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Romuald Golinczak, 84503 Altötting
Sehr geehrte Damen und Herren,
es geht um das interessante Thema Hochschule für die Region Inn-Salzach mit Standort Burghausen. Nachdem sich Herr Steindl durch einem Brief an den Ministerpräsidenten im Mai letzten Jahres für eine solche Einrichtung stark gemacht hat (aber auch der Landrat und die Landtagsabgeordnete Heckner sich engagieren) ist es nun um das Thema etwas ruhig geworden. Gleichzeitig hört man vom benachbarten Braunau in Österreich, dass dort eine mögliche Fachhochschule entstehen könnte. Würde es nicht Sinn machen eine gemeinsame Hochschule, als eine Art "europäische Hochschule", mit zwei Standorten Braunau/Burghausen und einem Profil, das zu der hiesigen Wirtschaft passt, einzurichten?
Anmerkung der Stadt Burghausen:
Sehr geehrter Herr Golinczak,
bezüglich Ihres Themas „Hochschule für die Region Inn-Salzach – Standort Burghausen“ kann ich Ihnen kurz den jetzigen Sachstand schildern:
1) Durch die Forderung des Freistaats mit 10 Mio. Euro (Kabinettsitzung vom No-vember 2011) haben wir einen wichtigen Durchbruch zur Wissenschaftsstadt Burghausen erreicht. Wir können in den nächsten Jahren beginnen Raitenhaslach zu einem Wissenschaftszentrum mit staatlicher- und europäischer Förderung schrittweise auszubauen.
Dies ist natürlich nicht vergleichbar mit einem studentischen Campus in Lehre und Forschung. Dieses Thema müssen wir weiter im Gespräch halten und ich habe schon mehrfach im Kreistag darauf hin gewiesen, dass hier nun ein zweiter Vorstoß vom Landkreis mit Unterstützung der Stadt Burghausen kommen müsste.
2) Wir haben demnächst ein Gespräch mit der Fachhochschule Deggendorf, um die Möglichkeiten eines ausgelagerten Filialbetriebes, der Technischen Hochschule Deggendorf, in den Fachrichtungen Verfahrenschemie, Verfahrensingenieur, Elektrochemie etc., am Standort Burghausen aufbauen zu können. Ein neuer Fachhochschulstandort wird von der Staatsregierung abgelehnt, da man mit der Erweiterung und den notwendigen Ausbaukapazitäten auch in finanzieller Hinsicht mit den bestehenden Standorten schon nicht zu Recht kommt und hier in den nächsten Jahren noch große Probleme zu erwarten sind.
3) Eine Möglichkeit für Burghausen wäre natürlich auch einen privaten Träger für eine Fachhochschule zu finden, wie es in Österreich in der Nähe von Salzburg (Urstein) oder in der Nähe von Linz (Hagenberg) bereits in beeindruckender Geschwindigkeit umgesetzt wird. Ihr Hinweis, dass in Braunau eine Fachhochschule im Gespräch ist, ist mir neu, in Gesprächen mit öster-reichischen Kollegen ist mir dieser Sachstand bisher nicht mitgeteilt worden.
Die österreichischen Ausbildungsordnungen sind natürlich auch im Bereich der höheren technischen Lehranstalt (HTL Braunau etc.) andere wie Sie im Bayerischen Standard vorgegeben sind, so dass eine Zusammenarbeit über die Grenze, selbst als EU-Projekt, im Moment nicht darstellbar ist.
Zusammenfassend kann ich Ihnen sagen, dass wir weiterhin versuchen in Kooperation mit einer bestehenden Fachhochschule (FH München / TU-München / FH Deggendorf) zu einer bayerischen Lösung in Form von Bachelor-Studiengängen kommen wollen (300 – 400 Studenten).
Mit besten Grüßen
STADT BURGHAUSEN
Hans Steindl
Erster Bürgermeister





