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Was gibt es Neues in Burghausen?

Gute Chancen für eine Europäische Fachhochschule

Nach der Zeitungsankündigung vor einigen Wochen in der Passauer Neuen Presse, dass Ministerpräsident Horst Seehofer bei einem Besuch der Stadt Pfarrkirchen dort die Möglichkeit eröffnet hat, eine Fachhochschule im Zuge einer Außenstelle der Technischen Hochschule Deggendorf in Pfarrkirchen unter staatlicher Regie errichten zu lassen, hat Bürgermeister Hans Steindl kurzfristig darauf reagiert

und zusammen mit dem Kollegen Georg Riedl, Bürgermeister von Pfarrkirchen, eine erste Gesprächsrunde organisiert. Die Kontakte zu den österreichischen Kollegen bestehen ja schon seit mehr als zwei Jahren, so dass auch der Sprecher der Fachhochschulen für Gesamtösterreich Harry Buchmayr bei diesem Gespräch teilgenommen hat, zusammen mit dem Bürgermeisterkollegen Hannes Waidbacher aus Braunau, wozu ja gerade durch die Landesausstellung 2012 sehr intensive Kontakte in den Innviertler Raum aufgebaut wurden. Professor Dr. Peter Sperber Leiter Hochschule Deggendorf erläuterte bei diesem Gespräch die Pläne, die darauf hinauslaufen, bereits 2015 mit dem Schwerpunkt Gesundheit mit der Ausbildung zu beginnen. Es ist vor allem auch daran gedacht, ausländische Studenten aus Polen, Tschechien und aus den südosteuropäischen Ländern anzusprechen, da wir auf der einen Seite auf einen hohen Fachkräftebedarf für die Betreuung in Krankenhäusern und Altenheimen zulaufen, auf der anderen Seite aber aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse und fehlender spezialisierter Ausbildung geeignete Personen auch für Führungsaufgaben in der Zukunft dringend nachgefragt werden. Genau diese Lücke gilt es aufzufüllen und hier in einem Hochschul-Studiengang die notwendigen Kenntnisse zu vermitteln.

Für die Stadt Pfarrkirchen ergeben sich nach Auskunft von Bürgermeister Riedl einmalige Chancen im Bildungsbereich eine große Lücke in Südostbayern und vor allem im Landkreis Rottal-Inn aufzufüllen. Die Stadt Pfarrkirchen hat in langjährigen Überlegungen bereits ein entsprechendes Grundstück in Aussicht und es ist daran gedacht, dass eine private Baugesellschaft die notwendigen Räumlichkeiten errichtet, die dann von der Hochschule angemietet werden können. Der zweite Bereich mit der Schwerpunktsetzung Technik / Chemie soll dann 2016 / 2017 aufgebaut werden. Es ist jetzt notwendig, dass diese Themen natürlich auch vom Bayerischen Landtag als das zuständige Gremium diskutiert werden und die Konzeption durch Beschlussfassung auch freigegeben wird. Es ist eine staatliche Gesamtfinanzierung angedacht mit mehreren Stiftungsprofessuren und einem Lehrkörper, der ca. 1.000 bis 1.500 Studenten betreuen kann. Die Oberaufsicht bzw. die Gesamtleitung obliegt der Hochschule Deggendorf, die hier sehr gute Möglichkeiten sieht nach Professor Sperber „…die nachgewiesene Ausbildungskompetenz auch regionalpolitisch umzusetzen und hier auch mit neuen Studiengängen und geänderten bzw. angepassten Studienordnungen auch ein Alleinstellungsmerkmal im Sinne der angedachten Bachelor- und Master-Prüfungsstandards zu setzen“.

Bürgermeister Hans Steindl erläuterte das große Interesse auch der Stadt Burghausen an dieser Entwicklung aktiv mitzuwirken und die Möglichkeiten und Notwendigkeiten auch des Burghauser Raumes mit der unmittelbaren österreichischen Nachbarschaft auszunutzen. Man habe bereits vor mehreren Monaten begonnen, durch Besuche der Fachhochschulen

Steyr, Wels und Hagenberg bei Linz sich ein Bild über die österreichischen Ausbildungsordnungen und die dortigen Angebote zu machen. Der Kontakt zu den österreichischen Kollegen ist ganz hervorragend und die Tatsache, dass speziell der Innviertler Raum in der Bildungsstatistik und in den Bildungsgutachten des Landes Österreich nahezu an letzter Stelle steht bezüglich der Ausbildungsquoten und der Hochschul-Zugänger macht es notwendig, hier den jungen Menschen der Gesamtregion neue Bildungschancen anzubieten. Die Bundesbehörden in Wien sind dem Thema sehr aufgeschlossen und vor allem auch das Konstrukt mit Partner-Universitäten im europäischen Bereich zusammenzuarbeiten ergibt nach Harry Buchmayr „…sehr gute Möglichkeiten auch einer europäischen Förderung in diesem Bereich…“.

Die Bürgermeister Georg Riedl und Hans Steindl kamen überein, Anfang Juni in Burghausen in Form einer öffentlichen Veranstaltung mit Vertretern der Politik und der Wirtschaft diese Grundüberlegungen einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen und auch einen Zeitplan für die nächsten Jahre aufzustellen.

Bürgermeister Hans Steindl dazu: „Mit meinem Kollegen Georg Riedl bin ich mir einig, dass Prestige- oder Konkurrenzdenken über Standorte keinen Sinn macht. Dies ist vielmehr ein regionalpolitisches Thema, bei dem jetzt wahrscheinlich zeitlich die letzte Möglichkeit besteht, im unmittelbaren Grenzbereich eine Hochschuleinrichtung zu etablieren. Wir werden uns dafür voll einbringen und aktiv diese Prozesse mitgestalten und begleiten. Nicht zuletzt ergeben sich durch den künftigen Standort der TU München in Raitenhaslach vielseitige Kooperationsmöglichkeiten etwa im Bereich von Kompaktkursen und Seminaren.“


Auf dem Foto von links nach rechts: Bürgermeister Georg Riedl, Pfarrkirchen, Prof. Dr.Peter Sperber, Leiter der Hochschule Deggendorf, Bürgermeister Hans Steindl, Burghausen,Harry Buchmayr, Abgeordneter zum Nationalrat und Sprecher der österreichischen Fachhochschulen und Bürgermeister Hannes Waidbacher, Braunau

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