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SUMMARY:“Der Theatermacher” Hamburger Kammerspiele | 5. Schauspiel in Burghausen
DESCRIPTION:Von Thomas Bernhard\nRegie: Axel Schneider\nKostüme: Birgit Voß\nMit Peter Bause, Jessica Kosmalla, Alexander Klages/Dirk Hoener\nDer eigentlich unerträgliche aber unwiderstehlich komische und dabei trotzdem zeitlose Theatermacher ist eine der bekanntesten und beliebtesten Figuren des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard.\nDer trostlose Tanzsaal im Gasthof „Schwarzer Hirsch“ in Utzbach – über den Türen brennt das Notlicht. Der ehemalige Staatsschauspieler Bruscon probt seine Weltkomödie „Das Rad der Geschichte”, deren Höhepunkt und Voraussetzung die absolute Finsternis am Stückende ist. Diese hängt an der Zusage eines Feuerwehrhauptmannes im Ort – ein Unding für jemanden wie Bruscon. Zudem erteilt er seinen Familienmitgliedern, gleichzeitig die einzigen Mitwirkenden, letzte Regieanweisungen, muss aber erkennen, dass dies ein vergebliches Bemühen ist. Die quälende „Talentlosigkeit“ der eigenen Familie, ein ununterbrochenes Schweinegrunzen und ein sich ankündigendes Gewitter machen die Umsetzung nahezu unmöglich. Theaterdonner oder Lebenskomödie?\nDie Rolle ist wie gemacht und ein Fest für einen Vollblutschauspieler wie Peter Bause!\n© Lahola\n \nZeiten Kulturbus Stadtplatz Beginn 20 Uhr Rückfahrt ca. 22:20 \nProgramm digital Schauspiele und Meisterkonzerte 2024-2025\nDer Theatermacher (1984, Uraufführung 1985)\nDer Protagonist des bei den Salzburger Festspielen uraufgeführten Stücks ist der Staatsschauspieler Bruscon, der mit seinen beiden Kindern und seiner Frau in einem Dorfgasthof in Utzbach seine Menschheitskomödie „Das Rad der Geschichte“ aufführen will. In langen Tiraden ereifert er sich über die Verkommenheit der noch immer dem Nationalsozialismus anhängenden österreichischen Bevölkerung, die Talentlosigkeit seiner Kinder und die Geistfeindlichkeit des Weiblichen. Letztlich kommt die Vorstellung gar nicht zustande; das Vorhaben, der ganzen Welt eine „Geschichtsstandpauke“ zu halten, scheitert an der bei Bernhard häufig demonstrierten Übermacht der Natur: ein Gewitter verursacht einen Brand im Pfarrhof, die Menschen laufen aus dem Wirtshaussaal und ziehen das reale Spektakel der dramatischen Kunst vor.\nWer Bernhards Familiengeschichte kennt, wird die Beziehungen Bruscons zu den Mitgliedern seiner Familie und seine Auslassungen über die Unterdrückung des genialen Einzelnen durch die Gesellschaft und die Frauen mit dem Bild seines Großvaters Johannes Freumbichler assoziieren. Vor diesem autobiographischen Hintergrund entfaltet der Autor jedoch ein tragikomisches Spiel über die Tyrannei eines Kunstbesessenen, der seine Umgebung in den Dienst einer unbeirrbar verfolgten Idee stellt, was sich auch als „Gleichnis über die Kunst in einer kunstfeindlichen Welt“ (Hans Höller) lesen lässt – wobei es sich konkret um die Kunstferne der Provinz handelt, die in Gestalt realer oberösterreichischer Ortsnamen wie Mattighofen oder Gaspoltshofen präsent ist.\nBernhards Stück, das von allen seinen Dramen die meisten Neuinszenierungen erfuhr, enthält – als tragendes inhaltliches Element – deutliche Anspielungen auf den berühmten „Notlicht-Skandal“ im Zusammenhang mit der Salzburger Uraufführung von Der Ignorant und der Wahnsinnige (1972), als wegen der Weigerung der Festspiele, den Theaterraum am Ende vollständig zu verdunkeln, nur eine einzige Vorstellung über die Bühne ging; im Theatermacher wird Bruscons analoge Forderung vom dörflichen Feuerwehrhauptmann jedoch anstandslos genehmigt  zur erkennbaren Enttäuschung des Schauspielers, dessen Stück nicht einmal mehr auf diese Weise Aufsehen zu erregen vermag.\nE-Mail: gesellschaft@thomasbernhard.at\nWeb: Internationale Thomas Bernhard Gesellschaft (ITBG)\n \n
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