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Was gibt es Neues in Burghausen?

Ein gelungenes Fest für Integration und Toleranz

Jugendbüro veranstaltet 24-Stunden-Kickerturnier für einen guten Zweck

"Wir wollten etwas organisieren, das Spaß macht, absurd ist und zugleich ein wichtiges Projekt unterstützt", erklärt Hannes Schwankner, der Jugendpfleger der Stadt. Deswegen hat das Jugendbüro Burghausen von Freitagabend ab 19 Uhr bis Samstagabend ein 24-Stunden-Kickerturnier durchgeführt.

Die Teilnahmegebühr und die Sponsorengeldern gehen an das Projekt "EXIT-Deutschland". Diese Initiative setzt sich insbesondere für Aussteiger aus dem rechtsextremistischen Bereich ein. Laut Schwankner leide diese Bewegung – obwohl schon vielfach ausgezeichnet – immer wieder unter Finanznöten. Selbst der Europarat empfehle seinen Mitgliedsländern "EXIT-Deutschland" als "good practice".

"Man sagt immer: Bei uns sind rechtsradikale Gesinnungen kein Thema. Das ist falsch. Auch bei uns gibt es diese Bewegungen", so Schwankner. Um die Arbeit von EXIT zu unterstützen, die aktuell notwendiger denn je sei und zugleich auf die Problematik hinzuweisen, habe man das Kickerturnier veranstaltet.

Bis auf einen kleinen Durchhänger am Samstagvormittag ist die Anlaufstelle für alle Burghauser Jugendlichen und Junggebliebenen beim 24-Stunden-Turnier immer gut gefüllt gewesen. "Zwischendurch war ich schon ein wenig müde, nichtsdestotrotz haben wir es durchgezogen. Mindestens ein Kickertisch war immer besetzt", ist der Sozialpädagoge stolz. Zwei Spieler, Hannes Schwankner selber und der 29-jährige Emanuel Pistel, haben durchgemacht und einen ganzen Tag gekickert. Auch viele andere Teams haben lange durchgehalten. "Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz. Es gab 36 zahlende Teams, also 72 Teilnehmer. Bei einer Gebühr von 5 Euro pro Team ergibt das 180 Euro. Trotz der Mai-Wies’n hat der Termin gut gepasst, weil die beiden Mieterinnen über dem Büro nicht da waren und doch ein gewisser Lärmpegel zu erwarten war", sagt Schwankner. Rund 100 Leute sind innerhalb der 24-Stunden im Jugendbüro ein- und ausgegangen.

Um in der langen Zeit am Kickertisch nicht zu verhungern und zu verdursten, gab es für die Jugendlichen gratis Leberkäse von der Metzgerei Wenzel Breu, Semmeln und Brezen von der Bäckerei Bachmeier sowie Obst von Kaufland und alkoholfreie Getränke von Getränke Winkler. "Ein großes Dankeschön geht an die Sponsoren", sagt Schwankner. Er wolle an dieser Stelle auch betonen, dass – hingegen mancher Vorurteile gegenüber der Jugend – die ganze Veranstaltung über kein Alkohol getrunken wurde. Viel Mühe gaben sich auch etliche Beteiligte im Hintergrund. Es wurden Couscous, Salate, Kaffee und Kuchen bereitgestellt – und jeder war ausreichend versorgt. Für das "Kickerevent" konnte auch Jugendreferent Roland Resch einen besonderen "Deal" aushandeln. Der Busunternehmer Karl Beck aus Marktl hat sich bereit erklärt, für jedes geschossene Tor im Rahmen des Turniers einen kleinen Betrag zu zahlen. Insgesamt wurden 4449 Tore geschossen.

Der große Ehrgeiz von 24-Stunden-Kickerspieler Emanuel Pistel wurde mit dem ersten Platz und einem T-Shirt belohnt. Er konnte an den Stangen mit Technik und Talent überzeugen. Zweiter wurde der 15-jährige Burghauser Simon Schachtl, Dritter dessen Schwester, die 17 Jahre alte Johanna Schachtl. Der jüngste "Kickerer" war der 10-jährige Burghauser Jonas Angstl. Er wurde mit einem "Ehrenpreis" in Gestalt eines Büchergutscheins der Buchhandlung Reichert belohnt. Der am weitesten Angereiste war Jonas Guarino. Für das Turnier hat sich der Kickerkrack extra aus dem Bayerischen Wald auf den Weg gemacht.

"Insgesamt gesehen, war es zwar körperlich anstrengend, aber vor allen Dingen ein gelungenes Fest für Integration und Toleranz. Allen Beteiligten hat es Spaß gemacht – und helfen konnten wir auch noch", so das Fazit von Hannes Schwankner.

Quelle: Burghauser Anzeiger vom 18.05.2015, Foto: Drexler

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