Marienberg
Auf dem Weg in den Stadtteil Raitenhaslach (1978 eingemeindet) grüsst von einem Hügel hoch über dem Fluss weit ins Land hinein die farbenfrohe, zweitürmige Wallfahrtskirche St. Maria Himmelfahrt in Marienberg, auch "die Perle des Salzachtales" genannt. Sie gilt als eine der schönsten Rokokokirchen Bayerns. Dass dieses kirchliche Schmuckstück Maria geweiht ist, wird schon beim Anstieg über die 53 Stufen deutlich. Die ersten drei versinnbildlichen Glaube, Hoffnung und Liebe, die folgenden 50 das Rosenkranzgebet.
Die Burghauser glauben, dass dieser Treppenaufgang König Ludwig I. als Vorbild gedient hat für die Stufenanlage zur Walhalla - eine historisch nicht bewiesene, aber mögliche Auffassung, zumal der König mit der Kirche in Berührung kam.
Ob "die Perle des Salzachtals" noch heute bestaunt werden könnte, darf bezweifelt werden, hätte es da nicht die streitbaren Raitenhaslacher Bauern gegeben. Der Burghauser Landrichter Graf von Armannsberg hatte nämlich befohlen, die Kirche wegen Einsturzgefahr abzubrechen.
Er hatte die Rechnung ohne die Raitenhaslacher gemachten, die um ihre Pfarrkirche kämpften, 14 von ihnen wurden sogar als "Widerstandskämpfer" eingesperrt.
In ihrem letztlich aber doch erfolgreichen Kampf hatten die Raitenhaslacher einen verbündeten: eben jenen König Ludwig I., der - noch Kronprinz - dieses Schmuckstück des Spätrokoko rettete.
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