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Was gibt es Neues in Burghausen?

Dem Storch das Bett gebaut

Umweltamt und Gärtner versuchen Störche in Raitenhaslach anzusiedeln – Farbe simuliert befleckte Brutstätte
Echte Nestwärme versprüht das händisch angelegte Storchennest in luftiger Höhe auf dem Sudhaus-Schornstein des Klosters Raitenhaslach

Echte Nestwärme versprüht das händisch angelegte Storchennest in luftiger Höhe auf dem Sudhaus-Schornstein des Klosters Raitenhaslach

Mit Hilfe eines 40-Tonnen-Hubsteigers haben die Stadtgärtner das neue Storchennest gebaut.

Mit Hilfe eines 40-Tonnen-Hubsteigers haben die Stadtgärtner das neue Storchennest gebaut.

Ein Nest mit traumhaftem Ausblick: In Burghausen residieren selbst Störche einzigartig.

Ein Nest mit traumhaftem Ausblick: In Burghausen residieren selbst Störche einzigartig.

Peter Schweikl, Daniel Schmidt und Markus Kammerbauer beim Binden der Weiden für das Storchennest.  Fotocredit: Stadt Burghausen / Königseder

Peter Schweikl, Daniel Schmidt und Markus Kammerbauer beim Binden der Weiden für das Storchennest. Fotocredit: Stadt Burghausen / Königseder

Der Storch ist vor allem in Europa positiv konnotiert: Er steht für Fruchtbarkeit und Glück. Kein Wunder also, dass die Stadt Burghausen neben ihren zahlreichen, tierischen Umweltprojekt nun auch das schier Unmögliche angeht und in Raitenhaslach Störche ansiedeln möchte. Ein erster Schritt hierzu ist bereits geschehen: „Wir haben auf dem ehemaligen Sudhaus-Schornstein des Klosters auf beharrliches Drängen des Ersten Bürgermeisters Hans Steindl ein Storchennest in gut 30 Metern Höhe gebaut“, erklärt Sarah Freudelsperger vom städtischen Umweltamt. Stadtgärtner Peter Schweikl hat im Vorfeld recherchiert und eine Nestbauhilfe nach Schleswig-Holsteinischem Vorbild entdeckt. Verschiedene Weiden und Reisige haben die Stadtgärtner aufgebunden und zu einem kuschligen, stabilen Nest in luftiger Höhe verbunden. Mit Hilfe eines 40-Tonnen-Hubsteigers wurde gearbeitet.

Interessiert beobachtet hat die Nestbauaktion auch Dr. Holger Lundt vom Bund Naturschutz, der sich als Hobbyornithologe sehr über die Ansiedlung eines Storchenpaares freuen würde. „Vor fünf Jahren nistete ein Storch in Tittmoning. In Bayern nimmt die Storchenpopulation zu. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass ein Durchzügler Gefallen am neuen Nest findet“, so der Physiker. Damit es aus der Vogelperspektive so aussieht, als hätte bereits ein Storch Raitenhaslach als Heimat angenommen, wurde das Nest laut Anleitung mit einer Kalkfarbe leicht besprenkelt. „Die weiße Farbe sieht aus wie Kot, das soll dem Tier Sicherheit vermitteln. Wenn sich bereits ein anderer Storch hier wohlgefühlt hat, dann ist das ein positives Zeichen für den Vogel“, so die Recherchen von Sarah Freudlsperger und Peter Schweikl.

Störche sind Fleischfresser. Auch Reptilien und Fische stehen auf ihrem Speiseplan. „Die Teiche und Tümpel in und rund um Raitenhaslach sind natürlich perfekt für die Erfüllung ihres Speiseplans, aber sie benötigen vor allem auch große Wiesen, die nicht gedüngt sind, um Würmer und Kleinsäuger zu fressen“, erklärt Peter Lundt. Durch die Ansiedlung der Wasserbüffel im Frühjahr in Raitenhaslach, unweit des Schornsteins auf dem das vermeintliche Storchennest thront, kann ab 1. Mai eine Mutterkuhhaltung dazu dienen, mehr Storchen-Lebensqualität zu schaffen. Nun hoffen alle Beteiligten, in erster Linie auch Erster Bürgermeister Hans Steindl, dass im Frühjahr ein Storch auf den neuen Lebensraum aufmerksam wird und Raitenhaslach ein weiteres tierisches Highlight bringt. -köx

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