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Burghausen hat sauberstes Trinkwasser als Alleinstellungsmerkmal in der Region

Burghausen hat absolut sauberes Trinkwasser – Verhandlungen vor 20 Jahren begonnen – heute ein Segen für die Grenzstadt an der Salzach

„Es war mit die wichtigste und folgenschwerste Entscheidung meiner Amtszeit“, sagt Erster Bürgermeister Hans Steindl von Burghausen, der seit 1990 im Amt ist, über die Trinkwasserversorgung seiner 19.000 Einwohner zählenden Stadt. Seit Juni 2007 hat das Stadtoberhaupt geschafft, was vor ihm kaum einer versucht hat: Nach zähen Verhandlungen wurde eine Wasserleitung von Österreich nach Deutschland unter der Salzach durchgebaut, um das absolut saubere Trinkwasser aus dem 107,7 km² großen Weilhartsforst (Innviertel auf ca. 400 Meter Seehöhe) nach Burghausen zu befördern. „Bereits 1998 hat die Stadt Burghausen Interesse an einem Wasserbezug aus dem Weilhartsforst gegenüber der Landesregierung Oberösterreich bekundet“, erinnert sich Erster Bürgermeister Hans Steindl.

Wassermeister Hermann Seidel hat hier mitten im Weilhartsforst seinen Arbeitsplatz. Das Wasserwerk befindet sich in einem unscheinbaren Gebäude mitten im Wald. Es hat die Aufgabe, die drei Brunnen zur „Transportleitung Burghausen“ zu vereinen. Die notwendigen Rohrleitungen wurden aus Edelstahl hergestellt. Täglich werden seit 2007 50 Liter pro Sekunde gefördert. Derzeit sind max. 1,5 Mio. m³ förderbar, wobei die Wasserreserven im Erdinneren auf 55 – 67 Meter Tiefe sehr viel mehr Trinkwasser bevorraten. „Der Forst ist im Grunde unantastbar. Wir haben außen herum wenig intensive Landwirtschaft und hier ist auch in den nächsten Jahren keine Ausweitung zu erwarten“, erklärt Steindl. Dies seien mit die Beweggründe gewesen, die ihn bereits vor mehr als 20 Jahren dazu bewogen haben, bei den österreichischen Nachbarn um diese einzigartige, länderübergreifende „Wasser-Verbindung“ zu ersuchen. Dies geschah mit viel Weitblick, „weil wir schon damals ernüchternd hohe Nitratwerte im Burghauser Trinkwasser gemessen haben und auch Ausgleichszahlungen an die Landwirte in der Region haben dauerhaft keine nennenswerte Senkung ergeben“, sagt Steindl.

Die Investitionssumme für die Brunnen-Bohrungen und die Leitungen von einst scheinen ob der schlechten Trinkwasser-Gesamtlage in der Region verhältnismäßig klein: 5,7 Millionen Euro für elf Kilometer Leitung zur und unter der Salzach, die drei Brunnen sowie die Beförderung zum Burghauser Wasserwerk. Dabei war aber auch immer klar: „Unsere eigenen Brunnen müssen in Betrieb bleiben. Im Fall der Fälle können wir von einer Sekunde auf die andere umschalten und Burghauser Wasser fördern“, so Michael Bock, Leiter der Burghauser Stadtwerke.

Auch die PFOA-Werte, die im Landkreis Altötting zu sehr negativen überregionalen Presseberichten geführt haben, sind im Wasser des Weilhartsforst unter der Bestimmungsgrenze. „Es war damals nicht einfach, die österreichischen Politiker zu überzeugen und auch die Zweifel bei den Bürgern galt es zu zerstreuen. Wir hatten zwar das Argument der Arbeitsplätze und Infrastruktur auf unserer Seite, aber dennoch dauerte es insgesamt sieben Jahre, bis das Trinkwasser nach Burghausen floss“, fasst Steindl zusammen. Heute sei man mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir hatten seitens der Wasserdienstleistungs GmbH Austria (WDL) mit Sitz in Linz mit Christian Adler als Bereichsleiter einen konstruktiven Verhandlungspartner. Der Kontakt ist bis heute gut und wenn wir die Wasserversorgung ausweiten wollten / müssten, würde man hier sicher auch 20 Jahre später auf offene Ohren stoßen.

Der Burghauser Stadtrat trinkt nebenbei bemerkt seit einigen Jahren während der Sitzungen das Leitungswasser, auch um im Gremium selbst immer wieder das Bewusstsein für das hohe Gut Wasser zu schärfen. Und so haben auch Bürgermeister Steindl und Wassermeister Seidel beim Besuch des Wasserwerks im Forst gleich einen Schluck direkt aus den Brunnen abgezweigt. „Es war tatsächlich vor 20 Jahren nicht absehbar, wie weitreichend diese Verhandlungen einmal sein würden, aber so haben wir in der Region das Alleinstellungsmerkmal von absolut sauberem Wasser, das alle zwei Monate von einer unabhängigen Landesanstalt geprüft wird“, sagt Erster Bürgermeister Hans Steindl.

Fakten zur Burghauser Trinkwasserversorgung: 

  • Lieferbeginn Juni 2007
  • Verhandlungsbeginn 1998
  • Vertragsende 31.12.2037, automatische Verlängerung
  • Investsumme 5,7 Euro Mio. Euro (Brunnenanlage sowie Leitung vom Forst unter Salzach durch bis zur Burghauser Verteilerstelle)
  • drei Tiefbrunnen (50 l/s je Brunnen)
  • max. 1,5 Mio. m³ jährliche Fördermenge
  • elf Kilometer Transportleitung
  • pH-Wert 7,52
  • Nitrat 11,9 mg/l
  • PFOA/PSM (Pflanzenschutzmittel): alle Werte unter Bestimmungsgrenze

Bild (Stadt Burghausen):
Bürgermeister Hans Steindl besuchte die Brunnen im Weilhartsforst persönlich.

 

 

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