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Was gibt es Neues in Burghausen?

Roboter als Helfer in der Pflege - Digitale Welten im Tourismus

Der renommierte Professor Gerd Hirzinger zeigte in einer Veranstaltung im Roten Salon digitale Zukunftsvisonen für die Bevölkerung und städtische Einrichtungen auf.

Professor Gerd Hirzinger

Burghausen-Neustadt 3D-Modell

Klosterkirche Raitenhaslach 3D-Modell

Veranstaltungen im Roten Salon im ehemaligen Kloster Raitenhaslach sind inzwischen eine feste Größe im Burghauser Terminkalender. Aus erster Hand kann hier der Zuhörerkreis, der zu jeder Veranstaltung alternierend eingeladen wird, zu aktuellen, wissenschaftlich oder gesellschaftlich aktuellen Fragen Wissen und Einschätzungen aus erster Hand erhalten.

Kürzlich hatte die Stadt Burghausen Professor Gerd Hirzinger aus München eingeladen: Er ist der „Vater der modernen Robotik“, der am Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München das Robotik- und Mechatronik-Zentrum aufgebaut und lange Jahre geleitet hat, immer eng verbunden mit „seiner“ TU München. Moderiert wurde der Abend vom Wissenschaftsjournalisten Arno Trümper aus München.

Neben seinen aktuellen Schwerpunktarbeiten zur Entwicklung von Assistenzsystemen in Fabriken und vor allem auch in der Gesundheitsfürsorge, stellte Professor Hirzinger sein „Hobby“, die 3D-Modellierung terrestrischer Landschaften, Burgen und Schlösser vor. Seine Arbeiten für das digitale Kulturerbe demonstrierte er am 3D-Modell der berühmten Grotte Ludwigs II. im Schlosspark von Linderhof und der fotorealistischen Visualisierung des eigens für ihre Beleuchtung errichteten, weltweit ersten Elektrizitätswerks in Schloss Linderhof. Vor diesem Hintergrund arbeitet er auch an der 3D-Modellierung von Burghausen und Raitenhaslach und präsentierte das Modell der Kirche in Marienberg. Prof. Hirzinger kann sich gut vorstellen, die Region zu einem Paradebeispiel für den modernen, durch interaktive und virtuelle Realität unterstützten Tourismus zu machen.

Zunächst stellte der Professor aber die große Bedeutung der Mechatronik als enge Verflechtung von Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik zur Schaffung intelligenter Mechanismen heraus; darauf beschrieb er den von seinem Institut maßgeblich vorangetriebenen Paradigmenwechsel von Robotern hinter Schutzzäunen zu den eng mit Menschen kooperierenden Assistenzsystemen in Fabriken und im Bereich der Gesundheitsfürsorge, insbesondere in der Chirurgie und zur Unterstützung alter und behinderter Menschen. Ältere Menschen, die möglichst lange in ihren Wohnungen verbleiben wollen, sollen nach seiner Vorstellung künftig massiv vom Einsatz zweiarmiger, mobiler Assistenzroboter profitieren. Diese könnten sowohl die Kommunikation mit Angehörigen grundlegend erleichtern, einfache Mahlzeiten zubereiten und Hol- und Bring-Dienste leisten, aber auch den Gesundheitszustand permanent überwachen und in kritischen Situationen Angehörige und Mediziner alarmieren.

Gerd Hirzinger zeigte zudem auch die vielen anderen Schlüsselthemen unserer Zeit auf, die er mit seinem Institut vorangetrieben hat, wie die robotische Elektromobilität und die Entwicklung von Drohnen für Bergrettung und Katastrophen-Einsätze.

Dem Vortrag, der in seiner breiten Vielfalt die Teilnehmer tief beeindruckte, schloss sich eine höchst angeregte Diskussion unter der fachkundigen Regie von Arno Trümper zu den verschiedenen Themenfeldern an, die Hirzinger beleuchtet hatte. Diese war auch mit dem kleinen Stehimbiss noch nicht beendet, der im Prälatengarten die Veranstaltung abschloss.

Der nächste Rote Salon findet im Herbst 2019 statt, hier mit Prof. Dr. Kurt Matzler zum Thema: „Digitale Disruption - Wie Sie Ihr Unternehmen auf das digitale Zeitalter vorbereiten – Digitale Herausforderungen für Industrie und Wirtschaft.“

Fotocredit: Gerd Hirzinger

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