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EIN KUSS – ANTONIO LIGABUE

Das 2. Schauspiel des Herbstes taucht ein in das Leben des schwierigen und unbekannten Künstlers
Ein Kuss ©Jean-Daniel-von-Lerber

Ein Kuss ©Jean-Daniel-von-Lerber

 

Ein Kuss – Antonio Ligabue A.gon Theater München Preisgekröntes Einpersonenstück von Mario Perrotta - Deutsch von Gabriela Zehnder Donnerstag, 21. Oktober 20.00 Uhr im Stadtsaal Burghausen

Burghausen. Das Einpersonenstück von Mario Perrotta zeigt das Kulturbüro der Stadt Burghausen am Donnerstag, 21. Oktober um 20 Uhr im Stadtsaal: „Ein Kuss – Antonio Ligabue“ erzählt vom Leben des lange verkannten, ausgegrenzten und verspotteten schweizerisch-italienischen Malers Antonio Ligabue (1899 – 1965).

Der Schweizer Schauspieler Marco Michel lässt uns mit ungewöhnlichen Mitteln eintauchen in Ligabues Leben: Vor den Augen des Publikums entstehen großformatige Kohlezeichnungen von Menschen und Landschaften, mit denen er in Dialog tritt. Wie Antonio Ligabue in seinem Leben, so erschafft sich auch Marco Michel auf der Bühne immer wieder ein neues Gegenüber – denn nur über seine Kunst konnte Ligabue eine Brücke zur Außenwelt schlagen und mit ihr kommunizieren. Das Stück wurde in der Schweiz ein gefeiertes Bühnenstück und war 2019 bei den Heidelberger Theatertagen erstmals in Deutschland zu sehen.

Heute zeigen sich die Schweiz wie Italien stolz auf “ihren van Gogh”, während Antonio Ligabue in anderen Ländern noch weitgehend unbekannt ist. Den Stil Ligabues könnte man als eine Mischung von Henri Rousseau, Vincent van Gogh und dem Expressionismus beschreiben. Bildthemen sind weitgehend Natur- und Jagdszenen, Beute reißende Tiger, bisweilen Landschafts- und Ortsbilder der Po-Ebene um Gualtieri.

Antonio Ligabue wurde1899 in Zürich als uneheliches Kind einer italienischen Einwanderin zur Welt und wurde mit neun Monaten zu Pflegeeltern gegeben. Weil er früh durch sogenanntes “schwachsinniges Verhalten” aufgefallen war, kam er in ein Jugendheim und später in eine Psychiatrie. Mit 18 Jahren wurde er u.a. wegen Landstreicherei des Landes verwiesen und nach Italien deportiert. In Gualtieri, dem Heimatort seines mutmaßlichen Vaters, lebte er, der zunächst kein Wort italienisch sprach, fortan als Außenseiter und Dorftrottel. Erst in den späten 1950er Jahren förderte der damals in Gualtieri lebende Maler Marino Mazzacurati (1907–1969), Ligabue und sein Werk. 1961 hatte er die erste eigene Ausstellung in Rom, die ihn schlagartig über die Grenzen Italiens berühmt machte. Statt an seinem Schicksal zu zerbrechen, schuf Ligabue sein eigenes Universum aus Bildern und Plastiken. Seine Arbeiten, die ihm inzwischen in der Schweiz wie in Italien den Nimbus eines lokalen van Goghs eingebracht haben, zeugen von einer gewaltigen Kraft und Tiefe.

Der Film „Volevo nascondermi“ von Giorgio Diritti mit Elio Germano und Oliver Ewy über das Leben von Antonio Ligabue lief 2020 auf der Berlinale.

Karten gibt es im Burghauser Bürgerhaus, Tel. 08677/97400, in der Burghauser Touristik, Tel. 08677/887140, bei allen Inn-Salzach-Ticket-Vorverkaufsstellen sowie online unter www.inn-salzach-ticket.de. Beginn ist 19 Uhr. Karten gibts auch an der Abendkasse.

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