Kammeroper München – Figaros Hochzeit

Kammeroper München – Figaros Hochzeit

OPERA BUFFA IN 4 AKTEN VON W. A. MOZART IN DEUTSCHER SPRACHE

Eine Produktion der Kammeroper München

Musik Wolfgang Amadeus Mozart

Textfassungen Neuschöpfung

Arrangement Alexander Krampe

Musikalische Leitung Johanna Soller

SolistInnen und Orchester der Kammeroper München

Spieldauer ca. 2 Stunden 30 Minuten

Die Kammeroper München kommt im Januar mit einer der drei großen Da Ponte-Opern von Mozart wieder einmal nach Burghausen in den Stadtsaal: „Le Nozze di Figaro“. Um eine durchgehende Textverständlichkeit zu erreichen, wird eine eigene, gekürzte  deutsche Übersetzung verwendet. .

Die Oper wird gerne als die brillanteste des gesamten Repertoires beschrieben. Politisch wollte Mozart nie sein, vielmehr war er an den Seelentiefen seiner Protagonisten interessiert, die er musikalisch vollendet ausleuchtet. Arrangiert von Alexander Krampe, der sehr nah bei Mozart bleibt, und die jungen Musiker von Johanna Soller sogfältig dirigiert erleben die Zuhörer eine rasante, verständliche Opernfassung, die Freude an der Inszenierung garantiert.

Die musikalische Leitung der Kammeroper München hat seit 2019 Johanna Soller, die schon 2021 mit ihrem Barockensemble in Raitenhaslach brillierte. Bereits mehrere Male war die Kammeroper München in Burghausen  und  begeisterte jedes Mal durch ihre temperamentvollen und lebendigen Inzenierungen.

 

Rezension:

Herrlich frisch
Die Kammeroper München bringt Mozarts „Figaro“ mit einer tollen, jungen
Besetzung in den Hubertussaal.

Die Kammeroper München hat lange gewartet, bis sie sich an Mozarts „Le nozze die Figaro“ wagte,
zu groß war der Respekt vor diesem Werk. Das musste aber gar nicht sein, wie man jetzt erleben
kann. Denn jetzt heißt das Stück „Figaros Hochzeit“, weil auf Deutsch gesungen wird, es ist so etwa
40 Minuten kürzer als im Original, worüber sich Mozart gefreut hätte, und die Aufführung macht
außerordentlich viel Spaß.
Das liegt zunächst am feinsinnigen Arrangement von Alexander Krampe, der sehr nah bei Mozart
bleibt, wenn er die Partitur für das kleine Orchester einrichtet. Er kürzt chirurgisch an vielen Stellen,
mindestens zwei Akte lang könnte man gar nicht sagen, wo er das macht, außer das man sich
wundert, wie rasant die Handlung auf einmal abschnurrt. Johanna Soller dirigiert das Orchester
mit größter Fürsorge für die Sängerinnen und Sänger, streckenweise hat man fast den Eindruck,
man erlebe hier Schauspiel mit Musik, man versteht den Text sehr gut, die Musik legt sich in vielen
Schnörkeln um die Worte. Dazu agieren alle munter und ohne viel Federlesens, die Regie von Maximilian
Berling forciert das direkte Spielen. Allerdings sollte man der Aufführung nicht mit Psychologie
kommen, auch nicht mit der Überlegung, was für ein böser Herrscher der Graf vielleicht ist.
Hier ist er nämlich keiner. Kein Herrscher und nicht böse, sondern in Gestalt von Jonas Müller eher
ein großer Cherubin (hier ohne o am Ende, da ja deutsch), der die Frauen mit fein glimmender
Stimme liebt, auch jene, von denen er die Finger lassen soll.
Im Kern geht es also um fast nichts, das aber toll. Die jungen Sänger der ersten von zwei Besetzungen
brillieren. Johanna Beier (Gräfin): anrührende Kraft. Elisabeth Freyhoff (Susanna): hymnisches
Timbre. Die Duett-Rezitative der beiden sind ein klangliches Wunder. Tabea Mitterbauer ist ein
glühender Cherubin, Nina Schumertl eine leuchtende Marcelina und Linus Mödl ein prächtiger Figaro, mit Kraft und Poesie
Egbert Tholl, München in der SZ am 26.8.2022

Datum

Freitag 13. Jan .2023

Uhrzeit

19:30

Status/Info

Kulturbus

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