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Was gibt es Neues in Burghausen?

Es menschelt in der Berlin-Schau

4100 Besucher in nur acht Wochen – Ausstellung bis 1. November verlängert – Einmaliges Konzert als Finissage

Es ist das Gesamtwerk, das überzeugt: Sorgfältig und fundiert zusammen gestellte Berliner Bildhauerei von Ines Auerbach und Bernd Stöcker, eine denkmalgeschützte Kirche aus dem Barock als Ausstellungsraum, perfekte Öffnungszeiten gerade an den Wochenenden mit einer einladend offenstehenden Türe, genialer Lichteinfall den gesamten Tag über und freier Eintritt, den sich die Stadt etwas kosten lässt. Die Ausstellung „Mensch!Berlin Berliner Bildhauer 1960 bis Gegenwart“ haben seit der Eröffnung am 2. August bis 1. Oktober bereits 4100 Menschen besucht. „Wir sind total beeindruckt!“ oder „Toll, dass diese Ausstellung Burghausen erreicht“ haben zwei von ihnen in das Gästebuch geschrieben. Und damit noch mehr Menschen die Studienkirche St. Josef so begeistert verlassen, wird die Ausstellung nun bis 1. November verlängert. Für Ines Auerbach, Kuratorin der Berlin-Schau und Leiterin vom Haus der Fotografie auf der Burg, begründet sich der Erfolg darin: „Wir haben ein Niveau erreicht, das es zu einem gewissen Muss für Kunstinteressierte in der Region macht, unsere Ausstellungen zu besuchen.“ Zudem seien Künstler und Kunstsinnige sehr gut vernetzt. So kommt es, dass auch Mal eine Anfrage aus Bozen dabei ist oder über die Kontakte der laufenden Ausstellung sich Künstler aus dem Berliner Raum melden. Bernd Stöcker, selbst Künstler und ebenfalls Kurator der Ausstellung, ist immer noch fasziniert vom Ausstellungsort: „Die Kirche bildet optisch einen Schlusspunkt in der Altstadt. Die Burghauser, aber auch die Touristen werden neugierig, wenn die Türen offen stehen und sie gehen einfach hinein, weil es nichts kostet und weil es für viele selbstverständlicher ist, eine Kirche zu betreten als einen White Cube (steriles Ausstellungsgelände). Dadurch wird die Hemmschwelle genommen. Sinnvoller kann dieses denkmalgeschützte Gebäude nicht genutzt werden.“ Abgesehen davon biete der Raum die Möglichkeit, auch großformatige Arbeiten zu zeigen, was in einem musealen Konzept häufig schwieriger sei, unterstreicht Ines Auerbach und Stöcker schiebt nach: „Da kann man es richtig krachen lassen.“ Die Ausstellungsfläche beträgt etwa 450 m². Mensch!Berlin ist bereits die siebte Ausstellung unter Auerbachs Regie. Dabei habe immer der Grundsatz gegolten, eine gesunde Mischung aus nationaler und internationaler, aus regionaler und überregionaler Kunst zu zeigen. Dies spiegle auch die Burghauser Bevölkerung wieder. „Wir wollen der Vielschichtigkeit der Bevölkerung auch in den Ausstellungen gerecht werden, dann weckt man auch Interesse damit. Auch der Dialog mit Österreich ist hier wichtig“, sagt Auerbach. Den Dialog mit den Münchnern hat die Kunsthistorikerin in Form der Ausstellung „Der doppelte Blick“ 2014 mit Architekturstudenten der TU München gestartet. Seither besteht hier ein guter Draht und der Kreis schließt sich am 41. Dezember mit der Schlüsselübergabe des einstigen Zisterzienserklosters Raitenhaslach an die TU, die hier ein Science & Study Center beheimaten wird. „Das ist eine schöne Klammer. Ich bin sicher, dass wir noch mehr Projekte zusammen machen können“, so Auerbach.

Weil die Bildhauer-Ausstellung Mensch!Berlin so erfolgreich läuft und Auerbach nicht nur zu Künstlern, sondern auch zu Musikern einen guten Kontakte pflegt, wird die Finissage diesmal in einem ganz besonderem Rahmen gefeiert: Der aus Mühldorf stammende Kontrabassist Claus Freudenstein und der englische Pianist Richard Whilds machen mit ihren Instrumenten statt Kammermusik lieber Rock alla U2, James Hetfield oder Astor Piazollo. Das klingt dann eindeutig nach einer Grenzüberschreitung, daher haben die beiden Profi-Musiker ihr gemeinsames Projekt auch mit den Worten „Crossing Borders“ überschrieben. Sie interpretieren Werke, die eigens für Claus Freudenstein komponiert und arrangiert wurden. So auch ein Stück von Simon Garcia aus Galicien, dem derzeit wohl einflussreichsten Komponisten für Kontrabass oder eine Habanera des argentinischen Bassisten Andreas Martin. Viele Werke wurden von Richard Whilds, u.a. Arrangeur von Deep Purple und Korrepetitor an der Bayerischen Staatsoper, neu eingerichtet. Die Besetzung mit Solokontrabass und Klavier feiert mit diesem Programm seine Premiere in Deutschland. Und weil Anahi Villarreal, eine berühmte mexikanische Kontrabassistin, gerade als Lehrerin an den Bayerischen Basstagen in Mühldorf arbeitet, und man sich kennt, kommt sie spontan dazu.

„Wir freuen uns riesig. Diese Besetzung ist einmalig, die Stücke sind es und der Rahmen ist es sowieso“, sagt Ines Auerbach. Sowohl für die Besucher als auch für die Künstler und Kuratoren wird dies ein genialer Abschluss einer sehr erfolgreichen Ausstellung. „Wenn man inmitten bildender Kunst sitzt und diese Musik hört, wird man die Kunst nochmal anders wahrnehmen. Der Austausch von Kunst und Musik wird zu einem einzigartigen Erlebnis“, ist Ines Auerbach sicher.

Wer sich vor der prominenten Premiere einen eigenen Einblick in die Ausstellung verschaffen möchte, kann dies bei der letzten Kuratorenführung am 18. Oktober um 15 Uhr tun oder aber zu den gewohnten Öffnungszeiten der Studienkirche St. Josef. –köx


Öffnungszeiten Studienkirche St. Josef, Kanzelmüllerstraße 90a, 84489 Burghausen:

  • Do, Fr von 14 – 18 Uhr;
  • Sa, So und Feiertag 10 – 18 Uhr.

Finissage mit Konzert – Crossing Borders und Anahi Villarreal - am 30. Oktober um 20 Uhr in der Ausstellung.Kartenvorverkauf ab Freitag, 9.10.2015 an allen Vorverkaufsstellen von Inn-Salzach-Ticket 01805/723636, beim Burghauser Bürgerhaus 08677/97400 sowie bei der Burghauser Touristik 08677/887-140.


 

 

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