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Des Museums neue Kleider...

Kostümgestalterin schneidert fürs Stadtmuseum ein Gewand der Herzogin Hedwig

 

 

Als vergangenes Jahr die Akademie der Bildenden Künste in Dresden deutschen Museen anbot, historische Textilien zu fertigen, meldeten sich Eva Gilch und Corinna Ulbert-Wild vom Burghauser Stadtmuseum sofort. Denn in der künftigen Dauerausstellung wird das Leben auf der Burg im späten Mittelalter ein wichtiges Thema sein.Wie das Leben von Herzogin Hedwig und ihrem großen Hofstaat aussah, was man im Mittelalter aß und trank, wie man sich kleidete und mit was man sich in seiner Freizeit beschäftigte – das werden die Besucher Des Museums neue Kleider Kostümgestalterin schneidert fürs Stadtmuseum ein Gewand der Herzogin Hedwig im neuen Stadtmuseum erfahren. 2012 suchte die Abschlussklasse des Studiengangs Kostümgestaltung der Dresdner Kunstakademie für ihre Diplomarbeiten Anregungen aus der deutschen Museumslandschaft. Im Bestand des Stadtmuseums haben sich keine Textilien aus dem Mittelalter erhalten. Da für die neue Dauerausstellung aber Kleider gezeigt werden sollen, entstand der Kontakt zwischen dem Stadtmuseum und der angehenden Dresdner Kostümgestalterin Mira Hartner.

Eva Gilch und Corinna Ulbert- Wild vom Stadtmuseum fanden auf mittelalterlichen Gemälden und GrafikenVorlagen. Sie schickten Mira Hartner Fotos von einem Kleid für eine adelige Dame mit den modischen Attributen aus der Zeit Herzogin Hedwigs und von der Sommerhoftracht für einen Diener am Burghauser Hof. Anhand der Fotos und genauer Beschreibungen konnte nun die Studentin Mira Hartner in Dresden ihre Diplomarbeit beginnen. Von einer Mitstudentin, die Modell stand, wurde Maß genommen und dieses auf Schnitte übertragen. Passende Stoffe wurden ausgewählt und zum Teil eingefärbt, so dass sie der Vorlage entsprachen. Äußerst zeitintensiv war der Druck der Ornamente auf das dunkelgrüne Samtoberkleid. Mira Hartner stand eine Woche in der Siebdruck-Werkstatt der Kunstakademie , bis alles stimmte. Nochmal eine Woche dauerte es, bis sie die Ornamente mit Goldfaden bestickt hatte, um ihre prunkvolle Wirkung zu verstärken.

Gerade diese Kleinigkeiten machen die besondere Wirkung des edlen Frauenkleides aus. So erhalten die Ausschnitte goldene Bordüren , die mit farblich passenden Steinen und Perlen bestickt werden. Der Saum des Kleides erhält einen Pelzbesatz. Eine besondere Herausforderung stellte die Kopfbedeckung dar. Wie bleibt die so genannte Wulsthaube in ihrer besonderen Form? Und hier zeigt sich, dass die angehenden Dresdner Kostümgestalter allerhand Tricks auf Lager haben, die sie in ihrer späteren Arbeit am Theater gut einsetzen können. Denn als ideal für die Wulsthaube erwies sich das Füllmaterial für Autositze, da es sich problemlos schneiden lässt und immer in Form bleibt.

Bis zum Frühsommer muss die Abschlussarbeit von Mira Hartner fertig sein. Dann darf sie sich Diplom- Designerin für Kostümgestaltung nennen. Und das Stadtmuseum Burghausen kann in seiner neuen Dauerausstellung nach dem derzeit laufenden Umbau zwei außergewöhnliche Textilien zeigen, die die Besucher in die ZeitamHofe Herzogin Hedwigs zurückversetzt.

15.02.2014-/Fotos: Stadtmuseum Burghausen


Hauptburg-Burghausen

Museumsgeschichte

Seit 1899 präsentiert das Stadtmuseum seine Sammlungen in der mittelalterlichen Burganlage. Die Hauptburg bietet einen...

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