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Was gibt es Neues in Burghausen?

Rückblick auf Landesturnfest: Meister der Gastfreundlichkeit

Die Veranstaltung hat alle freiwilligen Helfer und Organisatoren begeistert – 400 Gäste hatte die Stadt zur Dankfeier eingeladen

"Bei uns war es schon beim Frühstück meist sehr lustig, obwohl alle Sportler schon sehr früh raus mussten", erinnert sich Tina Hacker. Sie war eine von 950 freiwilligen Helfern des 41. Landesturnfestes in Burghausen und gehört den Fußballerinnen des TV 1868 an. Was bleibt, sind überwiegend positive Erinnerungen an diese viertägige Mammutveranstaltung, die vom 3. bis 7. Juni über die Bühne ging. Am Mittwoch feierten rund 400 Helfer beim Dankeschönfest der Stadt in der Messehalle.

"Ganz ehrlich, ich muss sagen, dass wir diese Veranstaltung unterschätzt haben", verriet Bürgermeister Hans Steindl. Am Anfang stand eine Pressekonferenz vor zwei Jahren. Dann kam die Arbeit im Organisationskomitee. Die Dimensionen des Festes mit rund 7000 Teilnehmern, darunter mehr als 3500 Übernachtungsgästen, unterschätzten wohl alle. Auch die Meldungen der freiwilligen Helfer verliefen eher schleppend. Weder die dringend gesuchten freiwilligen Helfer noch die teilweise sehr interessierten Bürger des Landkreises wussten, was das Turnfest denn nun wirklich sein sollte.

"Das, was wir hier erlebten, war letztendlich die Olympiade der Turner. Für mich war es beeindruckend zu sehen, was unsere freiwilligen Helfer auf die Füße gestellt haben", lobte Steindl. Bis zum bildhaft gesprochen letzten Atemzug warb Koordinator Norbert Stranzinger für die freiwilligen Helfer. Leicht war es nicht. "Was dann herausgekommen ist, bleibt bei allen für immer in Erinnerung. 950 Helfer waren mit dabei. Das war die größte Gemeinschaftsleistung, die es in Burghausen jemals so gegeben hatte", frohlockte der Riese vom TV 1868 und 3. Bürgermeister. Steindl lobte darüber hinaus die Kooperationsbereitschaft der Nachbarn: "Mehring, Altötting auch unsere Freunde aus Hochburg-Ach halfen uns. Dafür können wir nur danke sagen. Wenn ihr einmal unsere Hilfe braucht, dann sagt es."

Im Zentrum des Geschehens standen an diesem Abend die Helfer. Isolde Stockner vom TV 1868 brachte es wunderbar auf den Punkt: "Alle haben total schnell zusammengefunden und wurden schnell zu einer großen Gemeinschaft. Wir haben gespürt, dass es allen in Burghausen gefallen hat. Wir bekamen großes Lob für die tolle Organisation und die Freundlichkeit aller." Besonders beeindruckend erschien allen die Qualität und der reibungslose Ablauf des Frühstücks, und das bei den riesigen Mengen, die täglich geliefert wurden. Dafür war eine eigene Logistik nötig, da der Bäcker ums Eck nicht einfach mal einige tausend Semmeln backen kann.

Wie diszipliniert und trotzdem locker die jungen Sportler waren, berichteten alle, die die Übernachtungsquartiere betreuten. Letztendlich fügte sich alles wunderbar zusammen. Die Sportler waren alle freundlich und genossen die herrlichen, heißen Sonnentage in Burghausen und dem gesamten Landkreis. Es kam zu vielen amüsanten Seitenblicken. "So waren unsere U19-Fußballer bei der Rhythmischen Sportgymnastik eingeteilt. Sie staunten über die große Professionalität", berichtete Heiko Hiller, der seitens des SV Wacker Burghausen verantwortlich zeichnete. Wie die Heimatzeitung in investigativer Recherche von anderer Seite erfuhr, wurden die Kicker sogar als DJs für die Kür eingesetzt. Leider rutschte einmal das falsche Lied durch, was zu Irritationen führte, die wiederum zu vielem Schmunzeln Anlass gab.

"Wir hatten alles schon ganz gut im Griff. Das Einzige, was nicht so funktionierte, war der Shuttlebusbetrieb", erzählte Hans Steindl. Viele seien mit dem Busplan nicht zurechtgekommen. Das eine oder andere Mal wurde es schwierig, die Meisterschaftsveranstaltungen zu erreichen. Auch hierzu gab es eine amüsante Begebenheit. Als ein Sportler aus dem Zug am Burghausen Hauptbahnhof ausstieg, habe er gemäß Insiderinformationen gefragt, wo denn die U-Bahn sei. Einige Betreuer berichteten während des Festes, dass sich die Sportjugend darüber ärgerte, dass sie auf die Busse relativ lange warten musste, worauf der Betreuer antwortete: "In Berlin fährst du schon einmal ewig, bis du überhaupt wo hinkommst." Was auch unterschätzt wurde, war der Hunger der freiwilligen Helfer beim Abschlussfest. Metzger Wenzel Breu musste nochmals anrücken, weil Leberkäse, Wurstsalat, Schnitzel und Co. nicht ausreichten. Hier kam doch einigen eine breites Grinsen über Lippen.

Das, was vom 41. Bayerischen Landesturnfest hängenbleibt, ist aber das unheimlich positive Bild, das Burghausen und seine Nachbarn allen Teilnehmern vermittelten. Vor allem die Bürger nahmen diese Tage unheimlich gut an und nutzten die Chance, Sportarten live zu erleben, die sie sonst nie zu Gesicht bekamen. Die Freundlichkeit aller Helfer, aber die auch die Freundlichkeit der jungen Sportler bleiben in Erinnerung.

Die schönen Eindrücke gab ein Film, der vom Jugendbüro in Szene gesetzt und beim Helferfest gezeigt wurde, sehr gut wieder. Alle schauten begeistert auf den schön gemachten Streifen.

"Jetzt hatten wir die Landesgartenschau, die Landesausstellung, das DSJ-Jugendevent und das Landesturnfest", jubilierte Hans Steindl und fügt scherzhaft an: "Jetzt fehlt uns nur noch die Olympiade".

Quelle: Burghauser Anzeiger vom 31.07.2015− uli/Foto: Kaiser

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