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Museumsgeschichte

Auf einem Bergrücken zwischen der Salzach und dem Wöhrsee erstreckt sich mit 1.051 Metern die weltlängste Burganlage. Sie wurde im Mittelalter erbaut. Hier lebten von 1255 bis 1503 die Familien der niederbayerischen Wittelsbacher Herzöge, zuletzt Herzogin Hedwig, bekannt durch die Landshuter Hochzeit. Die Hauptburg mit ihren Gewölben und Räumen aus dem 13. bis 15. Jahrhundert bietet einen prächtigen Rahmen für das Stadtmuseum.

Die Geschichte des Stadtmuseums beginnt im Grunde bereits 1891, als die Garnison die Burg Burghausen verließ, auf der sie über 100 Jahre lang stationiert war. Für die 1.051 m lange und aus sechs Abschnitten bestehende Burganlage fand man keine andere Nutzung. So überlegte man, sie an privat zu verkaufen oder sogar abzureißen. Um das zu verhindern, machten der hiesige historische Verein von Oberbayern den Vorschlag, eine Galerie alter Meister in der Burg einzurichten. Die bayerische Regierung genehmigte die Idee einer "staatlichen Provinzgalerie Burghausen". 1898 zog in den Palas die staatliche Gemälde¬galerie ein. Hier befindet sie sich auch heute noch unter dem Namen "Staatliches Burgmuseum".

Gleichzeitig mit der Gründung der Gemäldegalerie hatten sich "Burghauser Altertumsfreunde" zusammengetan und eine intensive Sammeltätigkeit begonnen. 1899 konnten die ersten 300 Objekte in der Torwartstube am Eingang der Hauptburg ausgestellt werden. Gleichzeitig wurde das Stadtmuseum und der Stadtmuseums- und Altertumsverein Burghausen - als erster eingetragener Verein Burghausens überhaupt - gegründet.

1902 hatte das Stadtmuseum in der Torwartstube bereits keinen Platz mehr und zog in das Untergeschoss des Palas. Die Bestände wurden nicht nur durch Spenden, sondern auch gezielt durch Ankäufe erweitert: mit dem "Gilgenberger Feuerwehrmuseum" kamen Waffen und mit der Sammlung des Justizrates Brunner zahlreiche archäologische Funde ins Museum. Die Archäologie war zu jener Zeit ein wichtiger Schwerpunkt. So erforschte der Verein hallstattzeitliche Hügelgräber im nahe gelegenen Höresham. Als auch Teilbestände der Bibliothek des Jesuitenkollegs hinzukamen, bat der Verein abermals um mehr Platz.

1907 bezog das Museum zusätzliche Räume in der Kemenate, den Wohnräumen des Hofstaates der Herzogin in der Hauptburg. Hier befindet sich das Museum auch heute noch – nun allerdings auf 2.000 qm und vier Stockwerken untergebracht.

Von 1901 bis 1928 leitete der Schulrat und Heimatforscher Karl Stechele das Stadtmuseum. Auf ihn geht die "Burghauser Galerie" zurück, eine umfangreiche Sammlung mit Stadtansichten zeitgenössischer Künstler.

Auf Karl Stechele folgten Anton Asböck, Hans Kammerer und Josef Pfennigmann als Museumsleiter. Kontinuierlich wurde die Sammlung ausgebaut. 1964 kam die Sammlung des Stadtmuseums als Dauerleihgabe an die Stadt Burghausen.

Der Ausbau der Abteilung "Burghauser Kunst" war unter den Museumsleitern Christine und Josef Schneider (1973-2005) wieder ein Ziel geworden. Ihr Verdienst ist es u.a. die umfassendste della-Croce-Sammlung Südostbayerns aufgebaut zu haben, jenes bedeutenden Burghauser Malers an der Schwelle des Rokoko zum Klassizismus. Dem Ehepaar Schneider ist auch die erste systematische Gliederung der Dauerausstellung zu verdanken. Durch ein Farbensystem gekennzeichnet präsentierte das Stadtmuseum bis 2010 sechs Schwerpunktthemen:

  • Malerei und Plastik vom Mittelalter bis in die Gegenwart mit Schwerpunkt Barockzeit
  • Volkskunst und Handwerk
  • Stadtgeschichte und Archäologie
  • Bürgerliches Leben in Burghausen
  • Militaria
  • Vogel- und Schmetterlingssammlung

2010 begannen die Vorbereitungen für die Bayerisch-Oberösterreichische Landesausstellung "Bayern und Österreich", die 2012 auf bayerischer Seite in den Räumen des Stadtmuseums stattfand. Hierfür wurde die Infrastruktur des Museums durch den Einbau eines Fahrstuhles, den Ausbau von museumspädagogischen Räumen, eines Veranstaltungsraumes und eines großen Eingangsbereiches entscheidend verbessert. Nach dem Abbau der Landesausstellung wird für das Stadtmuseum eine neue Dauerausstellung konzipiert. Das Stadtmuseums wird mit den Themen Erlebnis Burg und Stadtgeschichte Burghausen am 16. Juli 2016 für das Publikum wiedereröffnet.

In Bildern

Gemaelde von Stechele
Dauerausstellung in der Burg
Museumspaedagogik

Aktuelles

Aktuelles über das Stadtmuseum, seine Sammlungen, Ausstellungen und Veranstaltungen

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