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Zum Nachdenken

Zum Nachdenken anregen (PNP, 8.8.13)
"Es ist wichtig, dass die Leute selber nachdenken und sich Sachen bewusst machen", sagt Mathias Poschner. Neben Christoph Wenzl steht er im Schatten einiger Stadtpark-Bäume und hält einen laminierten Streifen Papier in der Hand. Gerade hat er die Sichtweise von Senor Caballo, eines brasilianischen Sojabauerns, auf Massentierhaltung vorgelesen. Sojaanbau für Futtermittel bringe Geld, und der Regenwald verschwinde sowieso. Es ist die letzte Station des "Weltbewusst"-Stadtrundgangs, den die beiden FÖJler des Burghauser Umweltamts Ende August anbieten wollen.
Seit vergangenem September absolvieren die beiden 19-Jährigen ihr "freiwilliges ökologisches Jahr". Studieren wollten sie nach dem Abi nicht sofort, sondern selbst etwas tun. Bei Bachrenaturierungen und Teichfreilegungen waren sie dabei, kümmerten sich um die Ziegen am Burgberg und Bachkäferbrutstellen. "Wir waren aber auch Mädchen für alles", sagt Poschner. Und zum Abschluss veranstalten sie einen Stadtrundgang.
Bei diesem geht es nicht nur, wie man bei flüchtigem Lesen meinen könnte, um die Umwelt, sondern um Konsum, Handys, Fair Trade oder Tierhaltung. Seit 2003 gibt es das Projekt bereits, in mehr als 50 Städten werden Führungen angeboten. Wenzl und Poschner hörten im Februar auf einem FÖJ-Seminar in München davon. Vor etwa zwei Monaten begann Wenzl, der sich von Haus aus sehr für Umweltpolitik interessiert, zu recherchieren.
Große Banken und der Regenwald Auch an der ersten Station vor einem Bankgebäude geht es um den Regenwald. Und darum, in welche Projekte Banken ihr Geld investieren, um den Sparern Zinsen zahlen zu können. Das sind eben nicht immer die ethisch besten. "Die wenigsten wissen, wie das abläuft", sagt Wenzl, "Mathias, du bist jetzt Sparer". Poschner reicht ihm ein Bündel Spielzeuggeld. Im Rollenspiel stellen sie das System nach. Dann erzählen sie, dass manche Banken in Streumunition-Firmen investieren, geben aber auch Gegenbeispiele. Auch an den anderen Stationen erklären sie Alternativen. Am Ende teilen sie Blätter mit Positivbeispielen aus.
Nächstes Thema: Textilien. Im Schatten eines Bekleidungsgeschäftes zieht Wenzl Bilder aus einer gelben Mappe. Anhand dieser erläutern die beiden die Produktion von Billig-Shirts von den "killing fields", den indischen Baumwollplantagen, bis zu Nähfabriken in Indonesien und Bangladesch. "Für ein T-Shirt, das nicht unter solchen Bedingungen hergestellt wurde, muss man ungefähr den doppelten Preis rechnen", schätzt Wenzl. Sein blaues Polohemd habe etwa 30 Euro gekostet.
Zurück zum Regenwald, also in den Stadtpark, wo die Sprenkelanlagen wenigstens etwas Rasen grün halten. Auch hier wieder ein Rollenspiel: Neben Senor Caballo äußern unter anderem ein Umwelschützer und ein Konsument ihre Meinung zu Fleischkonsum. Über dessen Auswirkungen auf Umwelt, Tiere und Klima soll anschließend diskutiert werden. "Wir wollten keine Klassen führen, die nur notgedrungen mitgehen", sagt Poschner, "Die Leute machen eher mit, wenn es sie wirklich interessiert." Und um das mitdenken und mitdiskutieren geht es den beiden ja. "Mit so etwas erreicht man die Menschen ein bisschen mehr", meint Wenzl, was im Fernsehen laufe berühre nicht.
Ein- bis eineinhalb Stunden dauert die informative Tour. Wer sich für das große Ganze im alltäglichen Konsum interessiert, kann sich bei Christoph Wenzl und Mathias Poschner unter 08677/887308 oder per E-Mail foej.umweltamt@burghausen.de anmelden. Gerne führen sie auch Gruppen, sechs oder mehr Personen wären ideal. Stattfinden sollen die Führungen in der letzten Augustwoche, bei Tag und Uhrzeit sind die beiden aber flexibel. Der genaue Termin sei von den Interessenten abhängig, sagt Poschner. "Wenn jemand nur Dienstagabend kann, dann gehen wir mit ihm eben da."
-> Link zum Artikel)




PNP /27.07.13 / Faire Kleidung am Aventinus
Im Rahmen der fairen Wochen stellte Andy Ash-croft sein Unternehmen "Kool-skools" vor, das Schulen in Großbritannien mit Kleidung aus fair produzierter Baumwolle versorgt. Während des Vortrags beschrieb er die katastrophalen Zustände in der konventionellen Baumwollproduktion und –verarbeitung, wie künstlich gedrückte Preise, Kinderarbeit und eine Suizidwelle unter indischen Baumwollbauern aus Verzweiflung über ihre hoffnungslose Lage.
"Koolskools", zu Deutsch "coole Schulen", setzt daher auf ethisch korrekte Ernte- und Produktionsbedingungen. Das Unternehmen arbeitet mit verschiedenen Herstellern in Indien, Kamerun und Mauritius zusammen, die das Material ernten, spinnen, färben und nähen. Sie alle sind mit dem Fair-Trade-Siegel ausgezeichnet worden.
Auch das Aventinus-Gymnasium wird auf Initiative von Elternbeiratsmitglied Michael Wirnsberger seine Schul-T-Shirts von "Koolskools" beziehen, weitere Schulen wollen folgen. Burghausen soll auch in Sachen Kleidung den Titel "Fair-Trade-Stadt" verdienen,so die Überlegung der Initiatoren.
(pnp, 27.07.13, www.pnp.de/region_und_lokal/paid_content/landkreis_altoetting/burghausen/881101_Faire-Kleidung-am-Aventinus.html)


PNP / 2.12.2012 Erste Fairtrade Siegel für die Gastronomie
Eine Idee, die zu Beginn oftmals als Spinnerei abgetan wurde, formt sich zu konkreten Projekten und gewinnt an Bedeutung. Im Mai dieses Jahres haben Initiatoren um Stadträtin Sabine Bachmeier den großen Erfolg erreicht. Die Stadt Burghausen hatte sich um den Titel FairTrade beworben und erhielt dieses Siegel, das für menschenwürdige Arbeitsbedingungen weltweit steht und sich gegen Ausbeutung und Versklavung wendet.
Jetzt konnte die Burghauser FairTrade-Gruppe das erste Schild an einen Betrieb vergeben. Bekommen hat es die evangelische Diakonie für das Lokal Herzog-Georg-Stuben in den Grüben. In dem Lokal werden Kaffee und Wein ausschließlich aus fairem Handel bezogen. "Der Preisunterschied im Einkauf ist gar nicht so groß, weil wir nicht allein für Burghausen bestellen und deshalb große Mengen abnehmen", stellt Diakonieleiter Dirk Hentrich heraus und fügt hinzu: "Wir verfolgen beim Einkauf zwei Prinzipien. Was in der Region produziert wird, kaufen wir vorrangig, den Rest über den fairen Handel." Das Schild mit dem Siegel soll nun einen Ehrenplatz im Lokal bekommen.
(pnp, 2.12.2012; www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_altoetting/burghausen/599062_Erste-FairTrade-Siegel-fuer-Gastronomie.html)

PNP / 9.5.2012 / Burghausen ist Fairtrade-Town
"Ab heute spielt Burghausen in der Champions League", meinte Ehrenbotschafter von Fairtrade-Deutschland, Manfred Holz, am Dienstagabend im Gartensaal des Bürgerhauses und überreichte Bürgermeister Hans Steindl das Fairtrade-Siegel. Damit wurde Burghausen die 81. Fairtrade-Stadt in Deutschland und steht, global gesehen, in einer Reihe mit London, Paris und Kopenhagen.
Nachdem der Stadtrat im April 2011 einstimmig beschlossen hatte, den Titel "Fair-Trade-Town" anzustreben, bildete sich im Juni letzten Jahres eine Steuerungsgruppe aus acht Aktiven, die auf die Erfüllung aller Kriterien hinarbeitete. Die Anforderungen wurden übertroffen: Sechs Geschäfte bieten Fairtrade-Produkte an, in Cafés, Hotels und Restaurants wird Kaffee und Tee aus fairem Handel ausgeschenkt, das Rathaus, die Schulen, Kirchengemeinden und die Kolpingfamilie beteiligen sich, auch der Burghauser Anzeiger unterstützte von Anfang an die Aktion.
(pnp, 9.5.12; www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_altoetting/burghausen/414897_Burghausen-ist-Fairtrade-Town.html)

PNP / 31.10.2011 / Die Stadt Burghausen hat sich um den Titel "Fair-Trade-Stadt" beworben und die entsprechenden Unterlagen bei der Fair-Trade-Deutschland-Zentrale in Köln eingereicht.
Die Aussichten, in die Reihen der Fair-Handels-Kommunen aufgenommen zu werden, stehen gut. Denn Burghausen erfüllt mittlerweile alle für den Erhalt des Siegels notwendigen Kriterien. Bei einem positiven Entscheid, der voraussichtlich in vier bis sechs Wochen erwartet wird, ist eine "Auszeichnungsveranstaltung" geplant.
In Gang gekommen ist die Aktion durch eine Initiative von Stadträtin Sabine Bachmeier. In der Stadtratsitzung vom 13. April dieses Jahres machte sie deutlich, dass es mit dem Erwerb des Titels darum geht, die nachhaltige und sinnvolle Arbeit der Burghauser Bürger aufzuwerten, die seit Jahrzehnten am Verkauf von fair gehandelten Waren mitwirken.
(pnp 31.10.2011; www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_altoetting/burghausen/257096_Bewerbung-um-Titel-Fair-Trade-Town-eingereicht.html)
 

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