure

Im Camp des Freizeitheims üben 130 Kinder eifrig für die Zirkusmanege – Aufführungen am Samstag
Körperbeherrschung und Konzentration werden lange geübt.

Körperbeherrschung und Konzentration werden lange geübt.

Ferienzeit ist Zirkuszeit. Das gilt in Burghausen vor allem für den Lindacher Waldpark. Nicht nur, dass dort alsbald der "Circus Carelli" seine Zelte aufschlägt, auch das Zirkuscamp findet dort im Rahmen des Ferienprogramms in dieser Woche statt. Die Burghauser Schüler haben eine ganze Woche lang die einzigartige Gelegenheit, einmal in die Rolle eines Feuerschluckers, eines Artisten, Jongleurs, Zauberers oder Clowns zu schlüpfen. Reges Treiben herrscht bereits vormittags auf der großen Wiese bei der Berghamer Straße. Bemerkenswert viele Zelte wurden für das Camp aufgebaut. "Manche Eltern legen sogar ihren Urlaub so, damit ihr Kind auf jeden Fall mit dabei sein kann", verrät Sabine Beck, die Hauptorganisatorin des "Ferienlagers der besonderen Art". Innerhalb von drei Wochen war das Zirkuscamp ausgebucht.

Neben den beiden hauptamtlichen "Oberdompteuren" Hannes Schwankner vom Burghauser Jugendbüro und Sabine Beck vom Jugendfreizeitheim helfen auch 22 Jugendliche im Alter von 14 bis 22 Jahren mit, die "Rasselbande" – bestehend aus insgesamt 130 teilnehmenden Kindern – zu bändigen. Für die Mittagsverköstigung sorgt das Tageszentrum der Diakonie. Auch Gabi Reuchlein und Karin Terhörst, die "guten Seelen" im Camp, helfen überall da mit, wo sie gebraucht werden – vor allem aber als "Zauberköchinnen" in der Küche.

Und natürlich – der Hunger ist bei den Kindern recht groß. Immerhin ist bei fast allen Stationen reichlich Bewegung gefordert. Vom Poi-Schwingen, über Trampolinspringen, Akrobatik, Jonglage oder auch Feuer speien und schlucken konnten sie am ersten Tag alles Mögliche ausprobieren. Später dann musste sich jedes Kind festlegen, was ihm am meisten zusagt. Seitdem heißt es: Trainieren, trainieren, trainieren. Immerhin wollen sie ja den Eltern und allen anderen Gästen bei den Aufführungen am Samstag zeigen, welches Talent in ihnen steckt.

Sabine Beck ist sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. "Wir haben alle eine Menge Spaß – wenngleich es natürlich auch viel Stress für alle Helfer bedeutet." Zuvor mussten in Zusammenarbeit mit dem Bauhof Zelte und Toiletten aufgebaut werden. "Das Wetter hat anfangs auch noch nicht so recht mitgespielt", sagt sie. Doch davon ließ sich die umtriebige Jugendarbeiterin nicht abbringen. Schon die ganze Woche campiert sie zusammen mit ihren Helfern auf dem Gelände, um Zelte und Zubehör zu überwachen. "Abends ergibt sich dann immer ein spontanes Kulturprogramm um das Lagerfeuer", sagt sie.

"Es ist nicht nur ein toller Spaß für die Kinder – viele lernen dabei natürlich auch neue Freunde kennen – sondern ebenso ein super Kompetenztraining für die Betreuer", so Sabine Beck. Häufig haben diese schon einschlägige Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern gesammelt. Manche haben bereits die Jugendleitercard erworben, für andere ist das Zirkuscamp ein wesentlicher Bestandteil ihres Jugendleiterlehrgangs.

Spätabends gibt es dann positive wie auch negative Rückmeldungen. "Natürlich reden wir darüber, ob es mit den Kindern Probleme gegeben hat und wie man diese am besten lösen kann", sagt Beck. Dabei seien häufig die Kinder untereinander selbst die besten Problemlöser. Im Zirkuscamp werden deshalb auch Kinder mit Behinderung voll mitintegriert. "Sie sollen die Scheu vor Behinderungen verlieren. Andererseits soll es von uns auch ein Zeichen an alle Eltern sein, die sich nicht so recht trauen, ihr behindertes Kind bei uns teilnehmen zu lassen. Das Miteinander soll normal werden in unserer Gesellschaft."

Weil das Camp von der Stadt und einigen Firmen bezuschusst wird, muss für die Woche eine relativ geringe Teilnahmegebühr von 65 Euro entrichtet werden. "Darin ist alles enthalten", so Beck. Finanzschwächere Familien oder Flüchtlinge bekommen zudem weitere Unterstützungen seitens der Stadt, so dass auch jeder, der Lust hat, teilnehmen könne.

Karten für die Aufführungen am Samstag um 13 und um 15.30 Uhr werden täglich von 9 bis 10 Uhr und 16 bis 17 Uhr am Infopunkt des Camps verkauft.

Jam Session im Zirkuszelt
Heute wird das Zirkuszelt kurzerhand zur Bühne umfunktioniert. Von 20 bis 24 Uhr findet darin die Jam-Session des Freizeitheims statt. Musiker können sich zum gemeinsamen und spontanen Spielen treffen. Gesangsverstärker-Anlage, Verstärker für Gitarre und Bass, Drums und Keyboards sind vorhanden. Interessierte jeden Alters brauchen lediglich ihre Instrumente mitbringen. Rainer Baumgartner moderiert. Es können natürlich auch Anfänger mitmachen, Grundkenntnisse am Instrument werden aber vorausgesetzt. Das Miteinander und der Austausch stehen im Vordergrund. Der Eintritt ist frei.

Quelle: Burghauser Anzeiger vom 19.08.2015 - Felix Drexler/Foto: Drexler

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