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Fotografie im 20. Jahrhundert

02.07.-20.08.2014

Aus unseren Sammlungsbeständen 

 

PORTRÄTFOTOGRAFIE

Schon für die traditionelle Kunst bot das menschliche Antlitz eine besondere Herausforderung. Es sollte vor allem ab der Renaissance nicht nur Ähnlichkeit garantieren, sondern dem Dargestellten auch eine bestimmte Aura verleihen.

Die Fotografie übernahm diese Aufgabenstellung. Es kommt einer Revolution gleich, dass erstmals Bilder erzeugt werden konnten, die den zu Porträtierenden auf rein technischem Weg fixierten, eben ohne manuelle Hilfe, und damit erstmals ein authentisches Porträt erzeugten.

In Anlehnung an die Malerei versuchte man zugleich mit Hilfe bestimmter Posen und Haltungen aber auch durch Beigabe von Requisiten und Attributen dem Dargestellten die Aura von Bedeutung, Würde und Individualität zu verleihen. Die langen Belichtungszeiten in der Frühzeit der Fotografie erschwerten diese Versuche erheblich und ließen die Porträts oftmals steif und leblos wirken.

Erst im 20. Jahrhundert emanzipierte sich die Fotografie von den Vorgaben der Malerei. Aufgrund des technischen Fortschritts in der Fotografie konnte man neue Wege einschlagen und kreative Lösungen wagen.

Allerdings wurde die Porträtfotografie durch die Flut der tragbaren Fotoapparate und die Entwicklung der Amateurfotografie zurück­gedrängt, so dass in der Mitte des 20. Jahrhunderts meist ein guter Freund, ein Elternteil oder ein naher Verwandter die Erinnerungs­porträts machte. In einigen Ländern, in bestimmten Regionen und insbesondere in den Kleinstädten, blieb der Gang zum Fotografen trotzdem eine lebendige Tradition. Besonders feierliche Momente, vor allem die Hochzeit, wurden obligatorisch vom Porträtfotografen verewigt. Eine weitere professionelle Domäne blieb auch das Passfoto – sofern dafür nicht die automatische Fotokabine benutzt wurde.

In diesem Bereich zwischen Massen- und Ausweisfotografie besteht bis heute eine professionelle wie innovative Porträtfotografie, die nicht nur bereits etablierte Methoden der Porträtdarstellung hinterfragt, sondern auch neue Blicke wagt und damit dem fotografischen Bildnis Identität und Persönlichkeit bewahrt.

 

 

 

 

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