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Das neue Stadtmuseum Burghausen - Making-of

Das begehbare Baugerüst gibt einen Eindruck von der mittelalterlichen Burg-Baustelle Burghausen.

Das Konzept für das neue Stadtmuseum bindet die Besucher mit ein

Jeder kennt bei Filmen das so genannte Making-of, den Bericht, wie der Film entstanden ist. Auch bei der Entstehung des neuen Stadtmuseums in Burghausen gibt es ein Making-of. In diesem Falle berichten Layouts von der Entwicklung. Diese entstehen in Zusammenarbeit zwischen den Gestaltern des Stadtmuseums, dem Grafenauer Büro Atelier & Friends GmbH, und den beiden Wissenschaftlerinnen des Hauses, Eva Gilch und Corinna Ulbert-Wild.

Grundlage war das inhaltliche Konzept, das die Wissenschaftlerinnen zusammen mit Ines Auerbach auf knapp 500 Seiten niedergeschrieben haben. Im Erdgeschoss des neuen Stadtmuseums geht es um das Leben auf der Burg im Mittelalter, gezeigt am Beispiel der Burghauser Burg und ihrer Bewohner Herzogin Hedwig, Herzog Georg und des Hofstaates. Das 2. Stockwerk ist der Stadtgeschichte Burghausens gewidmet, von den allerersten Anfängen einer Besiedlung bis zur Gegenwart. Das Konzept enthält alle wichtigen Themen, erläutert diese detailliert und listet alle Exponate auf, die ausgestellt werden sollen, mit Foto und exakten Maßangaben – schließlich müssen nach diesen Angaben die passenden Vitrinen gebaut werden. Diese Fülle an Informationen setzen die Museumsgestalter kreativ um und entwickeln Ideen für Inszenierungen, Mitmachstationen oder Computerspiele. In intensiver inhaltlicher und gestalterischer Abstimmung entstanden so in den letzten Monaten unzählige Layouts für 870 qm Ausstellungsfläche im neuen Stadtmuseum.

Eine Attraktion erwartet den Besucher gleich zu Beginn im Erdgeschoss. Ein über 4 m hohes, begehbares Baugerüst stimmt auf die Abteilung Leben auf der Burghauser Burg im Mittelalter ein, war doch der Alltag von Herzogin Hedwig ab 1475 von den Arbeiten auf der Burganlage und vom Baustellenlärm bestimmt. Wie z.B. schwere Lasten wie Steine in die Höhe transportiert wurden, kann der Besucher am Modell eines Tretradkranes testen.

Im 2. Stockwerk erzählen aussagekräftige Exponate, spannende Inszenierungen und Mitmachstationen die Geschichte der Stadt, so beispielsweise auch die Zeitabschnitte des Nationalsozialismus, das Ende der NS-Diktatur und die ersten Nachkriegsjahre in Burghausen. Welcher Mangel in den Jahren nach 1945 herrschte, zeigt beispielhaft eine Schaumkelle, die eine Burghauserin aus dem Einsatz einer Gasmaske fertigte.

Ab Ende diesen Jahres werden alle Museumseinbauten und Medienstationen für das neue Museum in Abstimmung mit den Museumsgestaltern gefertigt. Die Arbeiten vor Ort bei Eva Gilch und Corinna Ulbert-Wild gehen aber weiter. Dutzende von Überblicks- und thematischen Texten sowie Hunderte von Objektbeschriftungen müssen von den beiden Wissenschaftlerinnen gut lesbar und verständlich verfasst werden. Alle interaktiven Stationen und Spiele erhalten knappe, anschauliche Texte – auf der Grundlage von exakt recherchierten wissenschaftlichen Inhalten. So kann der Besucher beim Thema „Zu Tisch“ spielerisch erfahren, wie der Adel im Mittelalter speiste, welche Tischsitten es zu wahren galt und welche Gewürze verwendet wurden.

Wie beim Making-of eines Films ist es auch bei der Konzeption eines neuen Museums – im Endresultat stecken unzählige, nicht sichtbare Arbeitsschritte.

Das Layout zeigt die Abteilung Kriegsende und erste Nachkriegsjahre im 2. OG des Stadtmuseums Burghausen.

 

Bilder: © Atelier & Friends GmbH, Grafenau

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