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Was gibt es Neues in Burghausen?

Beim Hausbesuch mit Fremden Statement für Europa gesetzt

Vier Mal fand in Burghausen das Expimental-Theater-Gesellschaftspiel „Hausbesuche Europa“ in Burghausen statt.

Im Rahmen der Festspiele „Europäische Wochen“ standen neben dem Konzert von Julia Lezhneva und der Lesung von Aleida Assmann unter dem Motto „Hausbesuch Europa“ ganz besondere Abende zusammen mit der Experimental-Theatergruppe „Rimini Protokoll“ auf dem Programm. Vier „Hausbesuche“ dieser Gruppe gab es in Burghausen – unter anderem bei der Leiterin des Kulturbüros, Birgit Reiprich, und bei Heidi Kammhuber, Leiterin des Bürgerhauses. Neugier und auch die Erwartungen waren groß – schließlich sollten sich 15 Fremde im Wohnzimmer der Gastgeber treffen, und sich auf ein Gesellschaftsspiel einlassen, bei dem man gemeinsam den Fragen „Was ist Europa?“ und „Wie viel Europa steckt in einem Menschen?“ nachgeht. „Es war schon ein spannendes Gefühl, denn wir wussten ja nur, dass wir einen Tisch und 15 Stühle, sowie unseren Backofen, eine Rührschüssel und antialkoholische Getränke zur Verfügung stellen sollten. Eine Stunde vor Beginn des Abends kamen dann die beiden „Spielführerinnen“ und begannen mit den Vorbereitungen. Es wurde eine Tischdecke mit einer Europakarte platziert und ein Kuchen gebacken.“

Danach wurden die Gäste empfangen. „Anfangs war die Stimmung etwas distanziert, aber innerhalb kürzester Zeit war die Bereitschaft bei allen da, sich zu öffnen und auf das Spiel einzulassen,“ blickt Kammhuber zurück. Nach einer kurzen Vorstellung der Teilnehmer ging es in ansteigenden Leveln mit dem Spiel los: Die in der Mitte des Tisches platzierte „europäische Herzmaschine“, eine Apparatur in der Form eines alten Computers, stellte Fragen oder Aufgaben nach einem zuvor ausgeklügelten und komplizierten System – zum Beispiel mussten Handlungen ausgeführt oder Texte vorgelesen werden. „Wir haben dabei nicht immer sofort verstanden, was das bringen soll“, resümiert Birgit Reiprich. „Aber das meiste wurde am Ende aufgelöst. Insgesamt stand das ganze Spiel unter Zeitdruck, man musste viele Entscheidungen schnell treffen oder spontane Antworten geben.“

Auf der Basis eines Punktesystems wurden die Teilnehmer in verschiedene Gruppen aufgeteilt – stark, schwach oder mittel. „Die Gruppen mussten sich untereinander verbinden und man selbst musste für sich die Frage klären, ob man zu den Starken oder Schwachen gehören möchte. Dann gab es zum Beispiel die Frage, ob man, um die Demokratie zu verteidigen, Gewalt anwenden würde …“, berichtet Kammhuber weiter. „Das Spiel hat tatsächlich Denkanstöße gegeben, mal darüber nachzudenken, wie man eigentlich im tiefsten Inneren Europa gegenüber positioniert ist.“ Auch Reiprich resümiert, dass das Spiel noch im Nachgang sehr anregend war und zu intensivem Gesprächsstoff geführt hat. „Nach Anteil der von uns erreichten Punkte wurde am Ende der zuvor gebackene „Europakuchen“ aufgeteilt. Wir haben im Spiel nicht nur Fakten, sondern auch einen Einblick und etwas Ahnung über die Entwicklungen und Prozesse bekommen, wie in Europa etwas entsteht und wie schwer und auch vom Zufall besessen die Entwicklung im europäischen Rahmen ist.“

„Besonders schön ist, dass die „Hausbesuche“ überall auf der Welt stattfinden und im Internet nachvollziehbar sind. Auf einer Karte sind die einzelnen Veranstaltungsorte verbunden worden und so ist nicht nur im Kleinen, sondern auch im Großen eine Vernetzung der Teilnehmer nicht nur spür-, sondern auch sichtbar“, so Kammhuber.

Als abschließende Veranstaltung der Europäischen Wochen in Burghausen kommt zum 80. Jahrestag des Hitler-Attentates von Georg Elser die musikalische Bühnenaktion „Der Zitherspieler“ am Freitag, 8. November, um 19.30 Uhr, in den Ankersaal. Einen Tag zuvor, am Donnerstag, 7. November, wird um 20 Uhr der preisgekrönte Film von Oliver Hirschbiegel „Elser – er hätte die Welt verändert“, gezeigt. – ao, 13.08.2019

Fotocredit: Stadt Burghausen/Kammhuber

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