Paul Albert Leitner auf Reisen
Getreu seinem Diktum "Die beste Geschwindigkeit eines Fotografen ist die Schrittgeschwindigkeit" bewegt sich Paul Albert Leitner als Poet mit der Kamera durch Länder und Zeiten. Eben von einem Aufenthalt aus Burghausen zurückgekehrt ist er selbst zu Hause zwischen Bergen von Schachteln mit abertausenden penibel beschrifteter Fotos, Fundgegenständen, Zeitungsausschnitten, Texten wieder nur auf Durchreise, hält kurz inne zum Ordnen der Gedanken und Namen und Bilder.
Jedes Bild ist mit einer präzisen Bildlegende verknüpft, die die meist wie entrückt im gleißendem Leitner-Licht erstrahlenden Motive mit konkreten Punkten in Raum und Zeit verbinden. Leitner bevorzugt den Begriff "Legende". Bild und Text zusammen sind konstitutiv, damit die Bilder gelesen werden können und Leitners Erzählungen, persönliche autobiographische oder ganze Weltgeschichten, zur Entfaltung kommen.
Bald geht es weiter nach Teheran und Yazd. Leitner, der Fotograf als Existenzphilosoph, nimmt nun aber die Metapher von der Existenz als Reise, als ununterbrochenes Unterwegssein zu fremden Ufern ganz ernst und heiter gleichermaßen. Neugierig, mit großen offenen Augen für die Welt drinnen und draußen vollbringt er mit selbstbewusstem Sentiment und umfassenden Kenntnissen aller Details seit fünfundzwanzig Jahren strahlende Fotografien von Orten und Situationen auf der ganzen Welt.
Mit ironischer Melancholie erscheint er selbst gelegentlich auf seinen Bildern, als Kunstfigur in wechselnden Episoden des Lebens. Sensibel für die Poesie im Alltäglichen stößt er auf Twin Peaks in Burghausen, ist dabei aber so konkret und sachlich wie ein Dokumentarist. Paul Albert Leitner zeigt die Schönheit und die Merkwürdigkeit der Welt; dabei enthüllt er auch den Witz und die Magie des Mediums - seine Fotografien sind Zeugnisse für die Einzigartigkeit von Konstellationen und die Kostbarkeit des flüchtigen Augenblicks.
Rainer Iglar (Fotohof Salzburg)











