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Was gibt es Neues in Burghausen?

Die Schönheit alter Dielen bleibt erhalten

Behutsame Reinigung statt grobem Schliff ist die Umbaudevise für das Kloster Raitenhaslach

Der Rohbau für Treppenhaus und Lift am Steinernen Saal ist weitgehend fertig.

Nun werden passgenau die Stahlverbindungen für die Glaselemente eingebaut, die den historischen Prunksaal mit dem modernen Funktionsbau einmal verbinden und dabei zugleich bewusst ein trennendes Element bilden. Auch das Dach wird bald aufgesetzt. Parallel dazu werden jetzt die Arbeiten für Außen und Innenputz vergeben, wie Werner Lechner erläutert. Er koordiniert den Ablauf der Arbeiten im Rathaus. Das Treppenhaus ist ein entscheidender Faktor zur vielfältigen Nutzung des Saals. Dadurch entsteht ein eigener Zugang, der Saal kann damit unabhängig von dem künftigen Studienzentrum der TU München im Prälatenstock genutzt werden.

Auch die großen Ausschreibungen für diesen Klosterhauptbau laufen nun an. Wie berichtet, hat das bayerische Wissenschaftsministerium unter Federführung von Minister Dr. Ludwig Spaenle kürzlich endgültig den zusagten Zuschuss über zehn Millionen Euro genehmigt. Auch die bereits erfolgten Arbeiten werden bezuschusst, der Staat hatte einen vorzeitigen Beginn der Baumaßnahmen genehmigt. „Wir fertigen derzeit Musterachsen“, erläutert Werner Lechner. Das bedeutet, vom Boden über die Wand bis zur Decke werden Schichten im Detail freigelegt, um danach zu entscheiden, wie die Restaurierung erfolgen soll, um dem einstigen Zustand des Klosters möglichst nahe zu kommen. Das ist in Raitenhaslach insofern einfach, weil dort in großen Teilen die originalen Anstriche noch vorhanden  sind. Treppen und Bodendielen etwa werden nicht neu geschliffen. Es reicht in den meisten Fällen, die Verschmutzung zu entfernen und danach das Holz neu zu ölen. Nur punktuell muss schadhaftes Holz ausgebessert werden.

Detailliert erfasst werden jetzt auch alle Steinplatten des Bodens im Steinernen Saal und zwar deshalb, weil der Boden entfernt wird, um darunter eine Fußbodenheizung zu installieren. Hinterher müssen die Steinplatten wieder in der gleichen Reihung verlegt werden. Die Heizung wird sozusagen unsichtbar. Unsichtbar werden auch die meisten Versorgungsleitungen, die für eine zeitgemäße Nutzung einfach nötig sind. Hier kommt den Umbauplanern der glückliche Umstand zugute, dass es zwischen Decken und darüberliegendem Boden des Obergeschosses einen großen Hohlraum gibt, der dafür genutzt werden kann. Türen und Böden bleiben somit in ihrem alten Zustand erhalten. Die zentrale Energieversorgung für die Klosteranlage wird im ehemaligen Feuerwehrhaus eingerichtet. Dafür steht nun die Vergabe an und damit zugleich die Entscheidung über die Energieform. Ausgeschrieben war jedenfalls eine Verwendung von Gas. Neben der Energieversorgung wird es auch eine Technikzentrale für die gesamte Anlage geben. Sie kommt unter die jetzige Bühne an der Rückseite des Prälatenstock. Darunter befindet sich ein Keller aus Zeiten der späteren Brauereinutzung. Dessen historisch nicht wertvolles Gewölbe wird gekappt. Damit kann die Bühne ebenerdig werden, und die Technik hat darunter auch noch Platz. Zurück zur Heizung: Um hier die beste Lösung zu finden, müssen viele Belange untersucht werden. Vorrang hat dabei natürlich der Erhalt. Beim Steinernen Saal etwa ist entscheidend, die Sicherheit der restaurierten Deckenfresken zu gewährleisten. Der Dachstuhl darüber wird gedämmt, aber nur so viel, damit einerseits der Energieverbrauch begrenzt und andererseits die Luftfeuchtigkeit in dem Raum vertretbar und unschädlich bleibt.

Auch die Planungen für die Außenanlagen beginnen jetzt. Darum kümmert sich Lehrstuhlinhaberin Prof. Regine Keller von der TU München zusammen mit den Landschaftsplanern Franz Damm und Mattias Roser. Dabei geht es insbesondere um die Anlage von Parkplätzen und wo diese am besten eingerichtet werden. Nachwie vor gilt für die Arbeiten ein Kostenrahmen von 15 Millionen Euro. Nach Werner Lechners Worten steht bereits fest, dass die Stadt den vollen Umfang der zehn Millionen Euro staatlicher Förderung auch ausschöpfen wird. Der neue Anbau an den Steinernen Saal macht dabei einen Anteil von rund 1,2 Millionen Euro aus. Teuer ist der Anbau auch deshalb, weil hier sehr viel Technik verbaut wird, unter  anderem einer der beiden Lifte. Der zweite wird im Übergangsbereich vom Kloster zum Brauereigebäude installiert.

Quelle: Burghauser Anzeiger vom 09.07.2014

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