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Die Hochschule ist zum Greifen nah

Ihr gemütliches Ende fand die Fackelwanderung von Burghausen aus im Gasthof Tiefenau. Mit dabei waren u.a. Staatsekretär Bernd Sibler (3.v.l.) und Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner (3.v.r.)

Staatssekretär Bernd Sibler spricht bei der Fackelwanderung der CSU über Burghausens Potential

Der Traum von einer Hochschule in Burghausen – er könnte in absehbarer Zeit wahr werden. Schon im Semester 2016/2017 sollen die ersten Studenten in den Landkreis Altötting kommen und Burghausen hat gute Karten, als Standort für die Studiengänge der Fachhochschule Rosenheim gewählt zu werden. Das machten Staatssekretär Bernd Sibler, MdL Ingrid Heckner und Landrat Erwin Schneider am Sonntag bei der Fackelwanderung des CSU Ortsvereins in der Tiefenau deutlich. Sie erklärten den etwa 40 anwesenden Burghausern, wie das Konzept für eine neue Hochschule in der Region aussehen soll und diskutierten bereits über mögliche Standorte in Burghausen.

Vier Studiengänge,bis zu 550 Studenten Vier duale Studiengänge wird es geben: Verfahrenstechnik, Mechatronik, technische Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurswesen. Mit etwa 120 Studenten soll gestartet werden, nach und nach aber sollen es bis zu 550 Studenten werden. Das vierjährige duale Studium wird in Blöcke strukturiert sein: Die Studierenden werden drei Monate Unterricht haben und anschließend drei Monate Betriebspraktikum.

"Wo Bildung stattfindet, da findet Innovation statt", sagte Landtagsbgeordnete Ingrid Heckner im Gasthaus Tiefenau. Die Region werde durch eine Hochschule einfach attraktiver, und, so ergänzte Kultus-Staatssekretär Bernd Sibler, mit einer Hochschule auf hohem Niveau locke man nicht nur zukünftige Arbeitskräfte an, sondern halte Hiesige in der Region: "Wenn jemand zum Studieren weggeht, ist es fraglich, ob er wieder kommt." Ziel der bayerischen Regierung sei es, dass jeder Bürger in einem Umkreis von etwa 50 Kilometern von seiner Heimat entfernt die Möglichkeit zum Studieren haben sollte. Im südöstlichen Oberbayern sei das bisher nicht der Fall gewesen, noch dazu kommt hier die Konkurrenz aus Österreich.

In Mühldorf wird ein berufsbegleitender Bachelor Maschinenbau angeboten, Pfarrkirchen wird in seiner Europa-Hochschule Rottal Studien-Schwerpunkte im Bereich Gesundheitsmanagement, Technik sowie Marketing haben. Dass der Landkreis Altötting bei der Hochschul-Planung nicht vergessen wird, dafür hat sich Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner eingesetzt. Auch Bernd Sibler musste, nach eigenen Worten, erfahren, was der Titel "Löwin von Altötting" bedeutete: Als Pfarrkirchen als Standort der Europa-Hochschule ausgewählt wurde, habe es "Gerangel" gegeben. Nun aber sei sicher, dass es eine Hochschulausbildung im Landkreis geben wird, die Planstellen seien bereits genehmigt. Auch Ingrid Heckner zeigte sich versöhnlich: "Ich bin mit sicher, dass ein gutes Miteinander möglich ist", sagte sie mit Blick auf Pfarrkirchen und Mühldorf.

Dass Burghausen, vielleicht in Kooperation mit Burgkirchen, die besten Chancen als Standort habe, betonte Landrat Erwin Schneider. Hauptgrund: die Nähe zur Industrie. Denn im dualen Studium brauchen die Studenten Plätze für ihre Praxis-Monate. InfraServ sei in Sachen Kooperation schon selbst aktiv geworden, mit Wacker sei man noch nicht im Gespräch, werde das aber bald angehen. Burghausen habe zudem ein starkes kulturelles Leben, das eine Stadt für Studenten attraktiv mache.

Das Personal für die Hochschule kommt vom Staat, für die Räume ist der Landkreis zuständig. Im Gasthaus Tiefenau entspann sich eine Diskussion, wo eine Hochschule stehen könnte – unter der Prämisse, dass Burghausen den Zuschlag erhält. "Es muss mitten in der Stadt sein", sagte Schneider, alles andere mache keinen Sinn. Er erteilte damit dem Vorschlag von Bürgermeister Hans Steindl eine Absage, ein Campus könne an der Burgkirchner Straße entstehen.

Schneider hatte einen Gegenvorschlag: Falls es mit dem Salzachzentrum nichts werde, habe man hier vielleicht einen Plan B.

Plan B für das Salzachzentrum? Dritter Bürgermeister Norbert Stranzinger wollte das aber so nicht hinnehmen: "Ich glaube fest daran, dass das Salzachzentrum kommen wird." Seit immerhin sechs Jahren arbeite man darauf hin und in den nächsten Monaten werde dort etwas passieren, so Stranzinger.

Nachdem die Studiengänge bereits 2016/2017 starten sollen, braucht es zudem eine Übergangslösung. "Das ist üblich, dass man erst einmal in bestehenden Gebäuden anfängt", sagte Bernd Sibler. Aus dem Publikum kamen dazu gleich einige Vorschläge: die ehemaligen Athanor-Räume auf der Burg oder das Taufkirchen-Palais am Stadtplatz etwa. Landrat Erwin Schneider beschwichtigte hier aber: Die Entscheidung, ob Burghausen Hochschulstandort wird, werde noch in diesem Halbjahr fallen, dann sehe man weiter.

In den Landkreis kommt eine Hochschule, versprach Bernd Sibler.

Quelle: Burghauser Anzeiger vom 27.01.2015 von Christina Schönstetter − Fotos: Schönstetter

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