TOP Ö 3.1: Vollzug der Baugesetze;
Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 91 für den Bereich Unghauser Straße (östlich), Friedrich-Ebert-Straße (südlich), ehem. Mehringer Straße (westlich), Vollmarstraße (nördlich), Am Stadtpark, im Verfahren gemäß § 13a Abs. 1Satz 2 Ziff. 1 BauGB - Satzungsbeschluss

Beschluss: ungeändert beschlossen

Abstimmung: Ja: 9, Nein: 0

Dem Stadtrat wird empfohlen, folgenden Beschluss zu fassen:

 

Zum Schreiben des Landratsamtes Altötting vom 04.07.2011:

Sachgebiet 52 (Hochbau):

1. Die betreffende Nutzungsschablone wird um die Signatur Typ A1-FD ergänzt.

2. Da der überwiegende Teil der Bestandsgebäude in ihrer Kubatur erhalten bleiben soll, werden die diesbezüglichen Festsetzungen beibehalten.

3.  Der Gebäudetyp F nimmt am künftigen zentralen Platz funktionsbedingt eine Sonderstellung ein, die auch durch den kubischen Baukörper und die Fünfgeschossigkeit dokumentiert wird. Die angrenzenden Bestandsgebäude sollen in ihren Außenabmessungen weitgehend beibehalten werden.

4.  Die Geschoßflächen entsprechen den potentiellen Neu- und Erweiterungsplanungen.

5.  Sichtschutzwände sind lediglich als gestalterische Elemente zu den neu geschaffenen Innenräumen vorgesehen, jedoch nicht entlang sämtlicher Stellplatzanlagen.

6.  Laubengänge und Balkone liegen nunmehr  innerhalb der Baugrenzen.

7.  Die Schemaschnitte E stehen für eine sieben- bzw. eine achtgeschossige Variante, die im Rahmen der Wandhöhe von maximal 24,60 m auch zulässig ist.

8.  Im Anhang der Festsetzung B.6.2 wurde bewusst der Hinweischarakter gewählt, um die Detailgestaltung nicht dezidiert vorzuschreiben. Hier sollte lediglich das Gestaltungsempfinden angeregt werden.

9.  Die geplanten Neubauten sollten im Interesse einer weitgehend einheitlichen Höhenentwicklung  und aus gestalterischen Gründen mit Flachdächern ausgeführt werden.

 

Immissionsschutzgesetz:

Die Stadt Burghausen hat durch die Festsetzungen des Bebauungsplanes Nr. 91 den Schallschutz der Anwohner im Inneren des Gebäudes, während des Volksfestbetriebes sicher gestellt. Eine Vermeidung von Immissionsorten (d.h. von schutzbedürftigen Aufenthaltsräumen mit nicht öffenbaren Fenstern) am Bauvorhaben stellt im vorliegenden Fall eine unverhältnismäßige Maßnahme dar, da die künftigen Nutzer dann auch in den weit überwiegenden Zeiten außerhalb des Volksfestbetriebes, die Fenster nicht öffnen könnten.

In der Abwägung wurde bewusst, das das  allgemeine Interesses an der Durchführung des in der Bevölkerung verankerten Volksfestes dem Ruhebedürfnis der Anwohner gegenübersteht.

 

 

B e g r ü n d u n g

zur Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 91 für den Bereich Unghauser Straße (östlich), Friedrich-Ebert-Straße (südlich), ehemalige Mehringer Straße (westlich) bzw. Stadtpark, Vollmarstraße (nördlich) im Verfahren gemäß § 13 a Abs. 1. Satz 2 Ziff. 1 BauGB.

 

1.         Lage und Bestandssituation

1.1       Leitgedanken der Gesamtplanung,  

Für das Quartier der Wacker Pensionskasse wurden von der Stadt Burghausen in einem Rahmenplan nachfolgende Leitgedanken festgelegt:

 

-           lebendige Bewohnerstruktur, ausgewogene Wohnungsmischung

-           Bleibemöglichkeit der jetzigen Bewohner

-           maßvolle und prägende Nachverdichtung

-           Erhalt vorhandener Bausubstanz

-           Modernisierung des Wohnstandards

-           Sanierung der Haustechnik, zukunftsfähiges Energiekonzept

-           barrierefreie und altengerechte Wohnungen

-           Verbesserung des Wohnumfelds

-           Erhöhung der Wirtschaftlichkeit

            Die bisher in Folge der wenig qualitätvollen, bauzeitlich errichteten Oberflächengaragenanlagen gering verdichtete ”ehemaligen Wohnanlage der Wacker Pensionskasse” bietet wegen ihrer Nähe zum Zentrum Burghausen Neustadt die Möglichkeit, mittelfristig das Quartier zu einer hochwertigen Wohnsiedlung mit einer höheren Bebauungsdichte weiter zu entwickeln. Das städtebauliche Konzept für die an Stelle der bisherigen Garagenhöfe geplanten Ergänzungsbauten und Quartiersgaragen orientiert sich an der vorhandenen Zeilenbauweise und ermöglicht maximale Flexibilität für die Nutzer.

1.2       Allgemeines

Das ca. 2,5 ha große Planungsgebiet liegt nahe dem Zentrum in der Neustadt von Burghausen. Das untersuchte Gebiet erstreckt sich zwischen Friedrich-Ebert-Straße, Unghauser Straße und Vollmarstraße. Direkt angrenzend, im Osten, liegen der Stadtpark und das Bürgerhaus, im Stadtpark Messehalle und Volksfestplatz sowie ein Abenteuerspielplatz. Im Südosten angrenzend an das Untersuchungsgebiet befindet sich in Verbindung mit dem städtischen Bauhof der Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr Burghausen. Im Süden existiert jenseits der Unghauser Straße eine weitere Grünfläche, auf der inzwischen der Ersatzbau des Kindergartens St. Konrad errichtet worden ist.

Einkaufsmöglichkeiten befinden sich an der benachbarten Robert-Koch-Straße sowie an der Marktler Straße. Jenseits der Marktler Straße befinden sich in geringer Entfernung die Kirchengemeinde St. Konrad, die Johannes-Hess-Schule und das Aventinus-Gymnasium.

Die Anbindung an die Altstadt im Süden erfolgt über die Marktler Straße, an der auch eine Buslinie entlangführt. Eine weitere Buslinie verläuft entlang der Robert-Koch-Straße im Norden des Quartiers und verbindet den Westteil von Burghausen mit der Stadtmitte und dem Bahnhof. Der Bahnhof von Burghausen liegt im Norden, ca. 500 m Luftlinie vom Untersuchungsgebiet entfernt.

Die Stadt Burghausen hat den Bestand der Mehrfamilienhäuser der Pensionskasse der Wacker Chemie erworben, der zum 1.10.2008 an die Burghauser Wohnungsbaugesellschaft (BuWoG) mit insgesamt 23 Gebäudeeinheiten und 210 Wohnungen sowie ebenerdigen Garagen übertragen wurde. Dieser Bestand soll schrittweise modernisiert und heutigen Wohnansprüchen angepasst werden.

In Verbindung mit dem Stadtpark und dem Neustadtzentrum soll die ca. 2,5 ha große Siedlung zu einem modellhaften Stadtquartier umgestaltet und nachverdichtet werden. Dabei wird vor allem dem demografischen Wandel und den Forderungen nach einem effizienten Umgang mit Energie Rechnung getragen. Ein besonderes plus stellt dabei das bereits bestehende zentrale Heizwerk der Wohnanlage dar, mit dem hier bereits eine Wärmeinsel besteht, die sich mit benachbarten Anlagen weiter entwickeln lässt.

Das Wohnquartier besitzt durch seine Lage zwischen dem angrenzenden Stadtpark und dem Neustadtzentrum eine hohe Attraktivität und somit eine außerordentlich hohe Lagequalität. Sowohl Einkaufsmöglichkeiten als auch öffentliche Einrichtungen wie Kindergarten, Schulen und Kirchen sind zu Fuß gut erreichbar. Mit dem angrenzenden Stadtpark liegen Naherholungs- und Aktivitätsflächen praktisch vor der Tür. Die Innenzonen sollen als in den Siedlungsbereich erweiterter Stadtpark qualitativ deutlich aufgewertet werden, so dass hier neben der Zentralität praktisch ein Wohnen im Park ermöglicht wird.

Die großzügigen Innenbereiche bieten die Chance, maßvolle Neubauten behutsam einzufügen ohne die bestehende Bebauungsstruktur nachteilig zu verändern.

Die Grundrisse in den Bestandswohnungen lassen sich für unterschiedliche Wohnformen und Haushaltsgrößen umgestalten. In Verbindung mit den Ergänzungsbauten kann der Wohnungsmarkt in Burghausen nachhaltig bereichert werden.

Zusammenfassend bietet die Siedlungsstruktur und die Bausubstanz ein gutes Potenzial für eine nachhaltige und zukunftsfähige Umgestaltung, die das Wohnquartier dauerhaft als attraktiven Wohnstandort in Burghausen sichert.

 

2.         Planungsgrundlagen

 

2.1        Einordnung in übergeordnete Planungen

Der Flächennutzungsplan der Stadt Burghausen mit integriertem Landschaftsplan stellt den Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 91 als Wohnbaufläche dar.

 

2.2        Erfordernis der Planung

Die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 91 wird erforderlich, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine qualitative Aufwertung der Außenanlagen der bestehenden Siedlung durch Entlastung von oberirdischen Garagen-  und Stellplatzanlagen mit der Errichtung von Tiefgaragen einerseits und behutsamer Nachverdichtung durch Festsetzung städtebaulich wünschenswerter Ergänzungsbauten als Weiterentwicklung der vorhandenen Siedlung  andererseits zu schaffen.

 

2.3        Naturräumliche Zusammenhänge

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 91 befindet sich auf der Hochterrasse im Siedlungszusammenhang und zentraler Lage der heutigen Neustadt von Burghausen

 

2.4        Planungsrechtliche Zusammenhänge

Im Westen des geplanten Geltungsbereiches des Bebauungsplanes Nr. 91, westlich der Unghauser Straße befinden sich gewachsene, kleinteiliger bebaute Gebiete, im Norden schließen mit inzwischen dichterer Bebauung zwischen Friedrich-Ebert- und Robert-Koch-Straße die Geltungsbereiche der Bebauungspläne Nr. 8 sowie Nr. 8 a an, die teilweise Kerngebiet festsetzen. Flächen zur Nahversorgung finden sich in der Kernzone an der Robert-Koch-Straße und an der Marktler. Im Osten und Süden liegt der im Zuge der Landesgartenschau 2004 angelegte zentrale Stadtpark, im Südosten befinden sich die Flächen für den Gemeindebedarf des städtischen Bauhofes und der Freiwilligen Feuerwehr Burghausen.

 

2.5        Verfahren gemäß § 13 a Abs. 1 Ziff. 1 BauGB

              Die Aufstellung dieses Bebauungsplanes soll im Verfahren gemäß § 13 a Abs. 1 Ziff. 1 BauGB erfolgen, da es sich um eine Maßnahme der Innenentwicklung handelt und die zulässige Grundfläche im Sinne des § 19 Abs. 2 BauNVO deutlich geringer als 20.000 qm ist. Voraussetzung hierfür ist, dass die Abfrage, ob sich Anhaltspunkte für die Beeinträchtigung der in § 1 Abs. 6 Ziff. 7 Buchstabe b BauGB genannten Schutzgüter  - FFH-Gebiete – ergeben, die das Verfahren nach § 13 a BauGB ausschließen, negativ verläuft. Im Verfahren nach § 13 a BauGB wird auf die Durchführung einer Umweltprüfung und den Nachweis von Ausgleichsmaßnahmen verzichtet. Eine Anpassung des Flächennutzungsplanes der Stadt Burghausen ist nicht erforderlich.

  2.6       Derzeitige Nutzung

Das Planungsgebiet ist derzeit mit Gebäuden aus den 1950er-Jahren bebaut. Diese sollen modernisiert werden. An Stelle der innerhalb der Hofbereiche vorhandenen, bisherigen Garagen- und Parkierungsanlagen soll der Gebäudebestand nun durch maßvolle Neubauten ergänzt werden.

Die zusammenhängende Wohnungssiedlung wurde durch die Stadt Burghausen von der Pensionskasse der Wacker Chemie erworben und befindet sich nun in der Verwaltung der Burghauser Wohnungsbaugesellschaft (BuWoG).

Der Stadt Burghausen sind keine Altlasten auf dem Planungsgebiet bekannt. Auf dem gegenwärtigen Baugrundstück des Kindergartens südlich der Unghauser Straße ist eine ehemalige Hauswirtsgrube kartiert. Diese wurde vor dem Bau des Kindergartens befundet und für die Nutzung und Bebauung durch die Anlagen des Kindergartens freigegeben.

 

3.         Planungskonzept

 

Die besondere Qualität des Gebiets liegt in der zentralen Lage innerhalb der Neustadt und dem direkt angrenzenden Stadtpark. Die Modernisierung der bestehenden Bausubstanz, die maßvolle Verdichtung mit Neubauten, auch durch ein städtebauliches Merkzeichen (Neubau eines Punkthauses mit 7-8 Geschossen in der Quartiersmitte) sowie eine umfassende Wohnumfeldgestaltung bilden die Basis für das Neuordnungskonzept. Die Errichtung von Tiefgaragen in Verbindung mit den Neubauten bietet die Chance, ein verkehrsfreies Wohnumfeld mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen. 
Das Punkthaus markiert den Quartiersplatz und gibt dadurch dem Gebiet ein identitätsstiftendes Element. Unter allen neu erstellten Hauptgebäuden werden Bewohnertiefgaragen erstellt, wodurch der Hauptanteil des ruhenden Verkehrs unterirdisch angeordnet wird. Die Straßenräume werden durch die geplanten Nebengebäude und Bepflanzungen neu zoniert.

 

3.1       Art und Maß der baulichen Nutzung

Der Bebauungsplan basiert auf einer aus einem Plangutachten entwickelten Rahmenplanung und dient der städtebaulichen Neuordnung sowie angemessenen Nachverdichtung dieses hochwertigen, innerstädtischen Quartiers.

Mit der Festsetzung der überbaubaren Flächen, der zulässigen Grund- und Ge­schossflächen, der grünordnerischen Festsetzungen sowie der Lage der Zufahrten ist gewährleistet, dass für die vorhandene Bebauung in der näheren Umgebung keine negativen Auswirkungen entstehen.

Mit den in Bauabschnitten gliederbaren Nachverdichtungsmaßnahmen sollen die in den bisherigen Garagenhöfen für den vorhandenen Gebäudebestand entfallenden sowie darüber hinaus erforderlichen Stellplätze in Tiefgaragen wieder geschaffen werden. Die innerhalb der Bestandsgrundstücke heraus trennbaren Baugrundstücke müssen daher durch die geplanten Hochbauten, Nebenanlagen und Tiefgaragen weitestgehend be- und unterbaut werden. Hierzu wird die jeweils über- und unterbaubare Grundfläche in den betreffenden, durch Knotenlinien abgetrennten Bereichen mit einer jeweils maximal zulässigen Quadratmetergröße festgesetzt. Diese Festsetzungen überschreiten deutlich den nach § 17 Abs. 1 BauNVO in Verbindung mit § 19 Abs. 4, 2. Satz  BauNVO maximal zulässigen Grenzwert von 0,8 der Grundstücksfläche. Die betreffenden Überschreitungen der zulässigen Versiegelung sind jedoch in Hinblick auf den, mit dem Gesamtkonzept dieses Quartiers im Geltungsbereich des Bebauungsplanes, deutlich unter 0,8 liegenden Gesamtversiegelungsgrad zu rechtfertigen. Trotz zusätzlicher Wohngebäude soll die Quartiersinnenzone stärker durchgrünt und zu einem erweiterten Stadtpark umgestaltet werden.

 

3.2       Städtebauliche Gesamtkonzeption

Der überwiegende Teil der vorhandenen Gebäude bildet die Grundstruktur, in die an Stelle der bisherigen, oberirdischen Garagenhöfe Ergänzungsbauten der Typen C und H sowie im Bereich der nicht mehr benötigten Böcklerstraße bzw. eines abzubrechenden Bestandsgebäudes das Punkthaus Typ E eingefügt werden sollen.

Entlang der Friedrich-Ebert-Straße wird das nördliche, längs verlaufende Gebäude Typ G durch den 5-geschossigen Anbau, Typ F ergänzt.

Im südlichen Bereich vervollständigen die beiden 4-geschossigen Neubauten mit zurückgesetztem 5. Geschoss Typ C die bestehende Zeilenbauweise. Sie stehen – wie die Bestandsgebäude – mit ihren Schmalseiten zur Straße. Im Inneren ergeben sich dadurch unterschiedlich nutzbare Freibereiche, die durch eine differenzierte Freianlagenplanung ausgestaltet werden können. Hierfür werden die Abstandsflächen durch die festgesetzten Baugrenzen entsprechend verkürzt. Das Gleiche gilt für die ebenfalls in einen der bisherigen Garagenhöfe eingefügten Ergänzungsgebäude Typ H.

Die Bauräume der vorgeschlagenen Neubauten bieten auf Grund ihrer Lage, Anordnung und Größe viel Flexibilität in der Grundrissgestaltung. Verschiedenartige Haustypen sind hier möglich wie z.B. Laubengang- oder Spännertypen.

Das Punkthaus Typ E in Quartiersmitte ist sowohl 7-, als auch 8-geschossig mit einem jeweils allseitig eingerückten obersten Geschoss zulässig. Die Abmessung sowie Geschossflächen sind entsprechend der Höhe unterschiedlich festgesetzt.

Die geplante Platzgestaltung mit einem zentralen Platz über der dem Punkthaus zugeordneten Tiefgarage bietet hohe Aufenthaltsqualität und soll durch einen Brunnen besonders aufgewertet werden. Vorstellbar ist, dass die Erdgeschosse der Neubauten Typ E und F eine öffentlich zugängliche Nutzung erhalten (z.B. Cafe, Laden, soziale Einrichtung mit Besuchsverkehr).

Für den Neubau Typ H können zum Platz hin Nebengebäude z.B. für Gartengeräte als Sichtschutz unter einer Baumreihe angeordnet werden.

Nebengebäude für Müll und Fahrräder sind in ausreichender Größe zu errichten. Der Anteil der versiegelten Flächen ist möglichst gering zu halten.

 

3.3       Baukörperkonzept:
Die Hauptbaukörper sind als klare, geschlossene, nicht zerklüftete Baukörper vorgesehen. Die Fassaden werden durch Anbauzonen für Balkone und Laubengänge gegliedert. Die beiden Neubauten Typ H im nördlichen Bereich sind auch auf Grund der festgesetzten Gebäudetiefen für eingeschobene Loggien vorgesehen, die zu kompakten Baukörpern führen.

Bei der Fassadengestaltung ist der Hauptbaukörper zu gliedern. Die angeschobenen Anbauzonen bzw. die Nebenbauteile sind optisch zu differenzieren, d. h. baulich vom Hauptbaukörper abzusetzen. Dies kann z. B. durch einen Wechsel des Materials erfolgen, wie etwa durch farbige Fassadenplatten oder mit Stahl- und Glasbauelementen.

3.4       Energetisches Konzept

            Die ehemalige Wohnanlage der Pensionskasse der Wacker Chemie war bereits seit Anbeginn mit einer zentralen Wärmeversorgung ausgestattet, die im Bereich des Baukörpers Typ I an der Nordostseite des Gebiets situiert ist. Es besteht hiermit bereits eine Wärmeinsel, zu deren Ausweitung Verhandlungen mit benachbarten Wohnanlagen erfolgen sollen. Die Heizanlage sowie die übrigen Medien sollen modernisiert werden. Die geplanten Neubauten sollen in einem abgestimmten Wärmekonzept mit Heiz- und Brauchwasserwärme versorgt werden.

            Mit der Industrie steht die Stadt bereits seit geraumer Zeit in Verhandlungen über die Nutzung von überschüssiger Prozesswärme. Als umfangweicher Wärmeabnehmer bilden der Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 91 sowie die benachbarten Wohnanlagen eine wichtige Wärmeinsel.

            Flankiert durch eine entsprechende Festsetzung ist darüber hinaus auf den Dachflächen die Anbringung von Solar- bzw. Fotovoltaikanlagen geplant. In der vorausgehenden Rahmenplanung wurden Überlegungen zu einem umfassenden Energiekonzept bereits angestellt. Im Zuge der baulichen und energetischen Sanierung der Wohnanlage sowie, in Bezug auf die Leitungsführung, der Planung der Tiefgaragen- und Ergänzungsbauten wird ein detailliertes Energiekonzept aufgestellt.

 

3.5       Verkehr:                                                                                                                              

Der Stellplatzbedarf wird zu einem großen Teil durch Tiefgaragen abgedeckt, welche über Tiefgaragenzufahrten von der Friedrich-Ebert-Straße aus erschlossen werden. Die Quartiersmitte bleibt dadurch vom KFZ-Verkehr ungestört.

 

3.6       Ver- und Entsorgung:

Die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser ist gesichert. Die abwassertechnische Er­schließung des Bebauungsplangebiets erfolgt über bestehende Kanäle in den vorhandenen Straßen. Zur Entlastung des öffentlichen Kanalnetzes sind Niederschlagswässer aus Dachflächen und Oberflächenwässer grundsätzlich auf den Baugrundstücken zu versickern (z.B. Sickermulden bzw. -Rinnen).

Es ist zu beachten, dass der Kanal, der derzeit unter der Böcklerstraße, wie im Plan nachrichtlich eingezeichnet, verläuft, im Zuge der nördlich geplanten Baumaßnahmen verlegt werden muss. Im Rahmenplan wurden hierfür bereits 2 Alternativen vorgeschlagen. Leitungsrechte müssen daher gegebenenfalls bedarfsgerecht auf dem jeweiligen Grundstücksbereich durch den Grundstückseigentümer gesichert werden.

 

4.         Immissionsschutz, Volksfest, Maiwiese:

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes grenzt an die Maiwiese, den Messe- und Volksfestplatz der Stadt. Es ist daher bei insgesamt ca. 2 Wochen Festbetriebszeit mit zeitweisen, in die beginnende Nachtzeit hineinreichenden Störungen der Wohnruhe zu rechnen. Durch die festgesetzten baulichen Vorkehrungen, Schallschutzfenster und schallgedämmter, mechanischer Lüftung, kann die im Jahresverlauf kurze Zeiträume betreffende gestörte, beginnende Nachtzeit überbrückt werden. Bei empfundener Störung können die Fenster der betroffenen Räume eigenverantwortlich geschlossen gehalten werden.

Auf das Schalltechnische Gutachten des Büros Müller BBM vom 08.03.2011 in Verbindung mit der Ergänzung vom 31.03.2011 wird verwiesen.

 

 

5.         Grünordnung:

Einer ausreichenden Durchgrünung des rückwärtigen Bereichs wird durch Grünord­nungsfestsetzungen Rechnung getragen. Auf Grund der Sickerfähigkeit des Untergrundes (Schotter) besteht  ausreichend Möglichkeit zur Versickerung des Niederschlagswassers.

Die befestigten Flächen auf privatem Grund sind auf ein Mindestmaß zu begrenzen und nur mit wasserdurchlässigen Belägen in Sand- bzw. Splittbettung auszuführen. Ausgenommen sind notwendige Zufahrten. Freiwachsende Hecken entlang der Grundstücksgrenzen sind aus Feldgehölzen zusammenzusetzen. Auf die Pflanzliste in den textlichen Festsetzungen wird hingewiesen. Es dürfen keine Nadelgehölze gepflanzt werden. Wände sind in geeigneter Weise mit Kletter- oder Rankpflanzen zu begrünen.

 

6.         Umweltprüfung und Ausgleichsmaßnahmen

              Im Verfahren nach § 23 a Abs. 2 BauGB kann auf die Durchführung der Umweltprüfung und den Nachweis von Ausgleichsmaßnahmen verzichtet werden. Dies ist zu rechtfertigen, da es sich um ein bereits weitgehend bebautes Gebiet handelt, das im Rahmen von Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen behutsam nachverdichtet werden soll.

 

 

Der Bebauungsplan Nr. 91 für den Bereich zwischen Unghauser Straße (östlich), Friedrich-Ebert-Straße (südlich), ehemalige Mehringer Straße (westlich) bzw. Stadtpark, Vollmarstraße (nördlich) im beschleunigten Verfahren gemäß § 13 a Abs. 1 Satz 2 Ziff. 1 BauGB wird in der Fassung vom 11.05.2011 mit den beschlossenen redaktionellen Klarstellungen sowie Begründung und Schalltechnischem Gutachten des Büros Müller BBM vom 28.03.2011 in Verbindung mit der Ergänzung vom 31.03.2011 als Satzung beschlossen.