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Bildnisse der Imago 1:1

11.05. - 29.06.2008

Susanna Kraus und Annegret Kohlmayer

Imago 1:1 – die begehbare Selbstporträtkamera mit den Originalmaßen von 7x4x3m, ermöglicht eine 1:1 Abbildung im Format 60x200 cm direkt auf ein Silber Gelatine Schwarzweiß-Umkehrpapier. Bei diesem analogen fotografischen Prozeß entfällt das Negativ, die Belichtung erfolgt mittels  Projektion auf das Fotopapier – jedes Bild ist ein Unikat.

Von der Technik der wissenschaftlichen Fotografie ausgehend schuf der Physiker Werner  Kraus  Anfang der 70-Jahre eine eigens  für die 1:1 Fotografie entwickelte Optik.

Der Nürnberger Professor für Goldschmiedekunst Erhard Hössle konstruierte ein aus verschweißten Eisenplatten und beschichteten Planen bestehendes begehbares Kunstobjekt, in dessen Innenraum man sich, ohne Fotograf, nur seinem seitenrichtigen Spiegelbild überlassen, selbst fotografieren kann.

Die Kamera war in den 70-Jahren auf zahlreichen Ausstellungen vertreten; So u.a. schon einmal auf der Photokina 1976, damals eingeladen und mit einer Auszeichnung (Obelisk) geehrt von Prof. Fritz Gruber, dem Begründer der Photokina.

 Das Interesse für die Fotografien war groß und die Bilder erregten Aufsehen. Mitte der 80-Jahre jedoch wurde die Produktion des Fotopapiers eingestellt und somit die Kamera im Lager der Neuen Sammlung München eingelagert.

Die Schauspielerin und Künstlerin Susanna Kraus, Tochter des Erfinders reaktiviert im Jahre 2004 die Kamera Imago 1:1 und bringt das „Kraus Silber Gelatine SW Umkehrpapier“ wieder auf den Markt.

Nach intensiven Bemühungen ist es ihr gelungen, verschiedene europäische Firmen zur Zusammenarbeit zu bewegen, sich dieses komplizierten Herstellungsverfahrens wieder anzunehmen.

2006 stößt die Wiener Fotografin Annegret Kohlmayer zu dem Projekt und gemeinsam werden die fotografischen Möglichkeiten dieser Kamera weiterentwickelt.

Erstmals war die Kamera wieder in voller Größe und Funktionstüchtigkeit zum Monat der Fotografie 2006 in Wien zu sehen gewesen. Für die Realisation eines Buchprojektes über den Zirkus Roncalli wurde sie dann nach München transportiert

 Ab Oktober 2007 steht die Kamera  im „Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe“ (ZKM) im Rahmen der Ausstellung  „You_ser...“  von Peter Weibel.

In der Kamera Imago 1:1 entstehen Selbstportraits mit dem Blick auf das Charakteristische, auf das Dahinter. Im Mittelpunkt steht der Moment des sich Einlassens – des Einlassens auf sich selbst, an diesem Ort, zu dieser Zeit.  Es geht hier, sei es in der Technik oder im künstlerischen Ausdruck, um Authentizität und Einzigartigkeit. Durch das Spiel mit Licht und Schatten, Schärfe und Unschärfe, Hell-Dunkel-Kontrasten entstehen Bilder mit besonderer Ästhetik.  Alle Entscheidungen werden vor dem Auslösen getroffen, es erfolgt keine Nachbearbeitung und auch keine Vervielfältigung. Beliebigkeit und Austauschbarkeit sind daher kein Thema.

Die Kamera dient aber auch immer zur Umsetzung  eigener künstlerischer Arbeiten. Auf diese Weise entstand die Ausstellung „Göttliches Spiel“, fotografische Betrachtungen zur griechischen Mythologie von Susanna Kraus und Annegret Kohlmayer, die im Aug./Sept. 2007 im Theseustempel des Kunsthistorischen Museum Wien  gezeigt wurde. Weitere Ausstellungen folgen.

Zur Ausstellungs eröffnung in Burghausen werden die Erbauer der Kaera, der Physiker Werner Kraus und der Goldschmied Erhard Hößle erwartet.

 

 

 

 

 

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