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Filmteam des Jugendbüros fährt nach Auschwitz – Interviews für Film über Propaganda des Nationalsozialismus

Den Ort der schlimmsten Nazi-Verbrechen suchte das junge Film-Team auf

Dem Abgrund der Geschichte ganz nah kommen

Burghausen/Auschwitz. Auschwitz – mit diesem Namen werden viele Assoziationen wachgerufen. Eine neunköpfige Gruppe des Jugendbüros, trat jetzt eine einwöchige Reise zu dem ehemaligen Konzentrationslager an. Die Burghauser Jugendlichen erstellen im Rahmen eines Filmprojekts eine Dokumentation über Nazipropaganda (der Anzeiger berichtete). Auf dem Programm standen zwei Führungen durch den KZ-Komplex Auschwitz, eine durch das Stammlager und eine durch Auschwitz Birkenau. Hinzu kamen geplante und spontane Interviews, die für die Jugendlichen viel Material und interessante Erkenntnisse brachten. "Unvorstellbar, bewegend, erschütternd und zugleich ein Lichtblick in der Ferne", fasste Jugendleiter Hannes Schwankner die Eindrücke der Fahrt zusammen.

Ignacy Arthur Krasnokucki erzählte den Burghauser Jugendlichen die bewegende Geschichte über seine Zeit im Ghetto Lodz und seine Flucht aus dem KZ Buchenwald. Zu dem geplanten Interview mit Pfarrer Manfred Deselaers, einem Mitarbeiter im Zentrum für Dialog und Gebet in Oswiecim, wie Auschwitz heute heißt, kam ein spontanes Interview mit seiner irischen Kollegin Sister Mary hinzu. "Eine bemerkenswerte Frau, mit der Einstellung, man sollte Auschwitz nicht mit Trauer, sondern mit Hoffnung verlassen", zeigte sich Robin von Iven vom Filmteam von der die irischen Nonne tief beeindruckt. Wenn man an Auschwitz denkt, fällt einem als erstes das Konzentrationslager ein. Doch man sollte, das ist die Meinung der Burghauser Jugendlichen nach ihrem Aufenthalt dort, dieses klar von der Stadt Oswiecim unterscheiden, welche sich die Gruppe in Verbindung mit Krakau ebenfalls genauer angesehen hat. Begleitet wurden die Jugendlichen dabei von Daniel Maier, der derzeit einen zwölfmonatigen Freiwilligendienst im Zentrum für Dialog und Gebet in Oswiecim leistet. Dieser half bei der Organisation und führte die Jugendgruppe durch die Stadt. Am letzten Abend vor der Abreise trafen sich die Burghauser mit freiwilligen Arbeitern und einheimischen Jugendlichen im Zentrum und im jüdischen Museum, um sich kulturell auszutauschen.

"Es waren anstrengende Tage mit vielen verschiedenen Eindrücken", berichtet Bianca Marner. Neben den vielen Führungen hatten die Burghauser Jugendlichen auch die Möglichkeit, sich im Archiv des Stammlagers umzusehen und einige persönliche Eindrücke von den damaligen Verhältnissen zu gewinnen. Besonders beängstigend wirkte auf alle die Geschichte einer Krankenschwester in Birkenau.

Das Team sammelte für den geplanten Film über die Propaganda des Nationalsozialismus im Bezug damals zu heute viel Filmmaterial und neue, überraschende Informationen, die in den Film eingebaut werden sollen. Der fertige Film soll wie sein Vorgänger im Januar Premiere feiern. "Ich habe viel über Auschwitz gelesen und schon viele Dokumentationen gesehen", erzählt Jonas Eschenfelder, "aber erst hier vor Ort und durch die Gespräche wurde mir so richtig bewusst, welche Verbrechen geschehen sind." Diese Eindrücke wird das Filmteam jetzt weiter verarbeiten. Auch wenn die Fahrt nach Auschwitz vorbei ist, jetzt geht die Arbeit für die Jugendlichen erst so richtig los.

Bedrückend: Diesen jüdischen Friedhof in Krakau besuchten die Jugendlichen. − Fotos: Jugendbüro

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