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Das Abseitige am Reisen

21.05.-30.07.2006

Andrew Phelps / Günter Standl

Campingurlauber sind sonderbare Wesen. Entfliehen der Zivilisation der Städte, um es sich in der vermeintlich wilden Natur erst recht wieder häuslich einzurichten, meist in Nachbarschaft von ihresgleichen. Vor allem Dauercamper scheinen ein Bedürfnis nach dem Idyll vom Eigenheim zu haben. Exakt parzellierte, terrassierte Anlagen mit asphaltierten Wegen, blickdichten Thujenhecken, Strom- wie Wasseranschlüssen und Satelliten­schüsseln auf dem Dach: Ohne Komfort, Sauberkeit und Sicherheit lässt es sich offensichtlich nicht gut Ferien machen. In seinem Langzeitprojekt "Natur De-luxe" widmet sich Andrew Phelps mit quasi wissenschaftlicher Konsequenz diesem Paradoxon einer Freizeitgesellschaft zwischen Mobilität und Sesshaftigkeit, zwischen Aufsuchen "unberührter" Natur und szenischem Arrangement derselben.

Merkwürdiges, leicht Befremdliches bis Kurioses in Bezug auf den Tourismus hat auch Günter Standl unter dem Titel "Touristic Places" eingefangen, nebenher, auf seinen Reportagereisen. Das Personal weltweiter Hotels, in Untätigkeit aufgepflanzt, Strand­häuschen und Liegestühlestapel außerhalb der Hochsaison oder Münzfernrohre, die auf menschenleeren points-de-vue stellvertretend für die Ausflügler ihr Auge in die Ferne richten. So Idealstandort und -blick vorgeben, zugleich aber das Augenmerk auf die Fragwürdigkeit von Aussichtsplattformen und Sehvorgaben in Bezug auf die Umgebung lenken.

 Da wie dort: Reglementierter Landschaftskonsum, Requisiten einer Freizeitkultur, kulissenartige Prospekte als Setting für Touristen, augenzwinkernd ins Bild gerückt. Allgegenwärtige wie abseitige, absonderliche Reisephänomene eben, die patchwork-artig arrangiert reichlich Raum für unterschiedliche Erzählungen und Assoziationen offenlassen.

Kuratorin der Ausstellung: Ulrike Matzer, Salzburg/Wien

 

Bildnachweis: Andrew Phelps, Günter Standl, "Das Abseitige am Reisen"

 

 

 

 

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