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Geschichte der Fotografie in Bild und Technik

 

1839 wurde die Erfindung der Fotografie veröffentlicht. Der Franzose Jacques Louis Mandé Daguerre entwickelte die Technik. Sie wurde nach ihm genannt: die Daguerreotypie. Das Bild entstand auf einer lichtempfindlich gemachten versilberten Kupferplatte. Es handelt sich um direkt in der Kamera belichtete Unikate. Fast zur gleichen Zeit meldete der englische Privatgelehrte Fox Talbot Prioritätsansprüche auf ein grundlegend verschiedenes fotografisches Verfahren an, bei dem mittels einer Kamera zuerst ein Negativ, dann davon im Kontakt ein positives Bild hergestellt wurde. Talbot erfuhr jedoch wenig Anerkennung, da seine Papierbilder nicht so detailliert waren wie die brillanten Daguerreotypien. Dennoch beruht die moderne Fotografie auf Talbots Idee. Erst als es 1851 gelang, eine lichtempfindliche Schicht auf Glasplatten aufzutragen, wurde die Daguerreotypie schnell verdrängt. Glasplatten wurden bis ca. 1880 im nassen Zustand sensibilisiert, belichtet und entwickelt, wofür zum Beispiel ein reisender Fotograf immer erst an Ort und Stelle der Aufnahme eine Dunkelkammer oder ein Dunkelzelt einrichten musste. Dies ist übrigens einer der Gründe, warum überall, besonders aber in einer Kleinstadt wie Burghausen mit damals unbedeutendem Fremdenverkehr das für den tüchtigen Lichtbildner lukrative Porträtgeschäft vorherrschte. Stadtansichten wurden zunächst kaum hergestellt - der Umstand für die Außenaufnahme stand in keinem Verhältnis zum möglichen Verdienst. Eine Abart des Nassplattenprozesses sind sog. Ambrotypien. Dabei handelt es sich einfach um ein Glasplattennegativ, dem schwarzer Samt untergelegt wurde, so dass für den Betrachter ein recht dunkles Positiv entstand. Abzüge von Glasplatten wurden auf einem mit Eiweiß und Silbernitrat sensibilisierten Papier hergestellt, das man Albuminpapier nannte. Die Fotografie verbreitete sich rasch, doch obschon sie von ihrer Erfindung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erheblich preiswerter wurde, konnte sich allenfalls die bürgerliche Mittelschicht Fotografien leisten. Darin ist eine der Ursachen zu sehen, warum es so viele Bürgerporträts und so wenige Arbeiterbilder aus alter Zeit gibt. Am preiswertesten und am weitesten verbreitet waren die sog. Cartes-de-visite, meist ca. 6x 10 cm auf Karton aufgezogene Ganzporträts. "Kabinettfotos" (ca. 1880) waren etwa postkartengroß und ebenfalls auf Karton montiert. Um die gleiche Zeit gab es auch die ersten Fotoautomaten, Vorgänger der Passbilder- Automaten von heute. Eines dieser alten Geräte hieß "Bosco" und war viel auf Jahrmärkten zu finden, unter anderem auf dem Münchner Oktoberfest. Es stellte kleine Blechbilder her, die auch von Wanderfotografen produziert und Ferrotypien genannt wurden. Die Amateurfotografie verbreitete sich in Deutschland langsam - erst nach der Jahrhundertwende und noch mehr in den 20er Jahren. Zu diesem Zeitpunkt gab es längst fabrikmäßig hergestellte Trockenplatten und Filme von bis dahin nicht gekannter Empfindlichkeit, die unter günstigen Umständen Belichtungszeiten von Sekundenbruchteilen zuließen. - Ab 1907 konnte man kommerziell hergestellte Platten für die Farbfotografie kaufen. Sie hießen Autochrome. Erst in den späten 30er Jahren waren Farbfilme auch für Amateure leicht erhältlich - und die Anwendung nicht mehr mit kaum überwindlichen Schwierigkeiten verbunden. Im 1. Stock wird in mehreren Räumen die Entwicklungsgeschichte der Fotografie als spannende Abfolge dargestellt, von den Anfängen bis heute, von der Erfindung bis zur Verbreitung als Massenmedium.

Kontakt

Hier finden Sie die Ansprechpartner vom Haus der Fotografie.

Öffnungszeiten:

27. März bis 3. November 2013, Mi - So 10 - 18 Uhr

Aussenansicht Haus der Fotografie Burghausen

Haus der Fotografie

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