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Was gibt es Neues in Burghausen?

Hochschule: Nur das Beste soll es sein

Entscheidung für Standort Burghausen gefallen – Steindl will nicht einfach nur einen Funktionsbau

Die Entscheidung war absehbar, doch dass sie einstimmig ausfällt, überraschte am Ende auch Landrat Erwin Schneider ein wenig. Zufrieden nahm er in der jüngsten Kreistagssitzung auf, dass das gesamte Gremium für Burghausen als künftigen Hochschulstandorte plädierte. Damit kann das Projekt jetzt in die erste Planungsphase gehen.

Eines machte Burghausens Bürgermeister Hans Steindl (SPD) gleich deutlich: Er will sich nicht mit halben Sachen zufrieden geben. Um im Wettbewerb der Hochschulen bestehen und Strahlkraft auf Studenten entwickeln zu können, muss der Landkreis ihm zufolge in die Vollen gehen. Beim Gebäude etwa solle man nicht einfach nur auf einen Funktionsbau setzen. Stattdessen sei ein Architektenwettbewerb sinnvoll, dazu auch ökologisch Substanzielles wie ein Blockheizkraftwerk samt Solaranlage. Und natürlich in der Lehrausstattung "der modernste Standard".

Mit drei bis fünf Millionen Euro Mehrkosten rechnet Steindl angesichts der von ihm angeregten Sonderausstattung. Doch sei diese unbedingt notwendig. Obendrein "wäre die Stadt bereit, hier den Landkreis zu entlasten", so der Bürgermeister.

Insgesamt geht Steindl nach derzeitiger Grobschätzung für die Ansiedlung von rund 30 Millionen Euro Kosten aus – Geld, das in erster Linie der Landkreis, unterstützt durch die Stadt, zu tragen haben wird. Der Freistaat wird im Gegenzug für das Lehrpersonal aufkommen.

Was die Gebäudlichkeiten betrifft, sprach Steindl im Kreistag von einer modulartigen Bauweise. Schon in der Vergangenheit war die Rede davon gewesen, für den Anfang Räume anzumieten und die eigentliche Hochschule dann nach und nach – je nach Studentenzahl – zu errichten. Sollte der Rosenheimer Ableger, wie von Steindl gewünscht, auf dem der Wacker Chemie gehörenden Areal unweit des Berufsbildungswerks entstehen, so setzt er auf Synergieeffekte, die von BBiW und Hochschule genutzt werden könnten. Näheres aber kann erst entschieden werden, wenn das Raumprogramm der Bezirksregierung steht. Steindl rechnet damit für September oder Oktober.

Auch wird sich erst dann zeigen, inwieweit Burgkirchen in die Hochschulpläne miteinbezogen werden kann. Sah es anfangs, als noch von einem dualen Studium ausgegangen worden war, nach einem größeren Stück vom Kuchen für den Industriepark Werk Gendorf aus, gab Steindl im Kreistag zu verstehen, dass angesichts des jetzigen Vollstudiums "gewisse Abstriche" gemacht werden müssten – wenngleich Burgkirchen weiter im Konzept berücksichtigt bleibe.

Darauf zielte am Ende auch der Kreistagsbeschluss ab, demzufolge der Industriestandort Burgkirchen miteinbezogen werden soll. Ein wichtiger Schritt für Bürgermeister Johann Krichenbauer (FW), der vor der Abstimmung noch darauf hingewiesen hatte, dass der Industriepark "deutliche Signale" für eine finanzielle Beteiligung gesendet habe, dafür aber "eine gewisse Planungssicherheit" brauche.

Parallel zum Gebäudekonzept soll auch eine Werbestrategie anlaufen. Bereits im Kreisausschuss hatte Hans Steindl angeregt, Kooperationen mit der entstehenden Hochschule Pfarrkirchen in Betracht zu ziehen – weil für beide Standorte Studenten aus Osteuropa in Frage kommen würden.

An dieser Stelle mahnt allerdings MdL Ingrid Heckner (CSU) zur Vorsicht. Eine gemeinsame Werbestrategie sei für sie zwar denkbar, "von großen Kooperationen halte ich aber nicht viel", sagte sie im Kreistag. Schließlich sei der Ärger des vergangenen Jahres, als Pfarrkirchen auch Ansprüche auf die chemierelevanten Studiengänge angemeldet hatte, zuallererst von Niederbayern ausgegangen. "Meine Erfahrung von damals ist, dass die Pfarrkirchner immer das wollten, was wir haben", so Heckner.

Quelle: Burghauser Anzeiger vom 29.06.2015

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